Cover & Klappentext
Das Cover hat einen gewissen Wiedererkennungswert und strahlt diese pure Behaglichkeit aus, die so typisch für Cosy-Romane ist. Mich hat es sofort angesprochen.
Was den Klappentext angeht, so war ich mir nicht sicher, ob es wirklich etwas für mich ist. Der Fantasy- Anteil hat mich natürlich neugierig gemacht, aber das Drumherum wirkte nicht unbedingt einladend auf mich. Da ich aber schon einige Bücher der Autorin gelesen habe, konnte ich schlussendlich auch hier nicht widerstehen.
Meinung
Nachdem ihr Freund sie betrogen hat, braucht Calisa dringend eine Auszeit und beschließt, die Sommerferien bei ihrer Großtante Zee zu verbringen, die ein besonderes B&B führt. Leider ist es ziemlich runtergekommen und auch die wenigen Gäste verhalten sich seltsam. Doch Calisa will einfach nur vergessen und versucht alles, um ihre Tante zu unterstützen. Auch gegen ihren Willen, denn diese will, dass ihre Nichte sofort wieder verschwindet. Aber so schnell lässt sie sich nicht vertreiben. Während sie sich langsam dem Sohn des Hausmeisters annähert, mit dessen Hilfe sie dem Faraway Inn wieder neues Leben einhauchen möchte, ergründet sie auch die Geheimnisse an diesem magischen Ort.
Ich habe mich etwas schwergetan, in die Story zu finden, denn es zieht sich bereits am Anfang sehr in die Länge. Das ist häufig bei Cosy-Romanen der Fall, man darf sich nicht abschrecken lassen. Also habe ich mich weiter durchgekämpft. Und das war es wirklich. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich mit dem Ort und den Charakteren und ihren Eigenheiten warm geworden bin.
Der Fokus liegt klar auf Calisa, aus deren Sicht man durch das Geschehen geführt wird. Sie ist noch sehr jung und hat keinen Bezug zu ihrer Großtante. Der letzte Besuch lag viele Jahre zurück. Und der einzige Grund, warum sie sich nicht von der abweisenden Art Tante Zees abschrecken ließ, war die Vorstellung, ihren Ex in den Sommerferien permanent sehen zu müssen. Dass der Sohn des Hausmeisters gut aussah, war natürlich auch kein Hindernis, dazubleiben.
Nach einer gewissen Zeit konnte ich mich mit Calisa anfreunden, auch wenn ich ihre Neugierde und Aufdringlichkeit anfangs sehr nervig fand. Aber genau diese Eigenschaften sorgten dafür, dass sie im weiteren Verlauf positive Erfolge erzielen konnte. Deshalb kann ich es ihr nicht ankreiden.
Jack, der Sohn des Hausmeisters, ist hingegen unfreiwillig komisch, weil er vor den unmöglichsten Dingen Angst hat. Ein Held steckt kaum in ihm, obwohl er, wenn es darauf ankommt, auch eine Verteidigungshaltung einnimmt. Diesbezüglich ist Calisa einfach tougher. Vermutlich bedingt durch ihr Neugierde.
Die beiden nähern sich nur langsam an, was umso glaubwürdiger ist, da Calisa erst eine schmerzhafte Trennung hinter sich hat und Jack zu viele Geheimnisse vor Tante Zees Nichte haben muss. Die Geheimnisse des B&Bs und deren Gäste müssen gewahrt bleiben.
Der Schreibstil ist flüssig und geschmeidig, wie man es von der Autorin gewohnt ist. Sie hat hier wieder ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und die tollsten Figuren entwickelt.
Nachdem ich mich anfangs etwas schwergetan habe, bekam ich mit der Zeit immer mehr Zugang zu der Geschichte. Es sind die kleinen Eigenheiten und Besonderheiten, die süßen Szenen und die Bedeutung des Ortes. Er steht für Flucht, für Rückzug, wenn einem alles zu viel wird. Und das braucht doch jeder mal von uns. Genau dafür stehen Cosy-Romane. Dieser erfüllt eben jenen Zweck.
Fazit
Eine außergewöhnliche Geschichte, die erst langsam ihren Zauber entfaltet, aber schlussendlich absolut begeistert. Findet Ruhe und Zuflucht in dem B&B mit seinen Besonderheiten, anfangen von einem unfreundlichen Spiegel bis zu einer selbstständigen Teekanne und magischen Portalen.
Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.