Der vorliegende Band gibt einen kompakten Überblick über die Konzeptgeschichte und die gesellschaftliche Relevanz von Muße. Er resümiert und kondensiert damit die Ergebnisse von über zehn Jahren interdisziplinärer Mußeforschung des Freiburger Sonderforschungsbereichs und verdeutlicht, welche Perspektiven die Mußeforschung für Geistes- und Kulturwissenschaft erschließt.
Building on more than ten years of interdisciplinary research at the University of Freiburg, this volume offers the first comprehensive overview of "Muße" ('otium' or 'dignified leisure') and its societal relevance. As a time of temporary relief from society's demands for productivity, otium enables freedom and creativity - but, controversially, only for some. Such freedom, which can generate social critique as well as new productivity, is not without its preconditions: it is always surrounded by certain expectations and ideas of the good life ascribed to specific groups in society. Der vorliegende Band gibt einen kompakten, interdisziplinär angelegten Überblick über die Konzeptgeschichte und die gesellschaftliche Relevanz von Muße. Muße entlastet auf Zeit von Produktivitätsansprüchen der Gesellschaft und ermöglicht damit Freiheit und vielfältige Kreativität. Gerade deshalb ist sie umstritten: Die Möglichkeit, gesellschaftliche Ansprüche für eine Weile zu vergessen, wird stets nur gewissen Gruppen zugestanden. An Diskussionen über Muße zeigen sich gesellschaftliche Vorstellungen von Produktivität deshalb ebenso deutlich wie Zuschreibungen an das gute Leben einzelner Gruppen. Das gilt gerade auch heute, da Muße in der Kritik an kapitalistischer Arbeits- und Gesellschaftsorganisation neue Prominenz gewinnt und als Gegenbild zu deren Beschleunigung erscheint.
Der Freiburger Sonderforschungsbereich 1015 hat mehr als zehn Jahre lang in interdisziplinärer Perspektive Mußevorstellungen und Mußepraktiken untersucht. Das Kompendium "Muße und Mußeforschung" macht seine wichtigsten Ergebnisse zugänglich und bietet damit gleichzeitig einen einführenden Überblick über die Mußeforschung.
Inhaltsverzeichnis
Gregor Dobler/Tilman Kasten:
Muße erforschen: Der Freiburger Sonderforschungsbereich 1015 und seine Perspektive auf Muße -
Vanessa Aeschbach/Johannes C. Fendel/Anja S. Göritz/Stefan Schmidt:
Achtsamkeit -
Gregor Dobler:
Arbeit -
Hans W. Hubert:
Aisthesis -
Thomas Böhm:
Askese -
Gregor Dobler:
Erfahrung -
Monika Fludernik/Thomas Klinkert/Lisa Müller:
Erzählen -
Elisabeth Cheauré/Konstantin Rapp
: Figuren -
Peter Philipp Riedl/René Waßmer:
Flanerie -
Jochen Gimmel:
Freiheit -
Markus Tauschek:
Freizeit -
Marion Mangelsdorf:
Geschlecht -
Gregor Dobler:
Gesellschaft -
Anne Holzmüller:
Immersion -
Andreas Kirchner/Thomas Jürgasch:
Kontemplation -
Jürgen Bengel/Lisa Müller:
Krankheit -
Tilman Kasten:
Kreativität -
Thomas Böhm:
Kulturtransfer -
Marion Mangelsdorf:
Leiblichkeit -
Regine Nohejl:
Museum -
Henrike Manuwald:
Muße-Semantiken -
Johannes Litschel:
Natur -
Monika Fludernik:
(Post-)Kolonialismus -
Hans W. Hubert:
Raumzeitlichkeit -
René Waßmer/Tim Freytag:
Reisen -
Andreas Kirchner/Thomas Jürgasch:
Religiöse Praktiken -
Judith Frömmer:
Rückzug -
Gregor Dobler:
(Un-)Produktivität -
Tim Freytag/Peter Philipp Riedl:
Urbanität -
Timo Heimerdinger:
Verzicht -
Jochen Gimmel:
Wissenschaft -
Inga Wilke:
Zeit