Meinung zu "The Monet Family - Shine Bright Like a Treasure" von Weronika Anna MarczakFünf reiche Brüder, eine verlorene Schwester und jede Menge Geheimnisse. Aber reicht das für eine gute Geschichte? ¿The Monet Family, Band 1Worum geht es?Die 15-jährige Hailie Monet verliert bei einem tragischen Autounfall ihre Mutter und ihre Großmutter. Plötzlich steht sie vollkommen allein da.Doch dann erfährt sie, dass sie fünf ältere Halbbrüder besitzt, von deren Existenz sie bisher nichts wusste: Vincent, Will, Dylan, Shane und Tony.Hailie muss ihre Heimat England verlassen und zieht zu ihren Brüdern in die USA. Dort erwartet sie eine völlig fremde Welt. Die Monets sind unglaublich wohlhabend, leben in einer luxuriösen Villa in Pennsylvania und scheinen nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zu besitzen.Allerdings sind die Brüder alles andere als herzlich.Besonders Vincent, der als Ältester die Verantwortung für Hailie übernimmt, stellt strenge Regeln auf. Die anderen Brüder begegnen ihr mit einer Mischung aus Misstrauen, Gleichgültigkeit und übertriebenem Beschützerinstinkt.Während Hailie versucht, sich in ihrem neuen Leben zurechtzufinden, bemerkt sie zunehmend, dass ihre Familie etwas verbirgt.Die Brüder scheinen in gefährliche Angelegenheiten verwickelt zu sein. Doch niemand möchte ihr erklären, was tatsächlich vor sich geht.Meine Meinung ¿¿Die Grundidee fand ich durchaus interessant. Ein junges Mädchen verliert seine gesamte bisherige Familie und landet plötzlich bei fünf unbekannten, geheimnisvollen und steinreichen Brüdern. Daraus könnte eine spannende Geschichte über familiäre Zugehörigkeit, Vertrauen und die Verarbeitung von Verlust entstehen.Leider bleibt die Umsetzung für meinen Geschmack deutlich hinter diesem Potenzial zurück.Was mich besonders gestört hat, ist die Art, wie Hailies Brüder mit ihr umgehen.Dieses Mädchen hat gerade zwei der wichtigsten Menschen ihres Lebens verloren. Sie muss ihre Heimat verlassen, in ein fremdes Land ziehen und sich mit fünf Männern arrangieren, die sie überhaupt nicht kennt.Und was bekommt sie? Vorschriften, Kontrolle und jede Menge Geheimniskrämerei.Vor allem Vincent empfand ich als ausgesprochen anstrengend. Seine autoritäre Haltung wird immer wieder mit seinem Bedürfnis begründet, Hailie beschützen zu wollen.AberKontrolle ist nicht automatisch Fürsorge, und Besitzdenken ist noch lange kein Ausdruck von Liebe.Natürlich dürfen literarische Figuren problematisch sein. Gerade widersprüchliche Charaktere können eine Geschichte interessant machen. Hier hätte ich mir allerdings eine differenziertere Auseinandersetzung mit ihrem Verhalten gewünscht.Die Brüder wirken stellenweise eher wie unterschiedliche Varianten desselben übermächtigen Beschützertyps. Ihre individuellen Persönlichkeiten bleiben mir zunächst zu oberflächlich.Auch Hailie konnte mich nicht immer überzeugen.Ihre Unsicherheit, ihre Trauer und ihr Wunsch nach Zugehörigkeit sind absolut nachvollziehbar. Allerdings verhält sie sich gelegentlich ausgesprochen naiv und trifft Entscheidungen, bei denen ich mich gefragt habe, ob die Autorin damit nicht vor allem neue Konflikte erzeugen möchte.Besonders schade finde ich, dass ihre Trauer über den Verlust ihrer Mutter und Großmutter für meinen Geschmack zu wenig psychologische Tiefe erhält.Stattdessen konzentriert sich die Geschichte zunehmend auf das luxuriöse Leben der Monets, die strengen Familienregeln und ihre geheimnisvollen Aktivitäten.Warum nur C?Mein größtes Problem ist die Erzählstruktur.Über weite Strecken besteht die Handlung aus Hailies Versuchen, sich ihrem neuen Alltag anzupassen, aus Konflikten mit ihren Brüdern und aus immer neuen Andeutungen über deren Geheimnisse.Das erzeugt durchaus Neugier. Aber irgendwann reicht es mir nicht mehr, ständig nur zu erfahren, dass etwas verborgen wird.Ein Geheimnis allein ist noch keine spannende Handlung.Ich hätte mir gewünscht, dass bereits im ersten Band mehr Zusammenhänge erkennbar werden und die Figuren eine stärkere Entwicklung durchlaufen.Hinzu kommt, dass die Geschichte immer wieder ähnliche Konflikte aufgreift. Hailie möchte etwas tun, ihre Brüder verbieten es ihr, sie widersetzt sich, und anschließend entsteht das nächste Drama.Das nutzt sich mit der Zeit ab.Auch das Verhältnis zwischen Luxus, Macht und familiärer Geborgenheit finde ich nicht immer überzeugend dargestellt. Ein riesiges Haus, teure Kleidung und grenzenloser Reichtum können schließlich keine emotionale Sicherheit ersetzen.Gerade daraus hätte sich eine interessante gesellschaftliche und psychologische Ebene entwickeln können.Was mir allerdings gefallen hat, ist der angenehm zugängliche Schreibstil. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen, und die geheimnisvolle Atmosphäre funktioniert zumindest stellenweise.Auch die unterschiedlichen Beziehungen zwischen Hailie und ihren Brüdern bieten durchaus interessante Ansätze.Man möchte wissen, was diese Familie verbirgt. Nur hätte ich mir gewünscht, dass der Weg zu diesen Enthüllungen abwechslungsreicher und glaubwürdiger gestaltet wird.Mein Fazit"The Monet Family - Shine Bright Like a Treasure" ist ein unterhaltsamer, aber für mich nur durchschnittlicher Reihenauftakt.Weronika Anna Marczak besitzt eine interessante Grundidee und versteht es, mit Geheimnissen und familiären Konflikten Neugier zu erzeugen.Allerdings bleiben mir die Charaktere zu schematisch, die Handlung stellenweise zu langatmig und die psychologischen Zusammenhänge zu wenig ausgearbeitet.Besonders kritisch sehe ich die ständige Kontrolle, die Hailies Brüder über sie ausüben und die häufig unter dem Deckmantel familiärer Fürsorge steht.Ich hätte mir weniger demonstrativen Reichtum, weniger künstliche Geheimniskrämerei und dafür mehr glaubwürdige zwischenmenschliche Entwicklung gewünscht.Das Buch ist keineswegs unlesbar. Es bietet Unterhaltung und macht durchaus neugierig auf die Fortsetzungen.Aber für mich reicht das nicht aus, um aus einer interessanten Ausgangsidee einen wirklich überzeugenden Roman zu machen.Wer dramatische Familiengeschichten, luxuriöse Schauplätze und geheimnisvolle Charaktere liebt, dürfte hier mehr Freude haben als ich.Eine nette Unterhaltung mit einer spannenden Grundidee, die für mich jedoch viel zu wenig aus ihren Möglichkeiten macht.¿Bewertung: ¿¿¿¿¿ | C