" J. Ringleben hat mit seiner tief grabenden Untersuchung zum " philosophischen Evangelium" exemplarisch zeigen können, wie frühchristliche Verkündigung in der Sprache ihrer Zeit die frohe Botschaft von Jesus dem Christus zum Klingen gebracht hat. Dem Exegeten des Vierten Evangeliums kann R. s gründliche Untersuchung wichtige Erkenntnishilfe leisten. "
Eduard Lohse in
Theologische Rundschau 80
(2015), S. 495-509
In his interpretation of the Fourth Gospel, Joachim Ringleben focuses on the relationship between the Logos from the beginning to the Logoi of Jesus, taking the approach of linguistic theology and linguistic philosophy. In an analysis of the main texts and their linguistic form, he shows that the prologue is reflected almost everywhere in the gospel and that the gospel constantly presupposes this. Verse 1:18b at the end of the prologue, with the key word "exegesato," is the beginning of the transition to the gospel itself as a gospel of speeches. Thus this proves to be affected consistently by the systematic theory that it is the eternal Logos itself speaking everywhere where the human Jesus speaks. As a result of this, the "ego-eimi" phrases are given special theological significance. Joachim Ringleben konzentriert sich bei seiner Auslegung des 4. Evangeliums sprachtheologisch und sprachphilosophisch auf das Verhältnis des Logos vom Anfang zu den logoi Jesu. An den zentralen Texten und ihrer sprachlichen Gestalt zeigt er, dass der Prolog sich nahezu überall im Evangelium reflektiert und dieses ihn ständig voraussetzt. Vers 1, 18b am Ende des Prologs mit dem Schlüsselwort "exegesato" eröffnet den Übergang zum Evangelium selbst als einem Evangelium der Reden. Daher erweist sich dieses durchgängig von der systematischen These bestimmt: Überall wo der irdische Jesus redet, da spricht der ewige Logos selber. Dadurch kommt abschließend den Ego-eimi-Worten eine besondere theologische Bedeutung zu.
Der Autor behandelt textnah Themen wie: Hören, Lesen, Glauben, Einheit (Joh 10, 30), reziproke Immanenz, den Begriff des Geistes und der Liebe sowie das Hohepriesterliche Gebet. Er erörtert ausgehend von Joh 8, 58 die Zeitlichkeit und das Zeitverständnis des johanneischen Christus sowie die Passionstexte und die Auferstehungsgeschichten. Zuletzt werden Joh 4 und sodann sämtliche Ego-eimi-Worte sowie eingehend theologisch zentrale Texte wie Joh 5, 26; 14, 6 und 11, 25 systematisch ausgelegt.
"J. Ringleben hat mit seiner tief grabenden Untersuchung zum "philosophischen Evangelium" exemplarisch zeigen können, wie frühchristliche Verkündigung in der Sprache ihrer Zeit die frohe Botschaft von Jesus dem Christus zum Klingen gebracht hat. Dem Exegeten des Vierten Evangeliums kann R. s gründliche Untersuchung wichtige Erkenntnishilfe leisten."
Eduard Lohse in Theologische Rundschau 80 (2015), S. 495-509