Starke Fortsetzung, die fast an den genialen Auftakt heranreicht.
Ein Jahr nach ihrer Ernennung zur Junior-Patronin geht Citra als Scythe Anastasia einen ganz eigenen, ungewöhnlichen Weg. Sie gewährt den von ihr gewählten Personen eine Bedenkzeit, was ihr im tief gespaltenen Scythedom nicht nur Respekt, sondern auch gefährliche Feinde einbringt. Währenddessen zieht Rowan als Selbstjustizler durch die Lande, um korrupte Patronatsmitglieder eigenmächtig zur Rechenschaft zu ziehen. Die politischen Spannungen zwischen den Verfechtern der alten Werte und einer neuen, maßlosen Fraktion spitzen sich immer weiter zu. Gleichzeitig beobachtet das Thunderhead, die allwissende künstliche Intelligenz der Welt, das drohende Chaos mit großer Sorge. Da es per Gesetz nicht direkt in die Belange des Scythedoms eingreifen darf, muss es verdeckte Wege finden, um das Gleichgewicht der Welt zu bewahren.Die Erzählweise überzeugt erneut durch ein hohes Tempo, vielschichtige Charaktere und mitreißende Perspektivwechsel. Die tiefere Einsicht in die Gedankenwelt der künstlichen Intelligenz verleiht der Handlung eine zusätzliche spannende Ebene und bringt wieder viele neue Informationen für den Leser. Auch wenn dieser Mittelteil dramaturgisch nicht ganz an die Perfektion des ersten Bandes heranreicht und zwischendurch ein paar kleine Längen aufweist, gipfelt das Geschehen in einem absolut spektakulären und schockierenden Finale. Vieles bleibt bis zuletzt unvorhersehbar und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.Mein Fazit: Eine absolut gelungene Fortsetzung, die die Welt sinnvoll erweitert und trotz kleinerer Abzüge im Vergleich zum genialen Auftakt auf genauso hohem Niveau weiter unterhält. Ich selbst bin mehr als bereit für das Finale und werde dem Autor auch im dritten Band garantiert treu bleiben.