"Wer bestimmt eigentlich, wem eine Geschichte gehört ? Gehört sie nicht immer der Person, die sie erlebt hat?" ebook Seite 318
Mit diesem Buch hat uns Kristina Moninger einen gelungenen Abschluss ihrer fünfbändigen Reihe geschaffen. In diesem wird die Geschichte von Sue Fisher, alias Josie Blythe, erzählt. Sie ist ein Filmstar im Kindesalter und das hat ihr Heranwachsen so stark beeinflusst, dass sie am Ende nicht mehr wusste, wer sie ist und was von ihr nur von anderen geformt wurde. Während wir in den vorherigen Bänden gelesen haben, wie sie auf ihre Freundinnen wirkte und wie sie über Josie dachten, erleben wir in diesem letzten Band, wie Josie ihre eigene Geschichte erzählen würde.
Josie verschwand vor elf Jahren, aber jetzt kehrt sie zurück und holt sich ihr Leben wieder.
Dieses Buch sollte man nur lesen, wenn man alle vorherigen Bände kennt. Es werden viele lose Enden aufgesammelt und zusammengeführt. Das versteht man nur, wenn man die Geschichte insgesamt kennt.
Im Vergleich zu den anderen Büchern habe ich stets eine gewisse Distanz zu Josie gespürt, während ich in den anderen Bücherin in die Charaktere abgetaucht bin und die Geschichte durch ihre Augen erlebt habe, hatte ich bei diesem Buch stets das Gefühl, Josie nur zu beobachten. Auch wenn das Buch wie zuvor aus der Ich-Perspektive geschrieben ist.
Josie ist ein zerissener Charakter, denn sie fühlt sich verloren und sucht nicht nur nach einem Ort, der ihr Zuhause sein kann, sondern sie sucht auch sich selbst. Die Josie, die sie wäre, wenn nicht andere ihr erzählt hätten, wie ihre Geschichte zu heißen hat. Diesen Konflikt hat die Autorin sehr gut dargestellt. Mir hat gefallen, wie authentisch sie Josies Gefühlschaos beschrieben hat und welche Probleme u Zweifel Josie mit sich trägt.
Es werden viele kritische Themen angesprochen ohne diese zu beschönigen. Es gibt nicht immer ein Happy End. Die Motive der Charaktere aus Josies Umfeld werden näher beleuchtet, so treffen wir auch auf Josies Mutter. Ich fand diese Begegnungen von Josie und ihrer Vergangenheit sehr spannend und ich bin insgesamt durch das Buch geflogen.
Josies Liebe zu Andrea ist immer wieder Thema, aber Josies persönliche Entwicklung steht im Vordergrund des Buches. Ich finde hier hat sich die Autorin besonders Mühe mit einer "nicht beschönigten" Version gegeben, denn die Liebe zwischen den beiden hat Ecken u Kanten. Es ist nicht alles perfekt und das lässt diese Verbindung umso stärker wirken.
Ich finde es ist ein sehr gelungener Abschluss. Insbesondere diese realitätsnahe Darstellung, dass nicht alles am Ende idealisiert wurde, hat mir sehr gefallen. Für mich war das aufsammeln der losen Enden manchmal etwas zu gestückelt. Wie viele Puzzleteile, dabei habe ich manchmal nicht die richtige Stelle im Puzzle gefunden, wo das Teil hingehört. Aber das Buch ist einfach genial, wie diese vier Bände davor in diesen einen letzten einfließen ist absolut fantastisch. Mir hat die Reihe sehr gefallen u ich habe fest vor, sie noch einmal zu lesen u so das Puzzle insgesamt nochmal zusammenzulegen. Damit ich das Gesamtbild nochmal vor mir sehe.