Für mich stellt diese Fortsetzung eine deutliche Steigerung zum ersten Band dar, durch die wechselnden Perspektiven gewann Lorian an Tiefe.
Nachdem Prisca nun weiß, wer Lorian tatsächlich ist, würde sie ihn am Liebsten nie mehr wieder sehen. Doch mit der Befreiung der Hybriden ist ihr Ziel noch lange nicht erreicht, zunächst einmal müssen die ehemaligen Gefangenen ins Reich der Fae gebracht werden, denn nur dort sind sie vor Sabiums Rache sicher. Dort angekommen wird Prisca schnell klar, dass ihr Volk einen starken Thronerben benötigt, um den durchtriebenen König der Menschen zu besiegen und eine friedliche Zukunft aufzubauen. Ihr ist klar, dass sie das nur mit Unterstützung der Fae erreichen kann. ihre beste Chance besteht also darin, weiterhin mit Lorian zusammen zu arbeiten. Trotz aller Enttäuschung kann sie nicht abstreiten, dass sie sich immer noch zu dem düsteren Prinzen der Fae hingezogen fühlt. "Kingdom of Lies - Ein Königreich so verflucht und verlassen" ist der zweite Band einer fesselnden Fantasy-Reihe, der mich schnell in seinen Bann gezogen und bis zur letzten Seite nicht mehr los gelassen hat. Prisca war mir bereits im ersten Teil ans Herz gewachsen, bei Lorian dauerte es deutlich länger, ehe ich mit ihm warm werden konnte. In dieser Fortsetzung hatte ich den Eindruck, ihn wesentlich besser kennen zu lernen, es gab viele Kapitel aus seinem Blickwinkel, die dabei gezeigte intensive Zuneigung zu Prisca hat mich immer stärker für ihn eingenommen. Alle anderen Figuren waren meiner Meinung nach ebenfalls umfassend und authentisch charakterisiert, so dass ich mich emotional stets an ihrer Seite befand. Noch immer schien mir die Entwicklungen zwischen den Protagonisten (besonders die Versöhnung nach der abgrundtiefen Enttäuschung zu Beginn) etwas plötzlich und in überraschend kurzer Zeit abgehandelt, das ist tatsächlich aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich anbringen möchte. Den Schreibstil fand ich so eingängig, wie ich es bereits im Auftaktband erlebt habe, die Spannung hielt sich auf einem für mich sehr angenehmen Niveau. Hauptsächlich wird die Handlung aus den Perspektiven von Prisca und Lorian erzählt, zusätzlich gab es einige Abschnitte, welche die Sicht der Königin, Sabiums Ehefrau (die wiederum ganz eigene Ziele verfolgt) zeigten. Durch diese Wechsel gab es des Öfteren kleine Spannungsmomente, die mich dazu brachten, immer sofort weiter lesen zu wollen. Der Cliffhanger am Schluss war nicht ganz so klein, bei aller Begeisterung für das Buch wäre ich darüber recht unglücklich gewesen - wenn ich nicht Band 3 bereit auf den E-Reader geladen hätte. Insgesamt hatte ich einige wirklich wunderbare Lesestunden, so dass ich diese Fortsetzung gern weiter empfehle. Fazit: Der zweite Band hat im Vergleich zum ersten eine deutliche Steigerung erfahren, endlich wurde auch Lorian für mich greifbarer. Für diese fesselnde Fortsetzung spreche ich gern eine Leseempfehlung aus.