Tatort Trelleborg von Mattias Edvardsson ist ein gelungener Krimi, der von Seite zu Seite mehr Spannung aufbaut und dabei so realistisch daherkommt. Die Ermittler hier sind keine Superschnüffler, die alles wissen, keine Draufgänger, die es mit dem Gesetz selbst nicht ganz so genau nehmen, sondern sympathische Menschen, die auch Fehler machen. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass der Geschichte die besondere Note fehlt, aber im weiteren Verlauf gelingt es dem Autor hier einen wahren Pageturner abzuliefern, den man nicht mehr aus der Hand legen will. Hier werden geschickt so viele Fährten gelegt, so viele Andeutungen gemacht, dass fast schon jede Figur verdächtig ist. Sobald man jemanden für dringend verdächtig hält, rücken wieder andere Figuren in den Fokus. Eine schöne Idee war es für mich auch, dass der Krimi nicht in der Gegenwart angesiedelt ist, sondern zunächst in den späten 80ern und dann in den 90ern. Von den 80ern spürt man allerdings recht wenig, dafür kann man sich in die 90er besser hineinversetzen, weil die Handlung rund um die Fußball-WM 1994 spielt. Nach und nach wird auch mit dem Ermittlerteam warm und Gunni, die Hauptfigur, wird immer sympathischer. Sie ist zunächst noch keine abgebrühte Ermittlerin und rutscht eher zufällig in diese Position. Sie hadert, sie kämpft, sie fühlt sich unwohl und hat dazu mit ihrer schwierigen Vergangenheit zu tun. Einfach sehr menschlich. Der Autor schafft es auch sehr gut, den Ermittlungsdruck und daraus folgend Fehler bei der Ermittlungsarbeit überzeugend zu vermitteln. So ist der Alltag der Ermittler und der Strafverfolgung insgesamt, nicht nur in Schweden, und das macht die Geschichte extrem glaubwürdig. Ein wirklich gelungener Krimi, der zwar etwas braucht, um Fahrt aufzunehmen, der einen dann aber nicht mehr loslässt.