**** Mein Eindruck ****
Ich habe es sehr genossen, Magie erneut als Teil einer Ausbildung an einem College erleben zu dürfen. Die Aufnahme am Weatherstone bedeutet Paisley alles und macht ihren Einstieg in diese neue Welt besonders greifbar. Vor allem die Unberechenbarkeit ihrer Magie hat mich sofort neugierig gemacht. Das Magiesystem bleibt angenehm zugänglich, wirkt dabei aber keineswegs eintönig. Besonders die Spellcaster nehmen eine spannende Rolle innerhalb der Welt ein und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe.
Auch die Dynamik zwischen Paisley und Logan hat mich gut unterhalten. Eigentlich sollte Paisley seine Macht fürchten, denn sie scheint etwas Dunkles in sich zu tragen. Doch jedes Aufeinandertreffen zeigt, dass zwischen den beiden weit mehr entsteht als Misstrauen. Bevor die Funken fliegen, liefert die Geschichte einige unterhaltsame Enemies-to-Lovers-Momente, die viel Spannung in das Miteinander bringen.
Besonders gelungen fand ich, dass wir ausschließlich Paisleys Perspektive begleiten. Logan bleibt dadurch ein Mysterium und wirkt umso faszinierender. Schnell wird deutlich, dass er mehr über Paisley und die Ereignisse zu wissen scheint, als er preisgibt. Gerade dieses Rätsel hielt meine Neugier bis zum Schluss aufrecht und machte den Verzicht auf einen Perspektivwechsel zu einer wirklich guten Entscheidung.
Ich bin insgesamt sehr flüssig durch die Geschichte gekommen und habe die lineare Erzählweise als angenehm empfunden. Gerade weil auf dem Buchmarkt inzwischen so viele Romantasy-Geschichten mit mehreren Perspektiven erscheinen, fühlte sich dieser Fokus auf eine einzige Erzählerin für mich erfrischend an.
Kleine Kritikpunkte gab es dennoch. Nicht jede Formulierung traf meinen persönlichen Geschmack und besonders im letzten Drittel nahm der Spice deutlich zu. Für mich hätten diese Szenen etwas reduzierter ausfallen dürfen. Paisleys Verlangen konnte ich zwar nachvollziehen, im Zusammenspiel mit den übrigen Ereignissen wirkte es auf mich jedoch stellenweise etwas oberflächlich. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass Paisley im Verlauf der Geschichte etwas mehr Eigeninitiative und innere Stärke entwickelt, statt häufig eher durch die Geschehnisse zu stolpern.
Das Ende ist dafür wunderbar gemein gewählt. Es beantwortet längst nicht alle Fragen rund um Paisley und ihre Vergangenheit und macht sofort Lust auf den zweiten Band, der zum Glück nicht lange auf sich warten lässt.
**** Empfehlung? ****
Für alle, die magische College-Fantasy mit Enemies-to-Lovers-Dynamik, geheimnisvollen Figuren und einer düsteren Atmosphäre mögen. Wer ein zugängliches Magiesystem, eine lineare Erzählweise und ein großes Mysterium schätzt, wird hier bestens unterhalten.