Mystische Bedrohungen, loyale Konflikte und ein intensiver Cliffhanger treiben die Geschichte konsequent auf den finalen Band zu.
Royals of Nightfall - Dämonenfluch von Julia Kuhn ist der zweite Band der Royals of Nightfall-Trilogie und setzt unmittelbar an den Ereignissen des Auftakts an. Die Lektüre des ersten Bandes ist zwingend erforderlich, da zentrale Konflikte, Beziehungen und der vorausgehende Cliffhanger konsequent weitergeführt und vertieft werden.Im Zentrum steht erneut Prinzessin Leonora, deren öffentliche Rolle als beliebte royale Stilikone in starkem Kontrast zu den dunklen, magischen Bedrohungen steht, die das britische Königreich heimsuchen. Ein fehlgeschlagenes Geisterbeschwörungsritual, verschwundene Raben und mehrere uralte Flüche verdichten sich zu einem Szenario, das Mythologie, urbane Dark Fantasy und royale Machtstrukturen miteinander verbindet. Das Londoner Setting, insbesondere die ikonischen Orte rund um Buckingham Palace und Tower, wird atmosphärisch dicht inszeniert und trägt wesentlich zur düsteren Grundstimmung bei.Der Roman überzeugt durch eine gesteigerte narrative Komplexität gegenüber dem ersten Band. Die Handlung ist stärker getrieben, die Bedrohung konkreter und die emotionale Fallhöhe deutlich erhöht. Leonora erweist sich erneut als selbstbestimmte, handlungsfähige Protagonistin, deren innere Konflikte zwischen Pflicht, persönlicher Verantwortung und verbotenen Gefühlen glaubwürdig ausgearbeitet sind. Auch die Beziehung zu ihrem Bodyguard Logan Scott gewinnt an Tiefe: Die Romance bleibt bewusst zurückhaltend, entwickelt sich langsam und schmerzhaft und ist eng mit Loyalitätsfragen und moralischen Dilemmata verknüpft.Besonders hervorzuheben ist die atmosphärische Gestaltung der magischen Elemente. Flüche, Rituale und übernatürliche Bedrohungen sind nicht bloße Kulisse, sondern strukturieren den Handlungsverlauf und erzeugen eine konstante Spannung. Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und leicht zugänglich, was den Lesefluss begünstigt und ein starkes Kopfkino entstehen lässt. Vereinzelt wirkt der Tonfall trotz erwachsener Figuren etwas jugendlich, was die Ernsthaftigkeit einzelner Szenen mindert, jedoch den Gesamteindruck nicht nachhaltig beeinträchtigt.Das Finale setzt erneut auf emotionale Zuspitzung und offene Fragen. Der zweite Band endet mit einem deutlichen Spannungsmoment, der gezielt auf den Abschluss der Trilogie verweist und Erwartungen an eine konsequente Auflösung der aufgebauten Konflikte formuliert.Insgesamt ist Dämonenfluch eine gelungene, stellenweise sogar stärkere Fortsetzung, die Dark Fantasy, royale Inszenierung und emotionale Entwicklung überzeugend verbindet. Für Leser*innen, die Band eins schätzten, stellt dieser Teil eine lohnende und fesselnde Weiterführung dar.