Erste Gedanken: Nachdem ich Bearbind Lyceum Thilda in der Vorschau im Drachenmond Verlag gesehen hatte, erinnerte mich das Cover und der Klappentext direkt an Wednesday was mich direkt neugierig machte, da ich die Serie sehr gerne mag.
Das Cover: Bei der gesamten Aufmachung wurde sich sehr viel Mühe gegeben. Der Farbschnitt ist wirklich schön und auch die Gestaltung im Buch wurde wieder mit viel Liebe gemacht (der Drachenmond Verlag enttäuscht in der Hinsicht wirklich nie). Das Cover passt stimmungstechnisch sehr gut zur Geschichte, nur hätte ich mir einen noch stärkeren Kontrast zwischen Thilda im Vordergrund und der Akademie im Hintergrund gewünscht. Irgendwie scheint sie ein bisschen im Hintergrund zu verschwinden.
Die Handlung: Nachdem Thilda von ihrer Stiefmutter gezwungen wird auf das düstere Bearbind-Lyceum-Internat zu gehen, muss sie alles hinter sich lassen: ihre Freundinnen, ihre Familie und ihre Freiheit. Von nun an sind strenge Benimmregeln, ein strikt durchgetakteter Tagesablauf und Ausgrenzung ihre neue Tagesordnung. Doch als wären all diese Veränderungen nicht schon genug, sind die Schülerinnen ihr alles andere als wohlgesonnen und sie ist tagtäglichem Mobbing ausgesetzt. Bei all den Schikanen wird auch noch ein uralter Dämon an sie gebunden, durch welchen ihr Schutzgeist aktiviert wird, von dem sie bisher gar nichts wusste. Gemeinsam versuchen sie dem Internat mit all seinen Machenschaften auf den Grund zu gehen
Meine Meinung: Annina Safrans Schreibstil ist sehr angenehm und führt angenehm durch die Geschichte. Das Setting und generell die Atmosphäre der Geschichte wurden sehr intensiv beschrieben und vor allem die Feindseligkeit der Schülerinnen der Schule fühlte sich sehr greifbar an. Dennoch muss ich sagen, dass ich die Geschichte so gerne mehr gemocht hätte. Es fiel mir schwer, einen Draht zur Protagonistin Thilda aufzubauen, wodurch sich die gesamte Geschichte sehr distanziert lesen ließ. Auch bei der Handlung hatte ich am Ende auf einen großen Knall gehofft (vor allem bei all den magischen Wesen und Hexen der Schule), doch das Ende kam unglaublich plötzlich und wurde für mich sehr einfach aufgelöst, was ich schade fand. Vorweg ist es auch wichtig zu wissen, dass diese Geschichte wirklich keine Wohlfühlgeschichte ist. Es gibt kaum Zusammenhalt zwischen den Schülerinnen und sie spielen sich gegeneinander aus und Thilda muss wirklich viel aushalten! Dennoch bin ich mir sicher, dass die Geschichte ihre Leser*innen finden wird, nur für mich war sie nicht so ganz das Richtige.
Die Charaktere: Wie bereits erwähnt war Thilda für mich stets eine Armlänge entfernt. Bei all den furchtbaren Dinge, die ihr passieren, hätte ich mir irgendwie mehr Emotionen gewünscht, um bei ihr mitzufühlen, doch diese kamen erst gegen Ende. Dafür mochte ich die Nebencharaktere sehr gerne. Pria, Aiko und Kaitlin haben dem sehr düsteren Internat viel Licht geschenkt und konnten mir im Laufe der Geschichte sehr ans Herz wachsen. Sie waren der beste Beweis, dass an einem grausamen Ort auch Gutes sein kann. Auch den Dschinn und den Schutzgeist mochte ich gerne. Schade fand ich jedoch, dass die wirklich böse Antagonistin den Spitznamen Barbie erhielt, weil sie blond war, sich gerne zurechtmachte und z.B. High Heels trug. Nach dem Barbie-Film von Greta Gerwig hätte ich mir irgendwie gewünscht, dass das Zurechtmachen von blonden Frauen nicht mehr negativ konnotiert wird. Und damit meine ich nicht, dass blonde, geschminkte Frauen nicht auch die Antagonistinnen sein können, aber eine Barbie ist nichts Schlimmes. Drache hätte z.B. ebenfalls als Spitzname funktioniert (weil der war sie auf jeden Fall).
Fazit: Eine düstere Geschichte, die definitiv atmosphärisch erzählt wird.. Ich vergebe hier zwar 3/5 Sternen, aber würde allen empfehlen sich selbst eine Meinung zu bilden, da Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind.