Toller Start, doch der Südafrika-Zauber ging verloren. Zu viel Drama, zu wenig Wildnis. Schade um das Potenzial.
A Touch of Wilderness war tatsächlich einer der ersten Farbschnitt-Romane, die ich mir gekauft habe, nachdem auch ich dem Farbschnitt-Hype verfallen war. Der Farbschnitt und das Cover sind wirklich wunderschön gestaltet. Außerdem hat mich der Klappentext sofort angesprochen, denn ich bin ein großer Südafrika-Fan.Trotzdem lag das Buch fast zwei Jahre auf meinem SuB. Da meine nächste Südafrika-Reise aber immer näher rückt, dachte ich, dass jetzt endlich der perfekte Zeitpunkt gekommen ist. Als ich dann noch herausfand, dass die Autorin und ich sogar in derselben Stadt geboren wurden, waren meine Erwartungen umso höher.Der Einstieg hat mir auch wirklich gut gefallen. Ich mochte, dass Nike aus ihrem alten Leben ausbricht und den Schritt nach Südafrika wagt. Gerade die ersten Tage in ihrem neuen Umfeld hatten genau den Zauber, den ich mir von dieser Geschichte erhofft hatte. Ich hatte große Erwartungen an die Atmosphäre und die besondere Magie dieses Landes.Leider verlor die Geschichte für mich mit jeder gelesenen Seite mehr von diesem Zauber. Die ersten rund 200 Seiten habe ich noch recht zügig gelesen, doch für die letzten 150 Seiten habe ich über zwei Wochen gebraucht, weil ich die Handlung zunehmend langweilig und teilweise sogar nervig fand.Anstatt die faszinierende Landschaft, Tierwelt und Kultur Südafrikas stärker einzubinden, wurde für meinen Geschmack zu viel Wert auf die Beschreibung von Sonnenauf- und -untergängen gelegt. Dabei haben gerade Szenen wie die Begegnung mit den Giraffen gezeigt, welches Potenzial die Geschichte gehabt hätte. Von solchen Momenten hätte ich mir deutlich mehr gewünscht.Auch die Handlung rund um das zweite Gewitter konnte mich nicht wirklich überzeugen und fühlte sich eher konstruiert als romantisch/reizend an. Dass Nike als Volunteer arbeitet, geriet zwischenzeitlich sogar so sehr in den Hintergrund, dass ich teilweise vergaß, weshalb sie überhaupt nach Südafrika gekommen war. Dass Kyano etwas zu verbergen hatte, war für mich zudem recht früh absehbar und konnte mich deshalb nicht überraschen.Besonders unnötig wirkte auf mich schließlich, dass Nike und Liam auf den letzten wenigen Seiten noch schnell miteinander im Bett landen mussten. Das hat für die Geschichte keinen Mehrwert geboten und wirkte eher wie ein Pflichtpunkt, der noch abgehakt werden sollte. Insgesamt war mir das Drama zu überzogen und die Handlung zu sehr in die Länge gezogen. Vor allem hat das Buch für mich den Zauber Südafrikas nicht ansatzweise einfangen können. Ehrlich gesagt bringen mich manche Reiseführer mehr zum Träumen als diese Geschichte.Schade, denn ich hatte mich wirklich sehr auf das Buch gefreut.