Spannung, dynamisch und viele tolle Figuren. Nur manche Szenen waren mir leider etwas zu kurz gehalten.
1904: Nach den Nachforschungen von Reporterin Beth, hat sie herausgefunden, dass sie noch weitere Halbschwestern hat, wie Lady Grace. Sie sind ausgerechnet die Töchter von Jack the Ripper und überraschenderweise haben sie alle übersinnlichen Kräfte. Doch zahlen sie alle einen hohen Preis dafür. Gemeinsam kommen sie einen Verschwörung auf der Spur und müssen ihre Kräfte bündeln.In der Gegenwart erfährt die Hamburgerin Ella von ihrer besonderen Herkunft und dem Familienauftrag. Sie durchläuft eine seltsame Ausbildung und entschlüsselt das Geheimnis ihres Ahnen. Denn Jack the Ripper hat nicht grundlos getötet, sondern hinter seinen Morden stand eine Aufgabe. ¿Rippers Daughters¿ reiht sich mit in die Reihe von ¿Pakt der Dunkelheit¿ nahtlos ein. Markus Heitz baut eine interessante Geschichte um Jack the Ripper, vermischt wieder Wahrheit mit Fiktion.Ich finde Geschichten rund um Jack the Ripper und da er sich letztens um die Geschichte der schwarzen Königin gekümmert hat, war ich nun besonders gespannt auf dieses Buch. Das Buch besteht aus drei einzelnen Büchern, die die Geschichte aufbauen. Im ersten Buch erfährt man, was es mit den Rippers Töchtern auf sich hat, welche Fähigkeiten die einzelnen Linien haben, im zweiten Band geht es auf die Jagd mit zwei wichtigen Schlüsselszenen für den weiteren Verlauf und im dritten Band das große Finale.Markus Heitz springt da wieder zwischen den Zeiten. Wie sooft fand ich den Erzählungsstrang in der Vergangenheit sehr faszinierend. Ich finde, dass der Autor es mit seiner Sprache immer wieder aufs Neue schafft die Vergangenheit einzufangen. Beim Lesen merkt man einen deutlichen Unterschied zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Während die Gegenwart modern, dynamisch und schnell wirkt, hat die Vergangenheit etwas Bedachtes. Zudem hat die Vergangenheit die ganze Zeit im alten London gespielt und dadurch ist noch einmal eine besondere Atmosphäre entstanden. Ich bin den Töchtern dabei sehr gerne gefolgt, da sie auch so unterschiedlich waren und damit viele verschiedene Eindrücke vermittelt haben. Es gibt leider eine Sache, die mir nicht richtig gefallen hat, die sich aber leider durch die alle drei Bücher durchgezogen hat, aber besonders im zweiten Buch ins Auge sprang.Ich habe ja schon geschrieben, dass es im zweiten Band für mich zwei Schlüsselszenen gab, die auch relativ hintereinanderkamen. Das war nicht das Problem, sondern dass ich sie zu kurz abgehandelt empfand. Tatsächlich hatte ich das an einigen Stellen, dass ich mir etwas mehr Ausschmückung gewünscht hätte. Es gab sehr gute, atmosphärische Besprechungen, witzige Wortwechsel, authentische Figuren, aber mir sind teilweise die Actionszenen etwas zur kurz gekommen. Auch wurde manches nur erzählt, was passiert ist, anstatt dass man mitten dabei war.Es kommt mir etwas komisch vor, dass bei einem 1000 Seiten Buch zu schreiben, aber mir hätte es tatsächlich besser gefallen, wenn es noch ein paar 100 Seiten länger gewesen wäre und es ein paar Ausschmückungen gegeben hätte. Mir war das teils zu kurz abgehandelt. Es gab für mich mehr Potenzial, um noch tiefer in die Welt abzutauchen.Im Prinzip waren auch alle drei Bücher unter 400 Seiten lang. Für die einzelnen Bücher ist das nicht allzu lang für ein Fantasybuch. Das ist mir auch noch nie aufgefallen, dass ich bei Markus Heitz Szenen für zu kurz empfunden habe, wobei sie mir auch nie zu lang waren, weil der Autor einen dynamischen Stil hat.Ich fand leider auch, dass der Handlungsstrang mit Henry hätte etwas mehr ausgebaut werden können und mit mehr Spannung gefüllt werden können. Wie dieser sich aufgelöst hat, war ich leider nicht so glücklich darüber, weil es für mich auch etwas verschwendetes Potenzial war.So ging es mir auch mit anderen Handlungssträngen, die teilweise nur angerissen wurden, aber nicht wirklich beendet, wie zum Beispiel mit dem Bestatter. Vielleicht wird das in anderen Bänden nochmal aufgegriffen, aber für das Gesamtwerk von diesem Buch eher schade. Ich habe mich einige Figuren sehr verliebt und gemocht. Die Reporterin Beth fand ich direkt interessant und sie hatte auch so einen Charme von einer Journalistin, die sich gern mal etwas getraut, um an eine spannende Geschichte zu gelangen.Auch Ellas Bruder Henry mochte ich vom Anfang an. Irgendwie hatte er so etwas spitzbübisches, aber in den richtigen Momenten auch ernsthaftes, dass ich ihn mochte.Später kamen noch weitere Figuren, die mir sehr gefielen. Markus Heitz schafft es gute Nebenfiguren zu kreieren. Der Butler Benson war zum Beispiel eine authentische und sehr interessante Figure.Natürlich hat er auch wieder Figuren aus seinen früheren Werken mit eingebaut und dadurch dieses Buch mit seinem restlichen Universum verbunden. Wer die anderen Werke nicht gelesen hat, wird es gar nicht merken und es wird auch nicht stören, aber für alte Hasen sind das tolle Easter Eggs. Ich mag es immer, alte bekannte Figuren zu entdecken. Über die eine habe ich mich nicht gewundert, da man diese relativ einfach mit einbauen kann, während ich bei der anderen überrascht war. Ich habe bei dem Namen in der Personenliste zunächst gestutzt, da es doch schon eine Weile her ist, seit sie aufgetaucht ist. Fazit: Das Buch hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht, wie Markus Heitz den Mythos um Jack the Ripper auf seine Art und mit seiner Idee umgesetzt hat. Es war spannend, spritzig und man hat wieder tolle Figuren, mit besonderen Fähigkeiten kennengelernt. Lediglich hat mir nicht gefallen, dass manche Szenen meiner Meinung zu kurz gekommen sind. Daher 4 Sterne.