New York, Berlin oder Seoul? Diese 10 Romane saugen den Großstadt-Vibe ein und lassen ihre Leser:innen in pulsierende Nächte und trubelige Tage eintauchen. Sie handeln von Einsamkeit, Liebe, verpassten Chancen und Identitätsverlust vor dem Panorama verschiedener Metropolen.
1. Leif Randt: Let's Talk About Feelings
(7Bewertungen)15
Buch (gebunden)
24,00 €
Darum geht es: Marian Flanders, 41, verkauft in seiner Westberliner Boutique die vielleicht schönste Kleidung der Welt, aber finanziell erfolgreich ist der Kenting-Beach-Store nur selten. Als seine Mutter Carolina - ein einst ikonisches Fotomodell - nach langer Krankheit verstirbt, richtet Marian eine alternative Trauerfeier für ausgewählte Gäste aus. Auf dem ehemaligen Partyboot seines Vaters hält er eine entwaffnende Rede, co-formuliert von seinem besten Freund, und streut die Asche seiner Mutter auf den Wannsee. Marian glaubt, dass mit diesem Ereignis die freudlosere Hälfte des Lebens beginnt. Doch es folgt ein Jahr der Verwandlung. Erfolgreiche Halbgeschwister und ambivalente Flirts führen Marian u. a. an den Plaza Konami, nach Sapporo, Neu-Delhi und Wolfsburg. Aus falscher Freundlichkeit wird warmherziger Trotz, aus unterkühlter Traurigkeit erwächst stille Euphorie.

Darum lieben wir dieses Buch: Kein anderer hat ein so gutes Gespür für Zeitgeist wie Leif Randt. Sein neuer Roman "Let's Talk About Feelings" ist eine Coming of Age-Geschichte, die in Berlin spielt und sich perfekt für alle Millennials eignet. Die Figuren bewegen sich durch urbane Räume, ohne sie wirklich zu hinterfragen, was die Leser:innen zum Nachdenken anregt. Ein absoluter Pageturner, den wir sehr gerne gelesen haben.
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2. Beatriz Serrano: Geht so
(194Bewertungen)15
Buch (gebunden)
22,00 €
Darum geht es: Marisa ist mit den Nerven am Ende. Ihr Bullshit-Job in einer Madrider Werbeagentur, in dem sie nur durch Zufall gelandet ist, langweilt sie zu Tode, und das tägliche Hamsterrad des Angestelltendaseins erträgt sie nur noch, indem sie ihre Sinne mit einer Mischung aus bizarren YouTube- Videos und Beruhigungsmitteln betäubt. Als ein Teambuilding-Wochenende ansteht, gerät Marisas Angststörung völlig außer Kontrolle. Allmählich zeigen sich Risse in ihrer sorgsam aufrechterhaltenen Fassade - und die Idee, auf den Firmenausflug diverse Drogen mitzunehmen, trägt vielleicht nicht unbedingt dazu bei, ihr Leben wieder in geordnetere Bahnen zu lenken.

Darum lieben wir dieses Buch: "Geht so" ist ein bissiger Roman über Bullshitjobs und Selbstversklavung in der modernen Arbeitswelt in der Großstadt. Ganz sicher: der ein oder andere wird sich in dieser Geschichte wiederfinden. Wir haben das Buch jedenfalls innerhalb eines Tages durchgesuchtet und konnten es nicht mehr weglegen. Klug, sarkastisch und von Anfang bis Ende rasant.
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3. Paul Auster: Die New-York-Trilogie
(255Bewertungen)15
Taschenbuch
16,00 €
Darum geht es: Stadt aus Glas. Schlagschatten. Hinter verschlossenen Türen: Jeder dieser drei Romane der "New-York-Trilogie" wirkt zunächst wie eine klassische Kriminalgeschichte. Alle drei ziehen die Leser:innen mit raffiniert ausgelegten Ködern in ihren Bann. Aber bald scheinen die vordergründig logischen Zusammenhänge nicht mehr zu stimmen. Täter werden auf rätselhafte Weise zu Opfern, Verfolger zu Verfolgten. Schritt für Schritt wird auch der unabhängige Beobachter, ob Leser:in oder Detektiv:in, in ein Spiel mit seinen eigenen Erwartungen verstrickt.

