Mit Between Fading Stars findet die London is Lonely-Reihe von Anna Savas ihren Abschluss und bleibt dabei genau dem treu, was diese Reihe so besonders gemacht hat: leise Töne, große Gefühle und Figuren, die sich echt anfühlen. Dieses Finale gehört Wes, einer Figur, die uns seit Band eins begleitet und deren Geschichte nun endlich ihren eigenen Raum bekommt.
Im Mittelpunkt stehen Wes und Hailey, deren gemeinsame Vergangenheit lange im Schatten liegt. Ihr Wiedersehen im Verlag ist von Beginn an von Spannungen, unausgesprochenen Worten und alten Verletzungen geprägt. Gerade dieser Einstieg fiel mir emotional nicht leicht, weil die Distanz zwischen den beiden so deutlich spürbar ist und vieles zunächst im Unklaren bleibt. Doch genau daraus entwickelt sich nach und nach eine intensive Dynamik, die stark von Gefühlen, Erinnerungen und kleinen Annäherungen getragen wird. Es ist keine laute Geschichte, sondern eine, die sich langsam entfaltet und viel zwischen den Zeilen erzählt.
Besonders berührt hat mich Haileys Perspektive als Autorin. Die Einblicke in ihre Gedankenwelt, ihre Zweifel und Ängste wirken sehr persönlich und verleihen der Geschichte eine zusätzliche Tiefe. Man spürt, wie sehr Schreiben hier nicht nur Beruf, sondern Identität ist. Wes wiederum zeigt sich in diesem Band von einer verletzlicheren Seite. Seine Entwicklung über alle drei Teile hinweg findet hier einen runden Abschluss, der sich ehrlich und verdient anfühlt. Auch wenn mir persönlich nicht jede Entscheidung der Figuren vollkommen eingeleuchtet hat, war ihre emotionale Reise jederzeit nachvollziehbar.
Der Fokus liegt klar auf der Gefühlsebene. Handlung im klassischen Sinne tritt oft in den Hintergrund, was stellenweise fordernd sein kann, wenn man sich mehr äußere Bewegung wünscht. Doch je weiter man liest, desto besser greifen Emotion und Fortschritt ineinander. Die Rückblicke und Andeutungen fügen sich nach und nach zu einem Gesamtbild, das zeigt, dass beide Figuren erst wachsen mussten, um sich selbst und einander wirklich begegnen zu können.
Fazit:Between Fading Stars ist ein sehr emotionales, intensives Finale, das die London is Lonely-Reihe stimmig abschließt. Anna Savas bleibt ihrem Stil treu und erzählt eine Second-Chance-Geschichte, die weh tut, Hoffnung schenkt und lange nachhallt. Nicht jeder Moment war für mich perfekt, doch das Gesamtbild überzeugt durch Ehrlichkeit, Tiefe und eine klare Botschaft: Manchmal braucht es Zeit, um genau dort anzukommen, wo man immer hingehört hat. Ein würdiger Abschluss einer besonderen Reihe.