Der Landsitz ist mir eher zufällig über Social Media begegnet. Der Klappentext hat mich sofort angesprochen, sodass ich das Buch spontan gekauft habe. Erst danach habe ich festgestellt, dass es sich hierbei eigentlich um den zweiten Band einer Reihe handelt. Nach kurzer Recherche war jedoch klar: Man kann diesen Band auch unabhängig lesen - genau das habe ich dann auch getan.Und ich muss sagen, das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt. Die Geschichte ist sehr spannend und fesselnd geschrieben, sodass ich es beinahe in einem Rutsch durchgelesen habe - nur kurz unterbrochen durch den ganz normalen Alltag. Der Autor versteht es hervorragend, Tempo aufzubauen und dieses auch konsequent zu halten.Besonders positiv hervorzuheben sind die Charaktere. Sie wirken authentisch und greifbar, und man kann sich gut in ihre Gedanken und Handlungen hineinversetzen. Auch die Story selbst ist spannend, stellenweise sogar erschreckend, und regt zum Nachdenken an. Man fragt sich unweigerlich, ob es solche abgeschotteten Welten mit großen Villen und zahlreichen Bediensteten heutzutage tatsächlich noch gibt - oder ob sie nicht doch näher an unserer Realität sind, als man zunächst denkt.Ein kleines Manko gab es für mich dennoch: Es wird relativ häufig auf den ersten Band verwiesen. Nach mehrmaligem Erwähnen hatte ich zeitweise das Gefühl, dass man diesen doch gelesen haben müsste, um wirklich alles einordnen zu können. Diese Hinweise waren mir persönlich etwas zu präsent.Davon abgesehen ist Der Landsitz jedoch ein sehr gelungener Psychothriller mit interessanten Wendungen, einem überraschenden Ende und durchweg sympathischen, glaubwürdigen Figuren.