Darum lieben wir dieses Buch: Paul Austers "New York Trilogie" untersucht die Auflösung von Identität in einer Stadt, die zugleich Bühne und Labyrinth ist. Faktisch sind die drei miteinander verwobenen Erzählungen Kriminalgeschichten nur dem Anschein nach, denn die Ermittlungen führen weniger zu Lösungen als zu immer neuen Fragen. Wer auf der Suche nach einem modernen Großstadt-Klassiker ist und ein Faible für New York hat, sollte hier zugreifen.
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4. Cho Nam-Joo: Kim Jiyoung, geboren 1982
(486Bewertungen)15
Taschenbuch
12,00 €
Darum geht es: Kim Jiyoung lebt am Rande der Metropole Seoul. Die Mittdreißigerin hat erst kürzlich ihren Job aufgegeben, um sich um ihr Baby zu kümmern. Doch schon bald zeigt sie seltsame Symptome: Jiyoungs Persönlichkeit scheint sich aufzuspalten, denn sie schlüpft in die Rollen ihr bekannter Frauen. Ihr unglücklicher Ehemann schickt sie zu einem Psychiater. Nüchtern erzählt eben dieser Psychiater Jiyoungs Leben nach, ein Leben bestimmt von Frustration und Unterwerfung, denn ihr Verhalten wird stets von den männlichen Figuren um sie herum überwacht.

Darum lieben wir dieses Buch: "Kim Jiyoung, geboren 1982" gibt uns Einblicke in die patriarchalen Strukturen Südkoreas. Der Großstadt-Roman ist in Form eines Berichts geschrieben und wird durch wissenschaftliche Belege in den Fußnoten untermauert. Die Alltagsmisogynie, mit der die Protagonistin Kim Jiyoung konfrontiert ist, macht zum Teil wütend und zeigt, wie es um den Feminismus in anderen Ländern bestellt ist. In Südkorea war das Buch ein Bestseller und wurde über eine Millionen Mal verkauft.
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5. Siri Hustvedt: Was ich liebte
(338Bewertungen)15
Taschenbuch
15,00 €
Darum geht es: Leo entdeckt ein Gemälde, das sein Leben verändert. Es stammt von Bill, einem aufstrebenden Künstler, und markiert den Beginn einer jahrzehntelangen Freundschaft. Gemeinsam mit ihren Familien teilen sie Glück, Kunst und die Suche nach Bedeutung - bis eine Tragödie alles aus den Fugen reißt. Leos Sohn Matt stirbt, und nichts ist mehr, wie es war. Während Leo sich in seiner Trauer verliert, wird Bills Sohn Mark zur undurchsichtigen Figur, ein Schatten in der schillernden Kunstwelt New Yorks. Er verstrickt sich in Manipulationen, reizt Grenzen aus, bis die Frage im Raum steht: Was bleibt von der Liebe, wenn der Schmerz zu groß wird? Und wie lässt sich ein Leben weiterführen, das unwiderruflich aus der Bahn geraten ist?

Darum lieben wir dieses Buch: Siri Hustvedt muss man einfach gelesen haben, denn durch ihre Bücher weiß man, was wirklich gute Literatur ist. Vor dem New Yorker Großstadt-Panorama entfaltet sich hier ein Roman im Künstler:innen-Milieu. "Was ich liebte" lädt dazu ein, über die vielschichtigen Aspekte des Lebens und der menschlichen Natur nachzudenken. Ein Must-Read!
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6. Olivia Laing: Die einsame Stadt
(20Bewertungen)15
Buch (gebunden)
24,00 €
Darum geht es: Mit Mitte dreißig zieht Olivia Laing nach New York City, weil dort der Mann lebt, den sie liebt. Kaum ist sie angekommen, geht die Beziehung in die Brüche, und sie sitzt allein in ihrem kleinen Apartment - so einsam wie noch nie in ihrem Leben. Um sie herum feiern die Leute ausgelassen, hören Jazz und amüsieren sich. Doch bald entdeckt sie, dass sie mit ihrer Einsamkeit nicht allein ist. Vielen Kunstschaffenden vor ihr ist es in New York genauso ergangen. Hätte Edward Hopper sonst sein bekanntestes Bild malen können, die »Nachtschwärmer«? Jene drei Menschen, die allein am Tresen einer Bar hocken? Mitreißend erzählt Olivia Laing die Lebensgeschichten großer Künstler:innen in New York und zugleich von sich und einem Gefühl, das wir alle kennen.

Darum lieben wir dieses Buch: "Die einsame Stadt" ist ein Buch darüber, wie sich Einsamkeit in einer Großstadt wie New York anfühlt. Es versammelt unglaublich gut erzählte Künstler:innengeschichten, die spannender nicht sein könnten. Viele von ihnen standen außerhalb der Gesellschaft, weil sie von der Norm abwichen, extrem schüchtern oder krank waren. Diese überraschenden Einblicke in das Leben New Yorker Künstler:innen wie Andy Warhol, Edward Hopper, David Wojnarowicz, Henry Darger und anderen sind absolut faszinierend.
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7. Hu AnYan: Ich fahr Pakete aus in Peking
(1Bewertung)15
Buch (gebunden)
23,00 €
Darum geht es: In den zwanzig Jahren nach seinem Highschool-Abschluss hatte Hu Anyan neunzehn verschiedene Jobs. Er arbeitete unter anderem als Verkäufer im 24h-Markt, als Fahrradmechaniker, Pakete-Kurier, Sicherheitsmann, im Logistikzentrum, der Tankstelle, der Kantinenküche. Er zog von einer chinesischen Großstadt zur nächsten, jedes Mal weiter, wenn die Arbeit unerträglich und der Boss zu bossy wurde, und richtete sich wieder in einem winzigen Zimmer ein, mit nicht mehr als seinen zerlesenen Ausgaben von Tschechow und Carver.

