Detective Sergeant DC Smith ist ein etwas unbequemer Polizist, der gern seinen eigenen Weg geht. Aus diesem Grund sähe es der eine oder andere Vorgesetzte gerne, wenn er sich in den Ruhestand verabschieden würde. Doch Smith liebt seinen Job und kann sich nicht vorstellen, seine Zeit künftig mit Angeln oder Golf spielen zu verbringen.
Nach einem internen Ermittlungsverfahren ist er zurück im Dienst und bekommt den Fall eines ertrunkenen Siebzehnjährigen übertragen. Ganz augenscheinlich ein Unfall und Routinefall, den er nur noch abzeichnen muss. Zunächst sehr zu seinem Leidwesen bekommt er den Neuling Christopher Waters an die Seite gestellt. Das ungleiche Paar entdeckt einige Ungereimtheiten und rollt den Fall einmal richtig auf.
Peter Grainger alias Robert Partridge hat seine Bücher zunächst im Selbstverlag veröffentlicht und damit großen Erfolg gehabt. So ist eine ganze Serie um DC Smith entstanden. Die Romane erscheinen mittlerweile auf Englisch im Penguin-Verlag und nun auch auf Deutsch.
Das Cover des Buches ist typisch für den Diogenes-Verlag sehr zurückhaltend und entspricht übrigens auch dem Cover des englischen Originals aus dem Penguin-Verlag. Es stellt eine Flusslandschaft dar und passt deshalb zu der Handlung um einen ertrunkenen Schwimmer und einen Kanufahrer. Das Cover des Selbstverlags, ein schwarz-weiß-Bild eines Kanufahrers, hat mir allerdings noch besser gefallen.
Wer einen reißenden Actionthriller erwartet, ist hier fehl am Platz. Das Buch lebt von etwas Ironie, der Darstellung der unterschiedlichen Charaktere und ruhiger Polizeiarbeit. Mir hat genau dieser Aspekt des Buches sehr gut gefallen, da ich solche ruhigen Krimis mag.
Ein Großteil des Buches befasst sich mit den Ermittlungen, einige Szenen geben jedoch auch Einblick in vor allem Smiths Vergangenheit. Die Charaktere sind gut dargestellt, so dass man die beiden Protagonisten bald ins Herz schließt und Smiths Handlungen überwiegend sehr gut nachvollziehen kann.
Einige Entscheidungen Smiths, zum Beispiel bestimmte Sachverhalte nicht mit Kollegen zu teilen, obwohl er ihnen eigentlich vertraut, konnte ich allerdings nicht nachvollziehen. Der Grund liegt offensichtlich in der internen Politik, die auch bei der Polizeiarbeit nicht zu vernachlässigen ist, sowie an Smiths unkonventioneller Arbeitsweise. Darüber hinaus hat mich eine wichtige Schlüsselszene am Ende des Buches nicht so wirklich überzeugen können.
Insgesamt ein nettes Buch, das mich gut unterhalten hat und das ich schnell durchgelesen habe. Für mich war es eine sehr unterhaltsame Sommerlektüre. Ich kann mir vorstellen, noch das eine oder andere weitere Buch von Peter Grainger zu lesen.