In vielen Romanen steht die romantische Liebe im Fokus. Dabei sind Freundschaften mindestens genauso wichtig. Sie sind gut für unsere Gesundheit und unser mentales Wohlbefinden. Für manche haben sie denselben Stellenwert wie Familie. Und im besten Fall hat man seine Freund:innen sogar ein Leben lang. Hier sind unsere 10 Lieblingsbücher über Freundschaft und platonische Liebe.
1. Anja Gmeinwieser: Wir Königinnen
Buch (gebunden)
24,00 €
Darum geht es: Eine Frau wandert durch die piemonteser Alpen, ihre kreisenden Gedanken finden keine Ruhe. Da kreuzt die pragmatische Lkw-Fahrerin Anna mit einer Ladung trächtiger Kühe ihren Weg. Aus einem spontanen "Ich fahre mit" wird eine gemeinsame Reise Richtung Türkei. Zwischen Staub und Hitze ringen die ungleichen Frauen um Verständigung: Ihre Gespräche, unterstützt von einem zuweilen halluzinierenden Handy-Übersetzer, entdecken die Poesie im Alltäglichen. Anna jongliert Mutterrolle und Beruf, während ihre schweigsame Begleiterin sich in Zweifeln verliert. Ein Tag am See bringt kurzzeitige Harmonie, doch der Tod eines Rindes wirft Schatten voraus. An der EU-Außengrenze, wo Kühe und Träume stranden, mündet ihre Odyssee schließlich in einen Akt der Befreiung.

Darum lieben wir dieses Buch: Dieser Roman über Freundschaft ist gleichzeitig auch eine flirrende Road Trip-Geschichte, die absolute Sommer Vibes gibt. Die beiden Protagonistinnen sind uns mit ihrer Stärke und Rebellion sehr ans Herz gewachsen. Rasant, ehrlich und ein Pageturner, den Sie nicht mehr aus der Hand legen werden.
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2. Christian Huber: Man vergisst nicht, wie man schwimmt
(223Bewertungen)15
Taschenbuch
Darum geht es: Pascal ist 15 und hat Sommerferien. In seinem Kaff Bodenstein ist außer dem Skatepark und dem Freibad nicht viel los. Bis ein Zirkus seine Zelte dort aufschlägt und mit ihm ein rothaariges Mädchen namens Jacky. Sie scheint keine Angst zu kennen. Ganz im Gegensatz zu Pascal, der Angst vorm Schwimmen und Verlieben hat. Gemeinsam verbringen sie einen Sommer, der alles verändert.

Darum lieben wir dieses Buch: Bei dieser Coming of Age-Geschichte aus den 90ern schmeckt man förmlich Calippo Cola und Freibad-Pommes auf der Zunge. Die Geschichte von Pascal, seinem Freund Victor und Jacky beschreibt auf wunderbare Weise Unsicherheiten und Träume von Teenagern. Und sie versetzt einen selbst in die eigene Jugend zurück. Ein tolles Buch über Freundschaft und die erste Liebe.
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3. Tyler Wetherall: Amphibium
(17Bewertungen)15
Buch (gebunden)
25,00 €
Darum geht es: Südwestengland in den 1990ern. Als Kind einer psychisch labilen alleinerziehenden Mutter ist Sissy es gewohnt, für sich allein zu kämpfen. Doch von dem Moment an, als sie sich vor den Augen von Tegan, der selbstbewussten Anführerin einer Mädchenclique, mit einem Jungen an der neuen Schule prügelt, ist sie nicht mehr einsam. Schnell sind Tegan und Sissy unzertrennlich, beste Freundinnen, und teilen fast alles miteinander, nicht zuletzt intime Wünsche und Ängste. Im Laufe des Schuljahres nähern sie sich immer weiter der Schwelle zum Frausein, spüren und sehen Veränderungen, die sie gleichermaßen faszinieren wie beunruhigen. Bald schicken sie Fotos an ältere Männer in Chatrooms, verfolgen fgebannt die Berichte über Entführungen junger Frauen im Landkreis und fragen sich, wie ihre eigenen Gesichter auf Suchplakaten aussehen würden. Die mythisch-märchenhaften Fantasiewelten, in die sie sich flüchten, gewinnen zunehmend an Bedeutung - mit fatalen Konsequenzen.

Darum lieben wir dieses Buch: Mit einem Hauch Body Horror und großem psychologischem Feingefühl beschreibt Tyler Wetherall in ihrem literarischen Debüt die Ambivalenzen weiblicher Pubertät und das Entdecken der eigenen Sexualität. "Amphibium" ist ein eindringlicher Roman über Freundschaft und die Schrecken und Wunder des Frauwerdens, poetisch und schonungslos zugleich. Ganz dringende Leseempfehlung!
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4. Benedict Wells: Hard Land
(654Bewertungen)15
Taschenbuch
Darum geht es: Missouri 1985: der Außenseiter Sam nimmt einen Ferienjob in einem alten Kino an. In diesem magischen Sommer findet er Freund:innen, verliebt sich und deckt die Geheimnisse seiner Heimatstadt auf. Doch dann geschieht etwas, das ihn dazu zwingt, vom einen auf den anderen Moment erwachsen zu werden.

