Als Cleas Vater einen Schlaganfall erleidet und die Eltern entscheiden, nach Two Pines Port zu gehen, bricht für Clea eine Welt zusammen. Sie soll von New York City nach Two Pines Port ziehen? In einen alten Leuchtturm und dessen Haus? Doch als sie auf Casper und Josie, seiner jüngeren Schwester, trifft, ändert sich ihr Leben. Sie lernt die beiden besser kennen und genießt plötzlich die Freundschaft zu ihnen. Denn: sie muss ich zum ersten Mal in ihrem Leben nicht verstellen um dazu zu gehören. Doch bei der reinen Freundschaft bleibt es leider nicht. Sie verliebt sich in ihren besten Freund, Casper. Doch dieser erwidert ihre Liebe nicht, als sie am Abschlussball ihn küssen will, gibt er ihr klar zu verstehen, dass er nur an einer Freundschaft zu ihr interessiert sei. Als die Zeit für Cleas Abreise immer näher rückt, da Clea Two Pines Port verlassen will und nach Florida ziehen möchte, um Meteorologie Wissenschaften zu studieren, schmiedet Casper einen Plan. Mit einem Roadtrip entlang der Küste Maines möchten sie sich voneinander verabschieden. Clea hegt Zweifel, ob sie mit Casper in dem Campingbus die Zeit verbringen kann, schließlich liebt sie ihren besten Freund. Dieser Liebeskummer bringt sie sogar soweit, dass sie den Trip mit Casper fast absagen will. Doch dieser Roadtrip ist die beste Entscheidung von den beiden. Sie besuchen anstatt Sehenswürdigkeiten Essenswürdigkeiten und schlemmen sich durch die Orte. Dabei ist es egal, ob sie die Bestellung in einem schicken Restaurant, auf einem Festival oder bei einem Foodtruck aufgeben. Die gemeinsame Zeit wird ihnen keiner mehr nehmen. Als Casper dann Clea mitteilt, dass er nicht das Hotel seiner Mutter übernehmen will und auch das angepeilte IT-Studium nicht starten, sondern lieber Koch werden möchte, ist die erste Überraschung für Clea perfekt. Kommen sich Clea und Casper auf dem Roadtrip näher? Oder bleibt Casper bei der rein freundschaftlichen Beziehung zu Clea? Hat er denn keine Gefühle für seine beste Freundin? Und wie wird sich ihre Freundschaft entwickeln, wenn Clea plötzlich alleine nach Florida geht?
Yvy Kazi schreibt einen Roman über die Freundschaft. Freundschaft zwischen Mann und Frau aber auch die Freundschaft zwischen Eltern und Kind. Clea geht in der Freundschaft zu Casper und Josie komplett auf. Auf dem Roadtrip lernt man ihre frühere Clique rund um Larissa kennen und merkt, wie verkrampft sie ist. Dabei wollte Clea früher unbedingt dazu gehören. Doch sie hatte sich nach eigenen Angaben angepasst. Jetzt fühlt sie sich frei. Clea und Cas haben die gleichen Hobbys und verbringen so viel Zeit miteinander. Sie liebt den Leuchtturm, den sie in eine eigenen Bibliothek verwandelt hat. Und doch träumt sie von Casper und ihr als Liebespaar. Keine einfache Situation. Viele haben sich doch schon mal in ihren besten Freund verliebt. Doch wenn man den Mut hat, seine Liebe zu gestehen bleibt man entweder alleine und mit dem Liebeskummer zurück oder man geht dieses Wagnis ein. Sollte jedoch diese Liebe nicht funktionieren, hat man seinen besten Freund und den Liebhaber verloren. Eine verzwickte Situation.
Die Autorin schreibt aber auch das Buch über Mut. Mut für das Studium die eigenen Komfortzone zu verlassen. Mut sich gegen die Vorstellung der Eltern für einen anderen Beruf zu entscheiden. Mut, seinem besten Freund von seinen Gefühlen zu erzählen. Mut einen Roadtrip zu machen, obwohl so viel passieren kann. Doch am Ende wird doch dieser Mut mit einem positiven Gefühl belohnt: Zufriedenheit, Glück und Liebe. Zufriedenheit, wenn alles geklappt hat, Glück weil man diese wundervolle Erfahrungen machen konnte und Liebe für diese wundervolle Zeit, die man gemeinsam hatte.
Die Blindheit von Casper wurde ganz liebevoll beschrieben. Die alltäglichen Situationen kann er mithilfe seines Assistenzhundes und mit seinen kleinen Hilfsmittelchen super meistern. Aber was wird auf dem Roadtrip? Ich hatte ehrlich gesagt ein etwas mulmiges Gefühl. Aber zu unrecht. Casper meistert die Situationen mehr als souverän. Klar, ab und an benötigt er Hilfe, aber durch sein perfektes Gedächtnis (wie habe ich was hingelegt oder wo liegt was) findet er sich schnell zurecht. Überfürsorge mag er dafür gar nicht - was ich natürlich verstehen kann. Ständig auf Dein Handicap hingewiesen zu werden, bringt keinen weiter.
Ein wunderschöner Roman - ich hoffe auf einen zweiten Teil.