Es wird klar, dass Claver nicht mehr aufzuhalten ist. Richter Konrad Vonvalt, des Verrats beschuldigt und auf der Flucht, beschließt, sein bestes zu geben, um Sova zu retten. Dazu reisen er und seine Gefolgschaft in den Norden, um dort über den Verbleib der Legion unter dem verschwundenen Prinzen nachzuforschen und mögliche Verbündete in der Geisterarmee zu finden.
Doch nicht nur das Diesseits ist in Aufruhe. Bei einem Treffen mit den Obersten der Geisterarmee muss Vonvalt einsehen, dass die Gefahr ebenso hinter der Grenze des Todes lauert. Denn Claver hat einen mächtigen Verbündeten: einen Dämon
Der dritte und letzte Band der Chroniken von Sova bleibt spannend, und das wortwörtlich bis zur letzten Seite. Die Schlachten und Kämpfe sind erneut hervorragend beschrieben, die Charaktere glaubhaft gezeichnet.
Am meisten in diesem Band hat mich das Wachsen der Figuren gefesselt, muss ich zugeben. Keiner ist mehr der, der er zu Beginn der Geschichte war. Dinge mussten und müssen getan werden, die die Charaktere mehr und mehr grau färben. Gibt es vielleicht andere Wege, die man hätte beschreiten können, so wie Helena an mehr als einer Stelle fordert? Sicher hat es diese gegeben, doch sie entschieden sich anders. Das Ergebnis sind keine reinen weißen Figuren mehr, sondern sie sind am Ende so grau, dass sie teilweise fast schwarz wirken.
Der Umgang und die Handhabung des Jenseits, in dem in diesem Buch ein guter Teil der Handlung spielte, ist famos und verankert Helena als die einzige echte Heldin hier. Ihr gelingt, was keinem anderen gelingt. Unter Schmerzen und Traumata, ja, aber es gelingt ihr. Ihre PTSD ist glaubhaft geschildert und nachvollziehbar.
Die gesamte Reihe ist ein deutliches Highlight der Fantasy. Die Welt ist so dicht und so durchdacht, dass keine Fragen offen bleiben. Die Charaktere sind lebhaft und wachsen. Das Magiesystem vielleicht nicht ganz neu, doch andersartig und ergibt Sinn. Die Handlung ist spannend und wechselt zwischen großer Politik, Drama und Krimi hin und her, was die Bücher noch spannender macht in meinen Augen. Man kann sie kaum aus der Hand legen. Fünf Sterne für diese außergewöhnliche Reihe.
Alles in allem bleibt von diesem Roman der Geschmack nach mehr. Ich würde gern weiter mit Vonvalt und Helena reisen und sehen, was für Abenteuer sie noch erleben. Doch diese Geschichte ist vorbei, und das hinterlässt tatsächlich ein kleines Loch in meinem Herzen. Hervorragende Fantasy-Kost!