Night Jewel sticht optisch direkt ins Auge. Die Covergestaltung ist wirklich gut gelungen! Der rote Edelstein im Diamantschliff wirkt magisch und zugleich umgeben von dem Schwarz auch ein wenig düster. Der Klappentext auf der Rückseite und die Beschreibungen innen wecken die Neugierde auf das Buch.
Es handelt sich bei Night Jewel um den Debütroman der Autorin Eléna Zay. Der Schreibstil hat mir hierbei gut gefallen. Er ließ sich gut und flüssig lesen. Die angedeuteten Plotthemen fand ich von Beginn an sehr spannend. Der Einstieg in die beschriebene Welt braucht ein wenig, sobald man allerdings ein Gefühl für das Magiesystem bekommt, bietet sich wirklich viel Potenzial!
Leider muss ich genau an dieser Stelle meine bisherige Euphorie dröseln Das Potenzial wurde meiner Meinung leider nur angerissen und nicht ansatzweise ausgeschöpft. Für mich blieben die einzelnen Charaktere zu oberflächlich und einige Beziehungen zu blass, um emotional mitgenommen zu werden. Der beschriebene Plot in der Front des Buchs hat Erwartungen in mir erzeugt, die in den Seiten von Band 1 nicht erfüllt wurden. Generell habe ich beim Lesen oft auf einen zündenden Moment gewartet, doch irgendwie ist dieser nicht gekommen. Jade ist ein Charakter, den man grundsätzlich sympathisch findet, allerdings war sie für mich weniger eine aktiv handelnde Person, sondern eher eine Protagonistin, die unbeholfen durch die Welt stolpert. Der Prolog war so cool, dass ich mich richtig auf Henry gefreut habe allerdings war er in der Geschichte selbst dann gefühlt eher ein Nebencharakter, bei dem es mir persönlich eigentlich egal war, ob er denn nun da ist oder nicht. Eine Lovestory konnte ich hier emotional nicht fühlen, zumal auch sehr wenig bis kaum ein Fokus auf einen Romance-Aspekt gelegt wurde. Viele Charaktere sind unsympathisch, und die, die nett wirken, sind nach ein paar Seiten schon wieder verschwunden oder werden von Jade unverständlicher Weise weggeschoben. Schade
Am meisten macht es mich traurig, dass ich wirklich Potenzial in der Magiewelt und dem Plot sehe, allerdings fühlte sich das Buch wie eine langatmige Vorgeschichte an, die man ggf. in einer anderen Art und Weise deutlich kürzer hätte formulieren können. Viele Fragen sind zum Ende gänzlich offen; generell empfinde ich den Aufbau für das Buchfinale irgendwie unrund - ja, es ist endlich etwas Action gekommen, aber während zuvor teilweise eher ausschweifende Erlebnisse stattgefunden haben, war dieser Showdown schon fast etwas gehetzt und für mich dann so auch nicht ganz nachvollziehbar. Es fühlt sich eher so an, als würde mit dem Ende des Buchs die Geschichte jetzt erst eigentlich beginnen, und das lässt einen als Leser schon ein wenig fragend zurück
Aktuell bin ich unentschlossen, ob ich die Reihe weiterlesen möchte. Ich weiß nicht, was man hier an Geschichte erwarten darf, weil der vermeintliche Beschreibungstext zumindest in Band 1 nicht wirklich passend ist und ich aktuell eher enttäuscht von der Storyentwicklung bin. Anderseits bin ich von dem Magiesystem angetan und will so gern daran glauben, dass der Start vielleicht holprig ist, die Geschichte einen jedoch belohnt. Ich bin zwiegespalten und hätte das Debüt gerne nur mit lobenden Worten rezensiert, aber das entspricht nach dem Lesen leider nicht meiner Meinung und meinen Gefühlen Night Jewel ist ein Debütroman mit Potenzial und Schwächen gleichermaßen.