Romanbiographie über eine starke und mutige Frau. Gut lesbar, spannend und informativ geschrieben.
"...ich bin keineswegs gegen moderne Technik. Ich habe nur etwas gegen einen blinden Fortschrittsglauben. Wahre Wissenschaft fragt immer auch nach den Folgen. Für mich bedeutet Fortschritt nicht größer, schneller, billiger - sondern vor allem klüger zu werden." [S. 110]Theresia Grow erzählt uns in ihrer Romanbiographie"In uns der Ozean" die Geschichte der Ökologin und Sachbuchautorin Rachel Carson, die mit ihrem Hauptwerk "Der stumme Frühling" aus dem Jahr 1962 weltweite Aufmerksamkeit erhielt. Rachel Carson wird häufig als erster Bezugspunkt der US-amerikanischen Umweltbewegung genannt. Denn als studierte Biologin und talentierte Schriftstellerin war sie in der Lage, den Menschen, komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge auf unterhaltsame und poetische Weise nahe zu bringen. Dabei hat es Rachel in ihrem Leben alles andere als leicht. 1929 muss sie ihre Karriere als Biologin abbrechen, um ihre Familie finanziell zu unterstützen. Statt sich in der von Männern dominierten Wissenschaft durchzusetzen und zu brillieren, schreibt sie Geschichten über das Meer, mit denen sie viele Leser begeistert. Als ihr bei einem Spaziergang ein toter Vogel vor die Füße fällt, ist sie beunruhigt. Hat das etwas mit den neuen Mittel gegen Insekten zu tun, der überall versprüht wird? Rachel geht den merkwürdigen Phänomenen auf die Spur und recherchiert. Ihre Erkenntnisse fasst sie 1962 in ihr Buch "Der stumme Frühling" zusammen. Diesem Buch und ihren unermüdlichen Einsatz ist es u.a. zu verdanken, dass bei der Pestizidanwendung ein Umdenken stattfand. Dabei musste sie sich gegen die mächtigen Chemieindustrie, einer von Männern dominierten Welt und mehreren persönlichen Schicksalsschlägen stellen. Ich bin Theresia Grow für dieses Buch dankbar! Mir waren Rachel Carson und ihr Buch "Der stumme Frühling" unbekannt. Die Autorin lässt in ihrem Buch "In uns der Ozean" Rachel Carson selbst zu Wort kommen. Man erfährt als Leser, wie sich Rachel als Frau in einer von Männern dominierten Welt durchsetzen musste und trotz schweren Schicksalsschlägen immer wieder ihren Weg findet. Rachels Beobachtungen der Natur sind sehr bildhaft beschrieben. Als Leser spürt man ihre Bewunderung und Liebe zur Natur. Das Buch ist in lebendiger und flüssiger Sprache geschrieben. Es liest sich gut und ist auf unterhaltsame Weise sehr informativ. Man lernt eine besondere Frau kennen, die die Menschen damals auf Zusammenhänge aufmerksam gemacht hat, die heute selbstverständlich sind. Dank ihr wurde die Nutzung des Pestizidmittels DDT ab 1972 weltweit verboten und Behörden geschaffen, die die Nutzung solcher Mittel unabhängig prüfen. Fazit:Wer Romanbiographien mag, dem kann ich "In uns der Ozean" sehr empfehlen. Das Buch ist gut lesbar, spannend und informativ geschrieben. Es fasst das besondere Leben von Rachel Carson, die ihrer Zeit weit voraus war, auf unterhaltsame Weise zusammen und macht diese Person für viele zugänglich.