Ein Roman, der nachhallt, der neugierig macht auf diese Insel, die weit mehr zu bieten hat als kulinarische Genüsse.
Ein Krimi und doch wieder nicht. Aus meiner Sicht ist es ein Buch über Zypern, die Geschichte dieses Landes, das nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell geteilt ist, und das eine tiefe Geschichte hat, die bis in die Gegenwart und die Menschen, die in ihr leben, hineinwirkt. Der Autor schafft es auf sehr eindrückliche Weise, die Geschichte Zyperns uns Lesern nahezubringen, ohne uns mit Details oder Ähnlichem zu langweilen - ganz im Gegenteil. Für mich macht er die Geschichte dieses Landes hautnah erlebbar, durch Erzählungen von Figuren aus dem Roman, welche Auswirkungen die Widerstandskämpfe, die Invasion der Türken und die Zeit der britischen Besatzung auf sie hatten.Es ist der Auftakt einer Krimireihe, in der die junge Sofia Perikles anfangs noch an eine Verwechslung glaubt - will sie doch im Innenministerium arbeiten - und stattdessen in einem Kaff am Rande Zyperns, kurz vor der Grenze, landet. Besonders beeindruckt hat mich die Entwicklung der Figur Sofia Perikles, von der partywütigen Elitestudentin hin zur ernsthaften zypriotischen Polizistin auf dem Lande. Ihr neuer Vorgesetzter ist auf den ersten Blick unsympathisch, lässt jedoch durchschimmern, dass da noch etwas anderes ist.Eine spannende Geschichte, die sich Täter und Motiv bis zuletzt aufspart, überragend erzählt - die Charaktere, seien es Sofia Perikles, Kostas, Lady Gladstone oder die Familie rund um das Kafenion, wachsen einem ans Herz. Die detaillierten Beschreibungen der Kulinarik sorgen für Hunger: Als großer Fan von Halloumi bekam ich bei den vielen Kombinationen mit diesem leckeren Käse - ob mit Wassermelone oder den gegrillten Souvlakispießen - beim Lesen ständig Hunger. Gerne mehr davon.