Ein spannender Krimi über Geheimnisse, Traditionen und das, was hinter dem Offensichtlichen verborgen liegt. Und Kostas überrascht!
Kostas und Sofia - oder, wie er sie nennt, Tausendschön - sind inzwischen aus meiner Sicht zu einem richtigen Team geworden. Umso schöner war es, die beiden wieder bei ihren Ermittlungen zu begleiten.Nach dem Ende von Band 2 ist zunächst noch unklar, wie es für Sofia und Carl weiterging. Einige dieser Fragen klären sich erst im Verlauf des neuen Romans und hätten für die Beteiligten beinahe tödliche Konsequenzen gehabt.Für mich stellt sich in diesem Buch vor allem die Frage, wie oft wir glauben zu wissen, was die Lösung ist, nur um dann überrascht zu werden von dem, was hinter dem Offensichtlichen verborgen lag. Genau das ist auch hier wieder gelungen. Das eigentliche Motiv hat mich zutiefst erschüttert und berührt.Gleichzeitig greift die Geschichte eine Frage auf, die weit über den eigentlichen Kriminalfall hinausgeht: Was passiert mit Traditionen, wenn sich die Zeiten verändern? Das Essen von Singvögeln war ursprünglich einmal ein Essen armer Menschen und damit Teil einer Tradition, ist inzwischen jedoch aus guten Gründen verboten. Trotzdem wird diese Tradition heimlich fortgeführt, weil manche Menschen der Meinung sind, sie gehöre zu ihrem Kulturgut.Wer ist hier im Recht? Ist diese Frage wirklich so einfach zu beantworten? Ich finde nicht.Gerade diese Einblicke in Traditionen und die Kultur eines Landes, die bis heute nachwirken, haben mir wieder gut gefallen. Der Kriminalfall wird dadurch für mich um eine weitere Ebene ergänzt, bei der man auch über die eigenen Vorstellungen von Tradition, Recht und Veränderung nachdenken kann.Und dann gibt es da noch Kostas, der sich überraschend selbst noch einmal eine Chance gibt. Mehr verrate ich dazu natürlich nicht - nur so viel: Ich habe mich sehr für ihn gefreut.Nun bleibt mir eigentlich nur noch, sehnsüchtig darauf zu warten, wie diese Reihe weitergeht.