Adalbert Stifter, geboren 1805 in Oberplan (Böhmen) und verstorben 1868 in Linz, war ein Meister der Entschleunigung und der präzisen Naturbeschreibung. Ursprünglich als Maler ausgebildet, übertrug er die visuelle Detailtiefe in seine Prosa. Sein literarisches Credo vom sanften Gesetz , das das Kleine und Unscheinbare über das Gewaltige stellt, prägte sein gesamtes Schaffen. Stifters Texte sind von einer tiefen Sehnsucht nach Ordnung und sittlicher Reinheit durchzogen, während in seinem Privatleben oft Melancholie und gesundheitliche Krisen herrschten. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Stilisten der deutschen Sprache, dessen Werk von Grössen wie Nietzsche und Thomas Mann hochverehrt wurde.