Auf der Suche nach Gold und Glück.
Oh Canada....Dieses wunderschöne, riesige Land zwischen Atlantik und Pazifik, ein Sehnsuchtsland seit langer Zeit. In dieser historischen Geschichte lernen wir es Mitte des 19. Jahrhundert kennen. Zur Zeit des Goldrausches in British Columbia. Viele begeben sich auf den beschwerlichen Weg über den Ozean und durch das noch weitgehend unerschlossene Land mit der Hoffnung auf schnellen Reichtum und ein besseres Leben. So auch Vivian und Ross. Jung, verliebt und ziemlich naiv flüchten sie regelrecht aus England Richtung Kanada. Bevor sie überhaupt kanadischen Boden betreten, wird ihnen schmerzlich bewusst, dass es keinen bequemen, direkten Weg nach British Columbia gibt und der schnelle Reichtum längst nicht allen vergönnt ist, der ihnen vorgegaukelt und versprochen wurde.Die knapp 600 seitige Geschichte begleitet nicht nur Vivian und Ross auf ihrem Weg nach und durch Kanada. Es ist auch ein Abstecher in die Welt des Balletts, in die Claims und Goldgräberstädte British Columbias, in die Natur Kanadas und in die Welt der Rennpferde und Jockeys. Die "Züchtigung" und Missbilligung der kanadischen Natives und deren Folgen zieht sich im Charakter von Kinmitu durch die Geschichte, hätte von mir aus aber noch mehr Platz einnehmen können. Mit Vivian und Colleen stehen zwei Frauenfiguren im Vordergrund, die sich in von Männern geprägten Gegenden durchzusetzen vermögen und schlussendlich ihr Glück finden.Dank der vielen Schauplätze, den unterschiedlichen Charaktere und den schönen Naturbeschreibungen las sich das Buch, trotz der beachtlichen Länge, ohne Langeweile. Der Einblick in das Auswandererleben, als es weder Flugzeuge noch Autos gab, war für mich sehr eindrücklich und abenteuerlich. Der Schreibstil ist detailreich, bildhaft und atmosphärisch, er fängt die damalige Zeit sehr schön ein. Eine Geschichte mitten in einem atemberaubenden Land zu einer Zeit, in welcher das Ziel abenteuersuchender Menschen klar vor Augen und dennoch so weit entfernt und enorm beschwerlich war.