Die Geschichte am Königshof ist wirklich GAR NICHTS so, wie es scheint
Zwei Sätze und ich war sofort wieder in der Geschichte, denn nachdem (Achtung Spoiler) Lark in Band 1 den Contest gewonnen hat, war ja klar, was danach kommt: der Königshof. Und das gleich in voller Pracht, denn dort begegnen ihr nicht nur die Prinzen, der König und ein unverschämt gutaussehender Bodyguard, sondern auch die volle Macht und Gewalt, die dort herrscht.
Ich konnte gar nicht fassen, wie schnell es doch losgeht mit der Geschichte. Da gibt es wirklich keine Verschnaufspause, aber genau das hat mir super gut gefallen.
Lark Optimistin durch und durch?
Wenn man völlig unbeabsichtigt in einen Contest steuert und erst hinterher rausfindet, dass man zum Spielball anderer geworden ist, dann ist man natürlich etwas uninformiert über das, was so passiert. Kein Wunder, oder? Ich fand es auf jeden Fall sehr nachvollziehbar, dass Lark immer wieder geradezu gutgläubig durch die Handlung schreitet. Wohlgemerkt verwende ich hier aber das Wort schreiten, denn dies zeugt von Kontrolle und auch, wenn alles um sie herum sich immer wieder neu formiert und sich Lark so stets an neue Umstände und Erkenntnisse anpassen muss, behält sie doch stets den Kopf oben bzw. einen klaren Kopf. Sie nimmt die Gefahr war, macht sich konkret Gedanken, lässt sich zwar von ihren romantischen Verwicklungen ablenken, aber nie vom Weg abbringen.
Und das Beste an ihr: Sie behält ihre eigene Meinung. Während alle versuchen, sie auf ihre Seite zu ziehen, nimmt sie sich Zeit, um sich ihre eigene Meinung zu bilden und bleibt dann auch bei dieser.
Das nimmt sie auch mit in ihre romantischen Verstrickungen. Denn ja, es gibt immer noch drei Typen, die um ihre Aufmerksamkeit buhlen. Oder vielleicht ist es auch andersherum? Wer weiß das schon so genau wenn immer wieder in Frage gestellt wird, wem man vertrauen kann und wem nicht. Genau das ist es aber, was das Ganze sehr spannend macht und irgendwo auch gar nicht nervig. Ich wurde tatsächlich einfach nur von Larks Emotionen diesen Männern gegenüber mitgerissen und konnte mich letztlich für alle erwärmen. Ihr Bauchgefühl ist einfach sehr gut und so lässt sie sich von keinem Mann für blöd verkaufen. (Anders wäre ich glaube ich übelst genervt und sauer auf die Typen.)
Die Prinzen wenn dunkel und hell verschwimmen
Während in Band 1 vieles noch etwas wirr ist, weil man die beiden so gar nicht einschätzen kann, kommt in diesem Band auch die Bindung und Vergangenheit der Brüder viel mehr zur Geltung. Dadurch lernt man sie und ihre Motive viel besser kennen und lernt sie einzuschätzen. Das Spiel zwischen hell und dunkel ergibt für mich immer nur dann Sinn, wenn ich wirklich zwischen beidem stehe und mich nie ganz entscheiden kann. Wenn ich hin und her gerissen bin und an das Gute in beiden glauben möchte, dann ist das Spiel wirklich ein Spiel und unterhält mich. Genau das ist hier der Fall. Beide Prinzen zeigen in diesem Band Schwächen, sie zeigen Emotionen und sie setzen sich mit Lark auf verschiedenen Ebenen auseinander. So wird die Wahl zwischen beiden zu einer, die immer schwieriger zu treffen wird. Erzählerisch also super gemacht und noch viel besser: Lark hat dennoch eine Tendenz^^
Motive unklar wem kann man trauen?
Der dritte im Bunde ist der Bodyguard Payne, der noch auf einer ganz anderen Ebene ein doppeltes Spiel spielt, gleichzeitig aber auch so viel nahbarer (vermeintlich) Lark gegenüber ist. Anfangs dachte ich: Warum müssen es drei Love Interests sein? Dieser Band hat die Begründung aber geliefert: Weil er den Zugang schafft, der von keiner vagen Tradition getragen wird. Payne und Lark sind quasi auf einem gesellschaftlichen Level. Aber natürlich wäre es zu einfach, dass als finales Argument für ihre Entscheidung auszuwählen. Sonst würde die Geschichte ja keinen Spaß machen:)
Und nicht nur Payne hat mehrere Seiten, auch die andere Schattengeliebte, der König, die Schulleiterin und viele mehr sind jeweils in Hintergrundaktionen verstrickt, die die Geschichte beeinflussen. Ich habe Lark verfolgt und war gebannt von den Entdeckungen, die sie am Hof macht. Dazu dann, wie sie mit ihren Typen klarkommt (und ja, manchmal war es auch ziemlich spicy). Aber ganz am Ende habe ich bei jeder Entdeckung genau wie Lark überlegt: Wer steckt dahinter? Was ist der große Plan? Spoiler: DEN Plan gibt es nicht, dafür sind zu viele Leute beteiligt. Und genau das machte es besonders interessant. Immer wenn ich meinte, ich hätte etwas durchschaut, wurde alles wieder umgeworfen. Es ist einfach klug arrangiert und auch, wenn die Erzählperspektiven ab und zu wechseln, so verraten die Figuren nie zu viel.
Das Setting, die Stimmung, die Fantasy? einfach süchtig machend!
Zuletzt sei noch gesagt, dass ich die düstere Stimmung dieser Geschichte einfach total mag und auch den Spice sehr gut fand. I mean: Das muss eine Autorin erstmal schaffen, dass es mit jedem Typen anders ist^^. Für mich passte der Anteil auch gut zur Geschichte und ich bin gespannt auf alles, was nun in Band 3 kommt.
Weiter bleibt es weiterhin spannend, wie die Magie hier funktioniert. Man lernt hier zwar schon wesentlich mehr darüber als in Band 1, aber es bleiben immer noch Lücken für Lark und uns. Ich denke, das kann noch richtig spannend werden, weil da tatsächlich noch eine große Entwicklung bevorsteht, die vielleicht ALLES umschmeißt? Außerdem an alle, die dieses Buch schon gelesen haben: Wie creepy gut war bitte Larks größte Entdeckung? Jetzt kann ja wirklich nochmal richtig was kommen! Ich bin auf jeden Fall gespannt:)
Fazit:
Eine absolut mitreißende, düstere Fantasy-Geschichte, die viel Spice, aber auch viel Spannung bietet. Durchschaubar ist hier keiner und nichts, aber Lark als Protagonistin nimmt uns galant mit durch die Handlung und passt auf, dass wir einfach nur genießen können. Ich bin sehr gespannt auf Band 3!
Von mir gibt es 5 von 5 Sternen.