"Es gibt unglaublich viele Eltern, die bei Drogen die Augen ganz fest zukneifen und einfach nicht sehen wollen, was Realität ist. Das gleiche gilt für die Ortsbürgermeister. Beispiel: Da laufen in einem Dorf zwei Sozialhilfeempfänger zwei Kilometer weit bis zur nächsten Tankstelle, um die auszurauben. Sie wollen beide Geld für Heroin und werden erwischt. Der Ortsbürgermeister ist beim Verhör dabei, die Täter gestehen sofort. Zwei Stunden später behauptet der Bürgermeister in einem Gespräch mit mir, seine Gemeinde sei vollkommen clean. Und ich hatte die Wahnsinnsidee, daß er selbst an seine Worte glaubte." (Seite 29) Jacque Berndorf hat diesen Abschnitt höchstwahrscheinlich auf Grund seiner Recherchen als Journalist geschrieben und verarbeitete sein Wissen als Roman-Autor. Er zeigt auf, wie die Realität geschönt wird in der Hoffnung, dass es den Bürgern schon nicht auffällt. Hauptsache nach außen glänzen und einen guten Eindruck machen! Sieht man ja immer wieder, wie es im wirklichen Leben gehandhabt wird.Vielleicht sind die Krimis von Jacques Berndorf deshalb so erfolgreich, weil er solche "Schönfärbereien" bis hin zu "Schwindeleien" in nahezu allen seiner Romanen verarbeitet. Im vorliegenden Krimi geht es um Drogen, in anderen Romanen um Geld und Selbstdarstellung. Er bringt diese Themen so geschickt in den Handlungen unter, dass sich niemand oder auch jeder angesprochen fühlten kann, ohne etwas dagegen sagen zu können. Der Autor lässt offen - was basiert auf Recherche und was ist Phantasie. In diesem Roman stehen zwei junge Menschen im Mittelpunkt der Handlung. Ole und Betty, die nur frei und glücklich sein wollen. In der Scheune von Oles Vater haben sie sich eine Wohnung nach ihren Träumen erschaffen. Doch sie wählten den falschen Weg über den Drogenhandel und ließen sich mit noch falscheren Leuten ein, was sie letztlich mit ihren Leben bezahlten. Dreifach wurden sie ermordet. Zuerst wurden sie "normal" getötet, danach spritzte ihnen der Mörder eine Überdosis Rauschgift und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wurden, ihnen noch die Bude über dem Kopf angezündet, worin sie verbranten. Das war dann auch etwas zuviel, als dass es als Unfall durchgegangen wäre. Ausgerechnet an Weihnachten, als Siggi Baumeister mit seinem Freund Rodenstock das Fest der Feste hinter sich bringen will, klingelt nachts das Telefon. Der kleine Bruder von Ole rief ihn an und meldet ihm den Brand mit Todesfolge. <Am ersten Feiertag kommt von einem Redakteur eine telefonische Anfrage an Siggi zu diesen Toten. "Es ist Weihnachten", flehte er, "machen sie mir mein Spießbürgerliches Leben nicht kaputt!" "Aber es ist ein Fall", sagte ich rachsüchtig. Es handelt sich um einen Doppelmord". (S.28)>Nattürlich riecht Siggi Baumeister dass es eine große Sache wird und steckt seine Nase ganz tief in den Sumpf, was ihm schlecht bekommt. Eine Schlägertruppe spielt ihm übel mit und macht aus seiner Wohnungseinrichtung Kleinholz. Doch das kann ihn nicht mehr aufhalten. Siggi trifft sich mit Freunden von Ole und Betty und langsam formt sich ein Bild. Wo kommen die Drogen her? Auch diese Wege zerrt Siggi Baumeister mit seinem Freund Rodenstock den Blick der Öffentlichkeit. Junge Leute aus guten Familien sind darin verstrickt. Sie konnten der Versuchung des Geldes nicht widerstehen und entpuppen sich als Dealer. Dieses Abrutschen aus einer gut bürgerlichen Familie ins Drogenmilieu zeigt der Autor an mehreren Romanfiguren auf. In der Vorbemerkung zum Roman beschreibt Jacques Berndorf, dass Jugendliche sich darüber beklagten, dass die Eltern nichts über die Drogenszene in der Eifel wüssten und nur labern würden. Dies gab letztendlich den Ausschlag zu diesem Roman Eifel-Schnee. Der Autor hat sich ganz tief in die Materie "Drogen" eingearbeitet und hat einen spannenden Krimi geschrieben, in dem man der Spur des Geldes folgen kann. Natürlich spielen auch in diesem Roman wieder die beiden Fellnasen Momo und Paul tragende Rollen. Sie kommen und gehen wie sie wollen und sorgen zwischen der eigentlichen Handlung immer wieder für entspannte und liebenswerte Momente. Wie wohl jeder weiß, haben die Eifel-Krimis schon einige Jährchen auf dem Buckel. Der Autor ist inzwischen verstorben, doch die Romane haben noch immer ihre Leserschft. Vor mehreren Jahren wurden sie deshalb auch als e-books aufgelegt. So haben diese Eifel-Krimis nach wie vor ihre Fans. .