Flanerie ist die idealtypische Ausprägung urbaner Muße. Dass sie als literarische Wahrnehmungsform eine angemessene Analysekategorie für die deutsche Großstadtliteratur um 1800 darstellt, zeigt René Waßmer anhand der Zeitschrift
London und Paris
sowie ausgewählter Reiseberichte aus den beiden Metropolen.
Flânerie is the most striking expression of urban otium . This volume shows to what extent it represents an appropriate category of analysis for German metropolitan literature of the late 18th and early 19th century. The focus is on the journal London and Paris as well as on selected travelogues from the two metropolises. Flanerie ist die idealtypische Ausprägung urbaner Muße. Als literarische Wahrnehmungsform zeichnet den urbanen Spaziergang ein vom Zufall geleiteter Blick aus, der sich offen auf die Geschehnisse der Großstadt einlässt und das Individuum frei in der Zeit verweilen lässt - auch und gerade in urbaner Hektik, Dynamik und Betriebsamkeit. René Waßmer zeigt anhand der Zeitschrift London und Paris sowie ausgewählter Reiseberichte aus den beiden Metropolen, dass Flanerie eine angemessene Analysekategorie für die deutsche Großstadtliteratur um 1800 darstellt. Besonderes Augenmerk gilt der stilistischen und inhaltlichen Vielseitigkeit der Flanerieformen, die zwischen politischen Räsonnements, kommunikativen Bedürfnissen des deutschen Lesepublikums, nationalen Selbst- und Fremdprojektionen und theatralen Inszenierungen oszillieren.