Ein deutlich stimmigerer zweiter Band, der mich emotional erreicht ¿ bis ein altbekanntes Fantasy-Motiv den Zauber etwas schmälert.
Bereits der zweite Band fühlt sich deutlich stimmiger an als sein Vorgänger. Die Geschichte nimmt sich weiterhin Zeit für ihre Figuren, schafft es diesmal aber wesentlich besser, mich emotional mitzunehmen. Besonders die ruhige und glaubwürdige Entwicklung der Beziehung zwischen Tsukina und Sir Soeil hat mir sehr gefallen. Gerade die vielen kleinen Momente des gemeinsamen Alltags verleihen den beiden eine natürliche Dynamik und machen ihre Gefühle füreinander nachvollziehbar.Auch einige Figuren gewinnen in diesem Band an Tiefe. Entscheidungen und Beweggründe werden verständlicher, ohne dass problematisches Verhalten einfach entschuldigt wird. Dadurch wirken die Charaktere insgesamt viel menschlicher.Bis kurz vor Schluss hatte ich sogar das Gefühl, dass die Geschichte genau den Ton gefunden hat, der sie für mich besonders macht: ruhig, herzlich und mit einem klaren Fokus auf ihre Figuren. Umso mehr hat mich die Einführung eines altbekannten Fantasy-Motivs etwas enttäuscht. Gerade weil sich die Reihe zuvor angenehm von typischen Genre-Konventionen abgehoben hatte, wirkte dieser Schritt auf mich wenig originell und nahm dem gelungenen Abschluss ein Stück seines Zaubers.Trotz dieser Kritik ist Band 2 für mich eine klare Steigerung gegenüber dem ersten Band und macht neugierig darauf, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird.