Das Konzept der "Liebe auf den ersten Blick" hat mich nicht packen können, auch gab es sehr viele unpassende Sm*t-Scenes.
"Scott smiled. He looked up at Kip, and he knew. He knew for sure. Scott Hunter was in love."Nach dem absoluten Highlight der Serie "Heated Rivalry" war es auch für mich an der Zeit, die zugrundeliegende Buchreihe zu lesen. Scott und Kip aus "Game Changer", dem ersten Band, tauchen als einziges weiteres Paar der gesamten Reihe bereits für eine Folge in der Serie auf und sorgen dafür, dass sich die Zukunft für Ilya und Shane auf positive Art und Weise ändert - beziehungsweise erst möglich gemacht wird. Ein "Game Changer" halt.Scott und Kip haben mich leider bereits in der Serie nicht richtig packen können und ich weiß leider nicht genau, warum. Vielleicht liegt es daran, dass neben der Liebesgeschichte von Ilya und Shane einfach alles verblasst. Vielleicht daran, weil sie nur eine Folge bekommen haben, in die ihre gesamte Geschichte gepackt wurde. Vielleicht, weil es den Trope "Liebe auf den ersten Blick" beinhaltet. So oder so bin ich leider nicht richtig warm geworden und wollte somit ihrer Geschichte in gesamter Länge als Buchform nochmal eine Chance geben. Die Buchvorlage führt auf jeden Fall Beweggründe und Gedanken nochmal viel weiter aus als die 50min Folge. Ist ja auch logisch. Hier muss man trotzdem nochmal props an die Serienumsetzung geben, denn teilweise wurden Dialoge 1:1 aus dem Buch übernommen. Davon bin ich immer großer Fan! Scott und Kip verlieben sich wie bereits gesagt eigentlich direkt beim ersten Treffen und es könnte alles so schön und perfekt sein, wenn Scott sein Coming Out schon gehabt hätte. So aber, gerade in der großen Liga von NHL, die ihm erst eine Zukunft und Hoffnung ermöglicht hat, traut er sich nicht, als schwul an die Öffentlichkeit zu gehen - was natürlich nach sich zieht, dass auch Kip sich bedeckt halten und die Beziehung ein Geheimnis bleiben muss.Ich mochte das Grundproblem tatsächlich ganz gern, weil es meiner Einschätzung nach absolut realistisch ist. Sowohl Kips als auch Scotts Streitargumente sind komplett nachvollziehbar und es ist ein echtes Dilemma, vor dem die beiden da stehen. Die Autorin schafft es hier sehr gut, die Fokusanteile von "Alles ist gut" zu "Wir haben ein Problem und entfremden uns" zu "Wir bekommen das gemeinsam gelöst, indem sich jeder für sich weiterentwickelt" passend zu verteilen. Kein Part hat sich eingeschränkt oder zu gestreckt angefühlt. Die Emotionen kamen durchweg bei mir als Leserin an und ich mochte die gefühlvolle Männlichkeit, die Rachel Reid in der gesamten Reihe so wunderbar porträtiert.Kommen wir nun zum großen Aber, weshalb ich trotzdem nur 3,5/5 Sterne vergebe: Ich mochte die Beziehung der beiden, aber mehr leider auch nicht. Ja, sie sind süß zusammen, aber dieser "Liebe auf den ersten Blick"-Trope ist wie bereits gesagt leider nicht meins. Es ist mir zu viel zu früh. Auch die ganzen damit einhergehenden Sm*t-Szenen haben einfach Überhand genommen. Ich bin normalerweise großer Fan von spicy Scenes, die können teils gar nicht lang und oft genug sein, aber da ich die Beziehung der beiden einfach nicht gefühlt habe, gerade am Anfang, hat es sich für mich einfach unpassend angefühlt. Dazu kommt, dass gerade in der ersten Hälfte spannungstechnisch einfach nichts passiert und die Charaktere für mich auch wenig Tiefe hatten. Ich habe das Buch oft beiseite gelegt, weil ich mich fast gelangweilt habe. Die zweite Hälfte war wesentlich besser, da habe ich die Emotionen der beiden zueinander auch mehr nachempfinden können und konnte das Buch schließlich fast in einem Rutsch weglesen."Game Changer" ist ein nettes Buch für Zwischendurch, was mich jedoch leider nicht packen konnte. Ich vergebe 3,5/5 Sterne.