Weil sie von ihrem Exfreund betrogen wurde, entschließt sich Calisa, ihre Sommerferien statt in New York City bei ihrer Tante in Vermont zu verbringen. Diese besitzt dort nämlich ein uriges, kleines Inn, in dem Calisa aushelfen und ihr gebrochenes Herz kurieren will. Doch als sie dort ankommt, stellt sich nicht nur heraus, dass das Inn komplett heruntergekommen ist, sondern auch, dass ihre Tante sie gar nicht haben will. Doch damit noch nicht genug der Merkwürdigkeiten: Türen scheinen sich abhängig ihrer Stimmung zu verschiedenen Orten zu öffnen und auch die Gäste sind mehr als seltsam. Während sich Calisa mühsam ein Recht zum Bleiben erkämpft, kommt sie hinter mehr als ein Geheimnis und außerdem noch dem Junior-Hausmeister näher, als sie sollte... Mit der Reise ins Faraway Inn schenkt uns Sarah Beth Durst eine kuschelige kleine Auszeit in einem gemütlichen und möglicherweise leicht magischen Wäldchen in Vermont. Zwischen heißer Schokolade und magischen Türen erzählt sie uns eine gemütliche Geschichte von Hoffnung und Zusammenhalt. Natürlich richtet sich das Buch an ein eher jüngeres Publikum, kann aber durchaus Leser aller Altersklassen zum Schmunzeln bringen. Die Probleme von Calisa scheinen recht klein und einfach zu sein, doch vielleicht macht auch genau das den Reiz dieser Geschichte aus: Einfach mal die Welt ausschließen und ein bisschen Träumen zu können. Durch Calisas unbedarfte, aber optimistische Augen lernen wir das Faraway Inn mit all seinen Geheimnissen kennen, während die Autorin mit ihrem flüssig-leichten Schreibstil eine malerische Atmosphäre schafft, mitten im Grünen, in einem endlosen Sommer. Die Magie in diesem Buch ist subtil, aber allgegenwärtig, an jeder Stelle gibt es schrullige Gäste nebulöser Herkunft, detailverliebte, kleine Gegenstände mit Persönlichkeit, die an die Möbel aus "Die Schöne und das Biest" erinnern, außerdem führen Kleiderschränke in andere Welten - ein Traum für jeden Fantasy-Fan, der es gern auch mal ruhig und gemütlich hat. Natürlich darf auch der Haustierdrache nicht unerwähnt bleiben... Ein großes Abenteuer darf man auf den Seiten dieses Buches natürlich nicht erwarten, stattdessen geht es ein bisschen um Selbstfindung und Vertrauen und auch ein bisschen um die Liebe. Calisa wurde gerade erst das Herz gebrochen, aber sie ist erstaunlich reflektiert und lässt sich nicht reinreden in ihre Entscheidungen, sie ist einfach eine liebenswürdige Protagonistin. Genauso knuffig ist auch der Junior-Hausmeister Jack mit seiner Käse-Vorliebe, die beiden sind ein tolles Team, dem man auch ein bisschen Kitsch an der einen oder anderen Stelle verzeiht. Das Buch übertreibt es in der Hinsicht auch nicht, sondern hält genau das, was es verspricht. Es fokussiert sich eher auf die gemütliche Geschichte des Inns und seiner Geheimnisse, unterhält auf seine kurzweilige, humorvoll liebenswerte Art und schenkt dem Leser mit seiner Kreativität etwas Sonnenschein und Optimismus: das perfekte Wohlfühlpaket für ein Sommerwochenende zwischen Blumen. Man sollte allerdings für die Lektüre Schokolade, Limonade und außerdem Kuchen oder Kekse bereitstellen - Appetit garantiert.