[Rezensionsexemplar]
The Road Between Us Yvy Kazi
Wo fange ich am besten an? Eine schwierige Frage, es war eine tolle Reise. Eines von den Büchern, die ewig lange weitergehen könnten, wo du nach den ersten 50 Seiten merkst, dass du jetzt schon Angst vor dem Ende hast, weil es zu schön ist, um zu enden.
Wir begleiten die Protagonisten Clea und Casper, der von Geburt an blind ist, auf einem Roadtrip durch Maine mit vielen Höhen und Tiefen, kleinen süßen Momenten [die ich euch leider nicht spoilern kann, weil das müsst ihr schon selbst herausfinden :-) ] und sehen dabei zu, wie sie sich auf dieser Reise weiterentwickeln.
Der Schreibstil war unglaublich schön. Durch ihn wurde die Atmosphäre perfekt eingefangen, es war einfach traumhaft. Selten habe ich mich so sehr in eine Geschichte hineinfühlen können. Es war, als wäre ich live vor Ort und würde die Gefühle der Protagonisten miterleben.
Clea und Casper waren liebenswerte, starke Protagonisten. Auch wenn sie viele Unsicherheiten hatten und nicht immer alles glatt lief, finde ich es toll, wie sie zusammengehalten haben und sich von nichts aufhalten ließen. Ihre Entwicklung war schön mitzuerleben. Trotz Zweifeln haben sie immer wieder zueinander gefunden und schließlich auch den Mut, für ihre Träume zu kämpfen.
Ab und zu hätte ich beide zwar gerne geschüttelt (weil waruuuum tut ihr das!?), aber die meiste Zeit war alles sehr gut nachvollziehbar.
Anfangs war ich vor allem auf die Kapitel von Casper gespannt, weil ich mir seine Perspektive nicht wirklich vorstellen konnte. Auf jeden Fall wirkt es auf mich so, als ob seine Blindheit sehr gut umgesetzt wurde. Ich bin positiv überrascht, wie gut man etwas beschreiben kann, nur anhand von Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen. Es war auch cool, generell einen kleinen Einblick zu bekommen, wie er mit bestimmten Situationen im Alltag umgeht.
Die Nebencharaktere (Josie, Patrick und Diego) waren für mich ein kleines Highlight an sich. Sie gehören auf jeden Fall zu meinen liebsten Nebencharakteren überhaupt, da sie anstatt einfach nur leere, nervige Figuren zu sein, die ihre Rolle erfüllen und zur passenden Zeit am richtigen Ort sind, auch ihre eigenen Träume haben und generell gut ausgearbeitet sind.
Das Buch hatte einfach so viel, was mir tolle Lesestunden beschert hat. So gab es zwischendurch kleine Tagebucheinträge, die Idee mit den Essenswürdigkeiten war toll, und Cas hat einen Spitznamen für Clea :) .
Das Einzige, was mich anfangs irritiert hat, war, dass sie schon zu Beginn der Geschichte etwas sehr vertraut miteinander waren. Zwischendurch habe ich mich gefragt, wo das Friends beim Friends-to-Lovers ist. Aber da ich noch nicht so viele Bücher mit dem Trope gelesen habe und es ja mehrere Varianten davon gibt, ist das eher mein persönliches Empfinden und weniger Kritik am Buch, es hat mich lediglich etwas verwirrt.
Zusammengefasst ist The Road Between Us ein toller Young-Adult-Roman mit wunderschöner Atmosphäre und Schauplatz. Es geht um Freundschaft, Erwachsenwerden, Zusammenhalt und darum, trotz Ängsten und Zweifeln für seine Träume einzustehen.
Wer noch eine Geschichte für den Sommer sucht: Gebt diesem Buch eine Chance, es lohnt sich.
[5 von 5 Sternen]