Richter Junker Konrad Vonwalt ist krank. Er weiß nicht, was für eine Krankheit ihn quält, er kennt nur die Auswirkungen und offenbar kann keine Medizin ihm Linderung verschaffen. Also macht er weiter und erfüllt die Wünsche des Kaisers, wenn auch mit zusammengebissenen Zähnen.
Und er weiß, Bartholomäus Clavers Macht wächst. Und damit steigt die Gefahr für das Kaiserreich
Teil 2 der Chroniken setzt beinahe nahtlos an Teil 1 an. Die letzten Tage der Reise nach Sova werden geschildert, ehe die Handlung dann übergeht in die Hauptstadt.
Wie schon im ersten Band schildert Swan die Welt farbig und detailreich. Sova lebt und atmet auf den Seiten und in der Phantasie des Lesers. Eine Stadt, die nie zu schlafen scheint, in der immer Betrieb herrscht. Eine interessante Welt.
Doch auch jenseits von Sova beschreibt Swan seine Welt lebendig und detailreich, ohne zu sehr ins kleinste Detail eingehen zu müssen. Es genügt, um seinen Lesern ein Bild in den Kopf zu setzen, und das ist mehr als genug.
Eine der neuen Nebenfiguren allerdings ist ihm nicht ganz so gut geglückt. Die Rede ist von Richterin Roza, die von Vonwalt als Hilfe angenommen wird. Vielleicht war es auch geplant, aber ich hatte von Anfang an ein schlechtes Gefühl bei dieser Frau und das entsprang nicht nur Helenas Eifersucht.
Was mir an diesem Band sehr gut gefallen hat war, dass es endlich Aufklärung gab über die Magie in dieser Welt. Das System ist interessant, die Verwicklung zweier Welten/Ebenen, aus der eine ihre Kraft in die andere leitet und so Magie entstand war faszinierend. Diesen Teil kannte man schon aus Teil 1, hier aber wird mehr und tiefer darauf eingegangen, wie genau sich diese Verwicklung auswirkt. Eine sehr interessante Idee!
Die Handlung war schlüssig und spannend, die Action wieder hervorragend geschildert. Gerade die Schlacht gegen Ende des Romans, in die Helena aktiv verwickelt wird, war sehr gut geschildert. Man konnte fast das Klirren von Metall auf Metall hören, die Schreie und Rufe der Verwundeten und Sterbenden. Wirklich, eine erstaunliche Schilderung.
Alles in allem ein gelungener zweiter Band, der nicht an dem Fluch leidet, den so viele zweite Teile treffen. Eine eigenständige Geschichte, die die Haupthandlung trägt. Phantastisch!