Der ehemalige MI5-Chef Whelan erhält den Auftrag, eine verschwundene Mitarbeiterin des Premierministers ausfindig zu machen. Im Zuge der Ermittlungen trifft er unweigerlich auf seine frühere Rivalin und Erzfeindin Diana Taverner. Auch die Spuren führen bald nach Slough House, zu Jackson Lamb und seiner berüchtigten Abteilung.
Bad Actors ist der achte Band der Reihe um die sogenannten Slow Horses eine Gruppe mehr oder weniger ausrangierter Geheimdienstmitarbeiter, die aufgrund früherer Verfehlungen ins Abseits geraten sind. Unter der Leitung von Jackson Lamb, einem Vorgesetzten, der kaum als Vorbild an Empathie gelten kann, dafür jedoch über ein ausgeprägtes Gespür für Intrigen und politische Machtspiele verfügt, geraten die Ermittlungen immer wieder in komplexe und gefährliche Bahnen.
Ich selbst habe die Reihe erst durch die Serienadaption bei Apple+ kennengelernt. Beim Lesen Gary Oldman in der Rolle des Jackson Lamb vor Augen zu haben, hat den Einstieg in die Romanwelt spürbar erleichtert. Die Handlung gleicht einem fortwährenden verbalen Schlagabtausch in alle Richtungen, geprägt von schwarzem Humor, scharfem Sarkasmus und einem dichten Geflecht aus politischen und persönlichen Intrigen. Gerade für Neueinsteiger ist dies durchaus anspruchsvoll und erfordert Aufmerksamkeit, da das Verständnis nicht immer leichtfällt.
Doch genau darin liegt die besondere Stärke der Reihe: Jedes Wort scheint präzise gesetzt, jede Dialogzeile sitzt wie maßgeschneidert. Nicht selten fragt man sich beim Lesen, wie es den Slow Horses bislang überhaupt gelungen ist, unbeschadet durchs Leben zu kommen. Bad Actors ist anspruchsvoll, pointiert und zugleich ein literarischer Genuss.