Süße RomCom, mit ein paar nervigen Schwächen
Boyfriend MaterialLuc ist der Sohn eines C-Promis, der sein 'großes Comeback' startet. Obwohl sein Vater ihn mit im Alter von 3 Jahren verlassen hat, wird Luc immer wieder Opfer von Paparazzi und negativen Artikeln in Zeitschriften. Als diese Artikel seinen Job gefährden, will er mit einer perfekten Fake-Beziehung alles wieder gerade biegen. Lange fühlt sich diese Fake-Beziehung aber gar nicht so gefälscht an und Gefühle kommen ins Spiel.Ich würde Boyfriend Material als eine süße Geschichte für zwischendurch bezeichnen - auch wenn mehr als 500 Seiten doch recht viel sind. Tatsächlich hatte ich die Sorge, dass es zu dick für diese Geschichte ist, die man am Buchrücken kurz erfährt, tatsächlich konnte es aber den größten Teil gut füllen. Lediglich die letzten Kapitel hätte es sich (für mich) sparen können.Ich empfand das Lesen als sehr angenehm, da der Schreibstil sich sehr leicht und locker lesen lässt. Der Humor war bei mir so eine 50/50-Sache, hat sich aber gut in die Situationen und dem Text eingefügt.Die Charaktere sind für mich (leider) auch eine 50/50-Sache. Manche Entscheidungen/Reaktionen von Luc empfand ich immer wieder als anstrengend, allerdings erkennt man dadurch auch, wie er in dieser "Fake-Beziehung" wächst, weshalb ich darüber hinwegsehen kann. Mein Problem waren daher eher die Nebencharaktere. Lucs Kollegen werden im Grunde größtenteils als völlig hirnverbrannt dargestellt, was zu Situationen führt, die wohl lustig sein sollen, ich aber eher als ziemlich nervig empfunden habe, mit der Frage warum das so sein musste.Lucs Freunde sind an sich alle einzigartig und fühlen sich trotzdem sehr anstrengend auf Dauer an. Ich war froh, dass sie keine große Rolle gespielt haben.Olivers Familie wird zu einem Großteil als toxisch dargestellt, was irgendwie schade ist - aber ich schätze, man wollte eben auch, dass Oliver so sein Päckchen mit sich zu tragen hat. Seine Freunde sind angenehmer zu lesen.Allgemein fühlt es sich manchmal nach too much an, wenn andere Charaktere eingebracht werden. Es war für mich anstrengend zu lesen und ich war immer froh, wenn man sich vorwiegend auf Luc und Oliver konzentriert hat.