Darum lieben wir dieses Buch: Der mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnete Roman trifft mitten ins Herz. Im typischen Benedict Wells-Stil ist die Geschichte sehr melancholisch und mit poetischer Sprache gespickt. Wer auf der Suche nach guter Literatur mit einer bewegenden Geschichte über Freundschaft ist, sollte hier zugreifen.
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5. Elena Ferrante: Meine geniale Freundin
(683Bewertungen)15
Taschenbuch
Darum geht es: In den Straßen Neapels der 50er Jahre herrscht ein rauer Ton: ein Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus und Familien stehen seit Generationen auf Kriegsfuß. Zu dieser Zeit lernen sich die draufgängerische Lila und die schüchterne Elena in der Schule kennen und werden Freundinnen. Ein lebenslanger Wettstreit beginnt und Elena stellt sich die Frage, ob sie nicht das Leben lebt, das eigentlich ihrer brillanten Freundin Lila zugestanden hätte.

Darum lieben wir dieses Buch: Die neapolitanische Saga erstreckt sich über vier Bände und ist damit nichts für Lesefaule. Wer sich aber auf diese Reihe einlässt, wird von Ferrantes rasantem Erzählstil direkt in die Geschichte hineingesogen. Die lebenslange Freundschaft von Lila und Elena wird sehr realistisch mit allen Widersprüchen und Spannungen dargestellt. Zu Recht ein Weltbestseller und ein toller Roman über Freundschaft.
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6. Simone de Beauvoir: Die Unzertrennlichen
(42Bewertungen)15
Taschenbuch
14,00 €
Darum geht es: Ein autofiktionaler Roman, leidenschaftlich und tragisch, über die Rebellion junger Frauen: Sylvie (Simone de Beauvoir) und ihre Jugendfreundin Andrée (Zaza) sind unzertrennlich. Gemeinsam kämpfen sie gegen den erstickenden Konformismus einer bürgerlichen Gesellschaft, in der Küsse vor der Ehe und freie Gedanken für Frauen verboten sind. Sylvie bewundert Andrée: Sie scheint so selbstständig - und doch gerät gerade sie immer tiefer in die Falle ihrer ach so tugendhaften Familie. Diese trennt Andrée von dem Jungen, den sie liebt. Sylvie will ihrer Freundin helfen. Aber wie?

Darum lieben wir dieses Buch: Mit "Die Unzertrennlichen" hat Simon de Beauvoir einen sehr intimen autofiktionalen Roman geschrieben, der jedoch lange Zeit nicht veröffentlicht wurde. Sartre gab ihr den Rat, ihn nicht zu veröffentlichen, weswegen er 70 Jahre in einer Schublade schlummerte. De Beauvoirs Adoptivtochter Sylvie Le Bon sorgte dann dafür, dass er doch das Licht der Welt erblickt und machte damit einen Urtext des frühen Feminismus zugänglich. Ein sehr lesenswerter Roman über eine der engsten Freundschaften der Literaturgeschichte.
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7. Richard Powers: Das große Spiel
(168Bewertungen)15
Buch (gebunden)
26,00 €
Darum geht es: Auf Makatea, einst ein vergessener Fleck im endlos blauen Pazifik, soll die Gesellschaft der Zukunft entstehen. Über Umwege und Gezeiten finden auf der Insel vier Menschen zusammen, deren Schicksale nachhaltig mit dem des Planeten verknüpft sind: Evelyne Beaulieu, die in den Tiefen des Ozeans taucht, um das geheimnisvolle Spiel der Riesenmanta zu entziffern. Ina Aroita, die die paradiesischen Strände nach Materialien für ihre Skulpturen abwandert - doch schon lange schwemmt das Meer nur noch Plastikmüll an. Und der verträumte Büchernarr Rafi Young und der visionäre Computernerd Todd Keane, deren Freundschaft an dem kühnen Versuch zu zerbrechen droht, eine neue Welt zu erschaffen, um sich vor dem Untergang der jetzigen zu retten.

