Hohe Erwartungen - tiefer Fall
Vom Klappentext und der Aufmachung des Buches her hat mich die Geschichte total angesprochen.Auch wenn keine super originelle Erzählung versprochen wurde, habe ich daher zumindest mit einem schönen Leseerlebnis gerechnet.Tja, was soll ich sagen?Das erste Kapitel fand ich noch ganz spannend, danach nahm meine Begeisterung exponentiell ab.Leider habe ich dafür gleich mehrere größere Begründungen anzuführen:1. das WorldbuildingDirekt zu Beginn wird man mit vielen Fakten und Gebräuchen der Hexenwelt des Buches konfrontiert, die in mir allerdings teilweise mehr Fragen hinterlassen haben oder sich sehr unkreativ angefühlt haben, wie z.B. die Begründung dafür, dass die Hexenkräfte erst im Alter von 22 erwachen. Möglicherweise wegen Evolution? Okay...Ein viel größerer Punkt jedoch war für mich der Aspekt, dass sich das Buch an manchen Stellen viel mehr wie eine Harry Potter Fan-Fiction anfühlte. Die Art des Colleges mit den Schlafsälen, und Professoren, der Einladungsbrief etc... alles kleine Dinge, die mich jedoch ständig an Hogwarts und das System erinnert haben.2. der SchreibstilLeider ist dieses Buch damit nicht einmal das Erste seiner Art, aber mit dem Schreibstil habe ich ab Kapitel zwei meine Probleme gehabt, was letztendlich auch zum Abbruch des Buches führte.Das Buch klingt wie die Art Geschichte, die man mit fünfzehn auf dem Familiencomputer schreibt.Immer wieder bin ich über Wörter gestolpert, die zum restlichen Stil ( der im übrigen aus Formulierungen wie "Typ-A-Persönlichkeit"-> Tik Tok lässt Grüßen; "der kleine Pisser" oder "diese Penner" bestand) rein gar nicht passen wollten. Diese wirkten, als wäre es der Autorin selbst aufgefallen, wie niedrig das Niveau ihres Schreibens sei, und als hätte sie daraufhin in letzter Sekunde einige Formulierungen durch Synonyme ersetzt.Zudem wirkten die Gespräche zwischen sämtlichen Charakteren total unnatürlich. Ich musste ständig daran denken, dass niemand tatsächlich so eine Unterhaltung führt.3. die Geschichte selbst Außerdem ist mir der Inhalt der Handlung selbst als äußerst schwach erschienen.Besonders die Konstruktion der "Familienfehde" zwischen der Protagonistin und ihrem Love Interest schrie förmlich "diese Geschichte MUSS enemies to lovers¿ sein, denn die Herleitung dieser Fehde kam mir äußerst unnatürlich und gezwungen vor.Nur weil man einen großen Hass aus nachvollziehbaren Gründen hegt, will man doch nicht plötzlich die gesamte Familie um bringen? Mit dem vorausgegangenen Worldbuilding kam es mir jedenfalls nicht so vor, als sei dies Gang und Gebe in dieser Welt.Nun denn.... Schade um das Buch, denn anhand des Klapptextes und des Covers war dieser Reinfall für mich nicht zu erwarten. Immerhin die Marketing Abteilung hat also ganze Arbeit geleistet.