Enthält Spoiler zur Geschichte Dieses Buch hat bei mir vor allem eines hinterlassen: ein Gefühl von Unausgeglichenheit. Travis mochte ich sehr, er wirkt offen, fühlend, jemand, der Nähe sucht und auch geben kann. Jacob hingegen blieb für mich problematisch. Die Beziehung der beiden fühlte sich über weite Strecken an, als würde sie fast ausschließlich aus Sex bestehen. Travis wollte mehr: Tiefe, Verbindlichkeit, ein echtes Miteinander. Jacob blockt all das vehement ab, hält Abstand, kontrolliert, zieht Mauern hoch. Und Travis, geblendet von Verliebtheit, akzeptiert zu lange zu wenig. Besonders stark fand ich den Moment, in dem Travis endlich klar sieht. Nicht mehr durch die rosarote Brille, sondern mit schmerzhaft ehrlicher Erkenntnis. Er schließt innerlich ab, erkennt seinen eigenen Wert und genau hier hätte die Geschichte für mich emotional richtig rund werden können. Doch dann kommt die Kehrtwende: Nach rund acht Monaten Funkstille reicht eine einzige Entschuldigung und das vage Versprechen, sich zu bessern und Travis ist wieder bei Jacob. Das fühlte sich für mich nicht nur unrealistisch an, sondern auch unfair gegenüber der Entwicklung, die Travis gerade erst durchlaufen hatte. Dass Jacob Angst hat, sich zu outen, kann ich verstehen. Diese Angst ist real und verdient Mitgefühl. Doch Travis die Schuld an allem zu geben, ging für mich zu weit, vor allem weil er das immer wieder so sagt und ihn zu Hassen scheint. Bis Travis weltmeister wird und Ganz plötzlich zu ihm zurück will. Jacob bleibt für mich ein kontrollierender, verschlossener Charakter, der nicht wirklich zu Travis passt und dem es an echter Bereitschaft zur Veränderung fehlt