Die von Simon Marx vorgeschlagene ökologische Analyse des Rechts untersucht die ökologischen Folgen juristischer Entscheidungen, bewertet staatliches Handeln anhand der Kriterien der Ressourcensuffizienz und -konsistenz und erarbeitet Lösungen, die lebenswerte Zustände sichern, ohne grundrechtliche Freiheiten unverhältnismäßig einzuschränken.
Simon Marx deals with the approach of Ecological Analysis of Law and thus with the question of how legally regulated human behaviour affects the natural foundations of life. He suggests a consequences-oriented approach in two steps. While respecting the primacy of legislative decisions, ecological impacts of state legal acts are supposed to be analysed and evaluated on the basis of the criteria of resource sufficiency and resource consistency, taking into account conflicting interests in resource conservation and resource use. The aim is to implement the mandate for socio-technical transformation articulated by the Federal Constitutional Court through appropriately adapted legislation and legal application. Building on this, interdisciplinary solutions are to be developed that ensure liveable conditions without imposing disproportionate restrictions on the exercise of fundamental rights. Simon Marx befasst sich mit dem Ansatz der ökologischen Analyse des Rechts und damit mit der Frage, wie rechtlich gesteuertes menschliches Verhalten die natürlichen Lebensgrundlagen beeinflusst. Er schlägt einen folgenorientierten Ansatz in zwei Schritten vor. Unter Achtung des Vorrangs gesetzgeberischer Entscheidungen sind die ökologischen Auswirkungen staatlicher Rechtsakte zu analysieren und anhand der Kriterien der Ressourcensuffizienz und -konsistenz zu bewerten, die im Konflikt mit den Interessen an einer möglichst umfassenden Ressourcennutzung stehen können. Ziel ist die Umsetzung der vom Bundesverfassungsgericht formulierten Maßgabe zur soziotechnischen Transformation durch eine angepasste Rechtssetzung und Rechtsanwendung. Darauf aufbauend erarbeitet er an zwei konkreten Beispielen interdisziplinäre Lösungen, die lebenswerte Zustände gewährleisten, ohne grundrechtliche Freiheiten unverhältnismäßig einzuschränken.
Inhaltsverzeichnis
§ 1. Gang der Untersuchung und Gegenstand der Darstellung
§ 2. Globale Umweltgefährdungen des 21. Jahrhunderts und ihre Bedeutung für Deutschland
§ 3. Prolegomena zur ökologischen Analyse des nationalen Rechts
§ 4. Die Jurisprudenz und die Nachbarwissenschaften
§ 5. Verfassungsrechtliche Gebotenheit einer ökologischen Analyse des Rechts?
§ 6. Der KSG-Beschluss und die Notwendigkeit einer soziotechnischen Transformation - mittels ökologischer Analyse des Rechts?
§ 7. Verfassungsrechtliche Vorgaben für eine ökologische Analyse des Rechts
§ 8. Praktische Umsetzung der ökologischen Analyse des Rechts
§ 9. Beispiel einer rechtsetzungsbezogenen ökologischen Analyse: Einführung eines Zigarettenstummelpfandes
§ 10. Beispiel einer rechtssatzbezogenen ökologischen Analyse: Anspruch auf Gestattung des Fensteraustausches durch die Wohnungseigentümergemeinschaft