Im neuen Roman von Maxim Leo gibt es drei Protagonist*innen:
Marlene, strebsam, beruflich sehr erfolgreich, unempathisch und daher in ihrem Unternehmen unbeliebt und ohne nennenswertes Privatleben.
Alex, Psychologe und sehr bekannter und renommierter Unternehmenscoach, Inhaber einer Academy , die in einem Schloss in Brandenburg beheimatet ist. Sein Privatleben ist ebenfalls instabil. Ebenso instabil ist seine finanzielle Situation, was man auf den ersten Blick nicht vermuten würde.
Connie, eine aufmüpfige und sehr verletzliche Teenagerin, die ihren Platz im Leben, vor allem aber eine Familie sucht.
Hinzu kommen einige Nebenfiguren, deren Verhalten aber maßgeblich für die Entwicklung der drei Protagonisten sein wird. Alles spielt sich im und um das Schloss herum ab in einem begrenzten Zeitraum von ein bis zwei Wochen ab.
Marlene soll Nachfolgerin ihres Chefs werden und da es wegen ihres Verhaltens viele Beschwerden in der Firma gibt soll sie in der Academy von Alex im Schnellverfahren zu einer guten Führungspersönlichkeit umerzogen werden.
Alex steht unter großen Druck und willigt in den Deal ein, denn wenn er mit Marlene Erfolg hat, winkt ihm ein lukrativer Vertrag mit Marlenes Firma als Unternehmenscoach für alle Beschäftigten und damit dem Ende seiner finanziellen Sorgen.
Marlene tritt in der Academy erwartungsgemäß störrisch und unkooperativ auf, Alex tut sein Bestes, um Marlene umzustimmen, immer das Geld im Hinterkopf, das für das Überleben seines Herzensprojekts Academy so wichtig ist.
Auf Grund einiger, teils etwas unglaubwürdiger Erlebnisse, in die Marlene gerät , kommt sie einerseits von ihrem hohen Ross herunter , merkt aber auch, dass außerhalb der Schlossmauern das eigentliche Leben quasi die Schule des Lebens- stattfindet, und erkennt, dass sie sich dadurch tatsächlich ändert. Alex, ebenfalls durch einige Verwicklungen geplagt, trifft auf Connie, die ebenfalls sein Leben verändert, weil sie ihm als Ersatztochter genauso eine Familie bietet wie er für sie zu dem Vater wird, den sie nie hatte.
Fazit, in kurzer Zeit verlassen Alex und Marlene ihren Elfenbeinturm, lernen das wahre Leben kennen und entscheiden sich beide für eine ungewisse Zukunft anstelle der Sicherheit, die ihnen beruflicher Erfolg bieten könnte.
Das Buch liest sich leicht und hat viele gute Gedanken. Natürlich ist es ein Märchen, das so in der Realität nicht stattfinden würde. Aber das ist ja nicht schlimm.
Etwas gestört hat mich persönlich das sehr offene Ende für alle Beteiligten (auch der Nebenpersonen), die mir doch bei der Lektüre sehr ans Herz gewachsen waren und die ich ungern so planlos zurücklassen musste. Aber vielleicht ist das ja gerade die Message, dass das Leben passiert, während man seine Pläne macht: Einatmen ausatmen loslassen.