Gute Story, allerdings mit Längen
Der Roman von Robert Galbraith aka J.K. Rowling fesselt durch eine gelungene Geschichte, die die Detektive Strike und seine Partnerin Robin in das Milieu der Sekten führt. Für einen Klienten ermitteln sie im Umfeld der "Kirche" UHC, in deren Fänge der Sohn des Klienten, Will, gelangt ist. Im Rahmen der Recherchen entscheidet sich Robin, mit einer falschen Identität der Sekte beizutreten und so zu versuchen, die Strukturen besser zu erkennen und Will aus der Sekte zu befreien. Die ersten 250 Seiten zogen sich so hin, dass ich überlegt habe, das Buch ungelesen zur Seite zu legen. Dann aber beginnt die Story, mich durch die bedrückenden Beschreibungen des Lebens in der Sekte zu fesseln, zum Schluss konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Für die ersten 250 Seiten hatte ich eine Woche gebraucht, die restlichen fast 1000 Seiten habe ich dann in 2 Tagen "gefressen". Die sehr anschaulichen Beschreibungen des Alltags in der Sekte, ohne Uhr und Kalender, mit durchstrukturierten Tagen, wenig und schlechtem Essen gepaart mit wenig Schlaf und täglicher Indoktrinierung bauen einen unheimlichen Sog auf. J.K. Rowling hat es gekonnt geschafft, den Spannungsbogen aufrecht zu halten und die Geschichte auf ein rasantes Finale hinzusteuern. Ich fand allerdings, dass es teilweise des Guten zu viel war, dass die Nebenschauplätze zu sehr von der Hauptstory abgelenkt haben. Dadurch wurde die Geschichte sehr in die Länge gezogen und verlor zeitweise an Schwung. Trotzdem war es insgesamt eine fesselnde Geschichte, die Lust auf Fortsetzung macht.