Skulduggery Pleasant ist meine Lieblingsbuchreihe, und ich hätte jedes Buch bisher mit 5 Sternen bewertet. Dieser neueste Band ist für mich allerdings ein grober Schnitzer.
Der Klappentext ist bereits irreführend, da es um die Feier auf der Insel nur im letzten Viertel des Buchs geht, spezifisch findet auch kein großer Aufbau der sie einleitet statt. Größtenteils ist es wieder eine Schnitzeljagd um den Mörder aufzuhalten.
Die Handlung plätschert derweil so vor sich hin, allerdings findet keine wirklich bedeutsame Entwicklung für entweder Charaktere oder die Welt statt. Infos hierzu fühlen sich einfach wie Filler an. Skulduggery ist hier ein reiner Nebencharakter ohne eigene Storyline. Einzige Ausnahme ist Winter, deren Charakter damit allerdings kein Gefallen getan wird und deren Story ich persönlich wirklich ablehne. Viel künstlich erzwungener Konflikt meiner Meinung nach.
Walküre verhält sich auffällig anders in diesem Buch, sie verliert oft, und zwar in Situationen wo sie zumindest länger durchhalten bzw. fähiger hätte agieren müssen. Ich dachte die ganze Zeit, sie wird aktiv beeinträchtigt und dass es als Handlungspunkt relevant wird, aber zumindest in diesem Buch wird es nichtmal kommentiert, sodass es einfach wirkt als wäre sie generft worden damit der Plot funktioniert.
Gegen Ende der Handlung geschehen schlagartig einige Dinge, die eigentlich sehr extreme Implikationen haben müssten, von denen zwei Drittel allerdings den Eindruck machen, dass man nur den Leser schocken wollte, und dafür ist es komplett verschwendet.
Der letzte Twist hat mich dann völlig rausgehauen, das war im Grunde reine Charakterermordung. Man kann sich schon denken wie das wieder geradegerückt werden wird, aber es wirkt alles inzwischen sehr ausgelutscht, plump und lustlos. Neues ist hier nicht mehr wirklich zu finden, und auch keine Liebe für die Charaktere mehr. Gewisse zurückkehrende Lieblinge werden bspw. auch nicht angemessen eingesetzt, sondern kommen eher im Hintergrund vor und haben mal zwischendurch ein zwei Sätze, die auch ein x-beliebiger anderer Charakter sagen könnte.
Das ist auch nicht überraschend nach inzwischen 24 Büchern, aber dann hätte man sich diese Trilogie vielleicht doch sparen sollen. Bisher wird nämlich eher mit dem Hinterteil eingerissen was man aufgebaut hat, salopp gesagt. Die Podcast-Romanisierungen waren kreativer und frischer.
Das klingt zwar alles sehr negativ, aber das liegt vor allem daran dass ich wirklich enttäuscht bin. Ich werde mir trotzdem auch das nächste Buch kaufen und hoffen dass man zu alter Größe zurückehrt, aber dieses hier hat mich leider nicht beeindruckt.