Ich habe Heated Rivalry von Rachel Reid als Rezensionsexemplar gelesen, und dieses Buch hat bei mir für sehr gemischte Gefühle gesorgt.
Der Einstieg war für mich leider äußerst schwierig. Die erste Hälfte (ca. 48 %) bestand überwiegend aus sehr expliziten Szenen, während es gleichzeitig an Handlung, Tiefe und vor allem an Kommunikation zwischen den Figuren fehlte. Wichtige Hintergrundinformationen und Nebenhandlungen wurden kaum ausgearbeitet, wodurch viel Potenzial ungenutzt blieb. Mehrfach stand ich kurz davor, das Buch abzubrechen.
Ab etwa der Mitte (ca. Seite 200) verändert sich die Geschichte jedoch deutlich. Der Fokus verschiebt sich: Die expliziten Szenen treten in den Hintergrund, Emotionen und Charakterentwicklung rücken stärker in den Mittelpunkt. Gespräche, innere Konflikte und echte Nähe zwischen den Protagonisten werden greifbar.
Besonders positiv hervorzuheben ist die Darstellung des Drucks im Profisport und die Thematik rund um Homosexualität im Leistungssport. Die Angst vor Ablehnung, das Versteckspiel und die psychische Belastung werden nachvollziehbar und berührend dargestellt.
Im zweiten Teil konnte ich endlich mit den Figuren mitfühlen, ihre Entwicklung miterleben und echte emotionale Momente genießen. Diese Passagen haben das Buch für mich deutlich aufgewertet.
Insgesamt bleibt für mich ein zwiegespaltener Eindruck:
Der Anfang hätte für mich etwa 2 Sterne verdient, während der zweite Teil bei 4 bis 4,5 Sternen liegt. Der starke Wandel kommt jedoch sehr spät, weshalb ich den großen Hype um das Buch nur teilweise nachvollziehen kann.
Mein Fazit: Wer bereit ist, sich durch einen schwachen Einstieg zu kämpfen, wird im weiteren Verlauf mit einer deutlich emotionaleren und stärkeren Geschichte belohnt.
Zum Schluss noch ein persönlicher Hinweis: Ich habe das Buch im Buddy Read gelesen und ohne diese Motivation hätte ich es vermutlich nicht beendet.