Der historische bzw. zeitgeschichtliche Roman von Ute Krause ist auf drei verschiedenen zeitlichen Ebenen angelegt, wovon die Erste in den 1930er Jahren angelegt ist: die 17jährige Gesa folgt ihrer ersten Liebe, dem Inder Ravi, in sein Heimatland. Sie reist nicht allein, sondern mit dem gemeinsamen Sohn Ashok und begegnet dort einem ganz anderen Menschen als dem Ravi, den sie in Deutschland kennengelernt hat - er unterstützt sie wenig bis gar nicht beim Einleben in dieser so fremden Kultur - dennoch bekommen sie noch einen Sohn und eine Tochter.
In den 1960er Jahren begegnet Gesa einer deutschen Familie, die sich aufgrund der beruflichen Situation des Vaters für einige Jahre in Indien aufhält - auch wenn sie sich mit der Mutter anfreundet, bleibt diese ihr aufgrund von konträren Ansichten in verschiedenen Bereichen fremd. Doch Paula, der ältesten Tochter, fühlt sie sich bald aufgrund deren Interesse an Kunst und Kultur Indiens verbunden.
In den 1990er Jahren kehrt Paula noch einmal zurück in das Land, in dem sie als junges Mädchen lebte und kann auf so manche Frage, die sie jahrzehntelang umhertrieb, eine Antwort finden.
Der Autorin ist vor allem in Bezug auf die Darstellung des Lebens in Indien und der Einbettung des Settings in die historischen Gegebenheiten insgesamt ein farbiger und anschaulicher Roman gelungen. In Bezug auf die Darstellung der Charaktere, die teilweise etwas farblos daher kommen - vieles muss man sich dazu denken - und die Erzählweise bleibt noch etwas Luft nach oben.