Der ehemalige Fußballstar und Milliardär Jesús Martínez wird tot in seiner Kryosauna aufgefunden. Was zunächst wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich schnell als Mord. Gleichzeitig taucht im Internet der Slogan "Tötet die Reichen" auf und weitere wohlhabende Menschen geraten ins Visier.
Die Ausgangsidee hat mir gut gefallen. Die Welt der Superreichen, die Frage nach dem Einfluss von Geld und die gesellschaftlichen Gegensätze bieten genug Stoff für einen interessanten Thriller. Auch die ungewöhnlichen Ermittler Colomba und Dante sind eine gute Kombination. Vor allem Dante ist eine interessante Figur, die mit seiner Paranoia und seinen ungewöhnlichen Methoden etwas aus dem üblichen Ermittler-Rahmen fällt.
Gut gefallen hat mir außerdem, dass der Roman neben dem eigentlichen Fall einige interessante gesellschaftliche und technische Aspekte aufgreift. Man bekommt Einblicke in eine Welt, die einem normalerweise eher verborgen bleibt, und es gibt einiges, über das man auch nach der Lektüre noch nachdenken kann. Die Kritik an der zunehmenden Ungleichheit zwischen Arm und Reich fand ich dabei grundsätzlich interessant, auch wenn sie mir stellenweise etwas zu ausführlich erklärt wurde.
Denn genau hier liegt für mich auch das Problem des Buches: Die Geschichte hat viele gute Ansätze, will aber sehr viel gleichzeitig. Es gibt zahlreiche Figuren, Perspektivwechsel, Nebenhandlungen und ausführliche Erklärungen. Dadurch verliert die Handlung zwischendurch deutlich an Tempo. Komplexität stört mich dabei grundsätzlich nicht - im Gegenteil. Ich möchte nur irgendwann das Gefühl haben, dass all diese Teile auch wirklich zu einer guten Geschichte zusammenfinden.
Auch bei den zahlreichen Wendungen war ich nicht immer überzeugt. Einige fand ich gelungen und überraschend, andere wirkten auf mich eher konstruiert. Gerade bei einem so aufwendig aufgebauten Thriller erwarte ich am Ende, dass die einzelnen Fäden überzeugend zusammenlaufen. Das hat für mich nicht immer funktioniert.
Insgesamt bleibt deshalb vor allem der Eindruck einer guten Idee, die nicht ganz so gut umgesetzt wurde, wie sie es verdient hätte. Der Fall, das Ermittlerduo und die Welt der Superreichen hätten für mich durchaus einen richtig starken Thriller ergeben können. Stattdessen verliert sich die Geschichte stellenweise in ihren eigenen Erklärungen und Handlungssträngen.