Darum lieben wir dieses Buch: Richard Powers komponiert virtuos die dringenden Fragen unserer Zeit - über die Auswirkungen der Klimakrise und die Hoffnung Künstlicher Intelligenz - zu einem fesselnden und zutiefst bewegenden Epos. Was bleibt, wenn die Welt zerbricht? Ein toller Roman über Freundschaft und das, was uns zusammenhält.
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8. Caroline O'Donoghue: Die Sache mit Rachel
(186Bewertungen)15
Taschenbuch
14,00 €
Darum geht es: Die irische Journalistin Rachel sitzt in einer englischen Bar, als sie von einem Typen auf ihre Studienzeit angesprochen wird. Weil er glaubt, sie aus dem Literaturkurs zu kennen. Und plötzlich ist es, als wäre die Zeit einfach stehen geblieben: Rachel ist wieder Studentin und jobbt in einem Buchladen, wo sie auf James trifft - mit dem es Freundschaft auf den ersten Blick ist. James überredet Rachel sofort, seine Mitbewohnerin zu werden. Um wiederum Rachels angebeteten Literaturprofessor Dr. Fred Byrne zu verführen, organisieren James und Rachel eine Lesung im Buchladen, die sich am Ende ganz anders entwickelt als gedacht. Und so verstricken sich die Leben dieser drei Menschen vor dem Hintergrund der Finanzkrise in Cork immer rasanter ineinander.

Darum lieben wir dieses Buch: "Die Sache mit Rachel" ist eine außergewöhnliche Geschichte über Freundschaft, die Suche nach sich selbst und den Rausch der großen Liebe. Caroline O'Donoghue fängt darin die Essenz des Erwachsenwerdens sehr gut ein und spricht darin auch wichtige Themen wie Queerness, das Selbstbestimmungsrecht von Frauen und finanzielle Nöte an. Ein Roman, der noch lange im Gedächtnis bleibt.
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9. Wolfgang Herrndorf: Tschick
(2994Bewertungen)15
Taschenbuch
Darum geht es: Maik kommt aus einer wohlhabenden, aber zerrütteten Familie. In der Schule ist er ein Außenseiter. Da seine Mutter in der Entzugsklinik und sein Vater mit seiner Assistentin auf Geschäftsreise ist, wird er die Ferien alleine am Pool in der Villa seiner Eltern verbringen. Doch dann kreuzt sein neuer Mitschüler Tschick auf. Der aus Russland stammende Querulant kommt aus einem der Assi-Hochhäuser in Hellersdorf und hat es irgendwie aufs Gymnasium geschafft. Kurzerhand beschließen die beiden, sich mit einem gestohlenen Wagen auf einen Roadtrip in die Walachei zu begeben. Und beginnen eine unvergessliche Reise durch die Provinz.

Darum lieben wir dieses Buch: Ein verrückter Coming of Age Roman über zwei Jungs aus sehr unterschiedlichen Milieus, die aber doch mehr gemeinsam haben als es auf den ersten Blick erscheint. "Tschick" wird nicht ohne Grund im Deutschunterricht gelesen. Es ist neben einer großen Freundschaftsgeschichte auch eine Sozialstudie. Wer Lust auf einen bittersüßen Roman über Freundschaft und Zusammenhalt hat, ist hier richtig.
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10. Mechthild Lanfermann: Wahnsinnszeit
(1Bewertung)15
Buch (gebunden)
24,00 €
Darum geht es: »Wahnsinn«, sagt ein Typ mit Walkman, während Dauerwellen, Jeansjacken, Babys, die über Zäune gereicht werden, über den Bildschirm flimmern. Es ist 1989, die Mauer fällt, und in Elizas Studentenwohnheim in der nordfriesischen Stadt ist heller Aufruhr. Es hupt, unten hält ein klappriger Audi. Jo, sein schweigsamer Freund Thies und Ava mit rotem Tuch in den kurzen blonden Haaren winken. "Ich komme!", ruft Eliza. "Wo geht's denn hin?", fragt einer und grinst schief. "Na, nach Berlin." Im Fieber der Zeit, wo Altes niedergerissen wird und etwas Neues anfängt, finden Eliza, Ava, Maria, Jo und Thies zusammen - zum ersten Mal fühlt sich Eliza als Teil von etwas. Doch so wie die Utopie der Einheit schnell die ersten Risse zeigt, rutscht Ava, das schillernde Zentrum ihrer Freundschaft, immer tiefer in eine Krise. Jo ist überfordert, Thies mit seiner heimlichen Liebe zu Eli beschäftigt und Eli selbst stellt zunehmend infrage, was als »normal« gilt.

Darum lieben wir dieses Buch: Mit wachem Blick und warmem Humor erzählt Mechthild Lanfermann von einer Zeit, in der noch alles möglich schien, von einem soeben wiedervereinten Land, einer aufkeimenden Freundschaft und der Erkenntnis, wie das, was uns letztlich ausmacht, immer auch das Flüchtigste ist. Ein berührender Roman über Freundschaft, Verlust und den Glauben an Neuanfänge - und darüber, wie die 1990er Jahre eine Generation geprägt haben.
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