Verantwortung, Wachstum, Dankbarkeit und Gehorsam das alles ist HappyHead.
Dieser Leitsatz ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Denn was zunächst nach einem Programm klingt, das Jugendlichen zu mehr Glück und Wohlbefinden verhelfen soll, entwickelt sich zunehmend zu etwas Beklemmendem.
Im Mittelpunkt steht Sebastian (Seb) Seaton, der als einer der Jugendlichen für das HappyHead-Experiment ausgewählt wird. Die Grundidee hat mich sofort neugierig gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. Besonders stark fand ich den Gegensatz zwischen der stets positiven, fürsorglichen Sprache des Programms und der immer bedrohlicher werdenden Realität.
Sebastian hat während des Experiments vor allem mit Ash, Eleanor und Finneas zu tun. Gerade die Dynamik zwischen diesen sehr unterschiedlichen Charakteren hat mir richtig gut gefallen. Jeder geht anders mit dem Programm, den Erwartungen und dem zunehmenden Druck um. Dadurch entstehen interessante Beziehungen, aber auch Konflikte und immer wieder die Frage, wem Seb eigentlich vertrauen kann.
Auch die verschiedenen Challenges haben mir sehr gefallen. Die Aufgaben steigern sich und man fragt sich gemeinsam mit Sebastian immer häufiger, wo Therapie aufhört und Manipulation und Kontrolle beginnen.
Durch die Ich-Perspektive aus Sebs Sicht, das Präsens, die kurzen Kapitel und die auf dreizehn Tage begrenzte Handlung entwickelt die Geschichte einen tollen Sog. Gleichzeitig werden Themen wie Leistungsdruck, Selbstoptimierung, psychische Gesundheit und die Frage aufgegriffen, was Glück eigentlich bedeutet.
Und dann dieses Ende! Es hat mich geschockt zurückgelassen und dafür gesorgt, dass ich unbedingt wissen muss, wie das Experiment weitergeht.
Eine spannende, beklemmende und gesellschaftskritische Dystopie, die mich von der Grundidee bis zum Ende gepackt hat.