Darum lieben wir dieses Buch: "Ich fahr Pakete aus in Peking" ist kein Roman, sondern ein Memoir. Hu AnYan hangelte sich von Niedriglohnjob zu Niedriglohnjob; sein Bericht über seine Arbeit als Pakete-Kurier in Chinas Megastädten ging viral und wurde dann als Buch veröffentlicht. Sein Erfahrungsbericht zeigt die hässliche Fratze des Kapitalismus und gibt Arbeiter:innen wie ihm eine Stimme. Sehr lesenswert!
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8. Aria Aber: Good Girl
(18Bewertungen)15
Buch (gebunden)
25,00 €
Darum geht es: In alten Kellerhallen, in denen der Techno die noch von der Gewalt des letzten Jahrhunderts gezeichneten Wände zum Beben bringt, trifft die 19-jährige Nila auf Gleichgesinnte. Man legt die Lines, während man den Sozialismus predigt, und für Nila ist dieser dunkle Massenkörper der Ausweg aus dem Berliner Plattenbau, in dem wie sie nur Geflüchtete leben, wo die Toiletten von Silberfischen befallen und die Wände mit Hakenkreuzen beschmiert sind. Nur im Rausch entkommt sie der Erinnerung an die tote Mutter, einst große feministische Revolutionärin, heute nur noch ein letztes Aufblitzen in den Augen des lebensmüden Vaters. Und dann lernt Nila den amerikanischen Schriftsteller Marlowe Woods kennen, der ihr, die immer schreiben wollte, eine Welt von Mäzenen und Festivals eröffnet. Marlowe teilt großzügig, doch schon bald folgen Gegenforderungen und Ansprüche, die die Grenzen des Erträglichen für Nila weit überschreiten.

Darum lieben wir dieses Buch: Lust, in die Berliner Technoszene abzutauchen? Mit "Good Gir" haben Sie das Gefühl, selbst im Berghain zu stehen. Aria Aber behandelt darin sehr eindringlich Themen wie Herkunft, Identität, Verlust und Selbstfindung. Ihre Sprache ist poetisch, was darauf zurückzuführen ist, dass sie neben ihrem Roman auch Gedichtbände veröffentlicht. Ein flirrender Großstadt-Roman, der unter die Haut geht und perfekt für Berlin-Fans geeignet ist.
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9. Erich Kästner: Der Gang vor die Hunde
(81Bewertungen)15
Buch (gebunden)
22,95 €
Darum geht es: Dr. Jakob Fabian, Germanist und Reklametexter, lässt sich durch das Berlin der "Goldenen Zwanziger" treiben. Er wirft sich in erotische Abenteuer, trinkt mit Journalist:innen um die Wette und versucht, im Labyrinth der Großstadt seine Integrität und seine Ideale zu behaupten. Doch die Stadt windet sich wie in einem Fiebertraum; die junge Demokratie der Weimarer Republik wird mehr und mehr in ihren Grundfesten erschüttert. Dann lernt Fabian im Atelier einer Bildhauerin, wo sich leichte Mädchen und Todeskandidaten ein Stelldichein geben, die junge Juristin Cornelia kennen. Die beiden verlieben sich - doch die Liebe hat keine Konjunktur.

Darum lieben wir dieses Buch: "Der Gang vor die Hunde" wurde bei seinem Erscheinen 1931 von seinem Verlag in "Fabian" umbenannt und bedeutend entschärft. Diese Ausgabe enthält die ursprüngliche Fassung - so, wie ihn Kästner geschrieben und gemeint hat. Darin streift Fabian durch das überhitzte Berlin der späten zwanziger Jahre, eine Stadt, die sich politisch und erotisch im Ausnahmezustand befindet. Ein Klassiker und absolutes Must Read.
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10. Coco Mellors: Cleopatra und Frankenstein
(290Bewertungen)15
Buch (gebunden)
25,00 €
Darum geht es: Ein Silvesterabend in New York: Cleo, Mitte zwanzig, britische Kunststudentin, Bohémienne a.k.a. ewig pleite, trifft Frank, Mitte vierzig, Amerikaner, Inhaber einer Werbeagentur und ungleich gesettleter, im Aufzug einer Partylocation. Es ist die vielbeschworene Liebe auf den ersten Blick. Hals über Kopf stürzen Cleo und Frank sich in eine amour fou, mit der sie selbst kaum Schritt halten können - geschweige denn die, die ihnen nahestehen. Eine absolut süchtig machende New-York-Romanze, herzzerreißend und beglückend zugleich - und ein ungewöhnlich reifer Debütroman. Mit Coco Mellors lernen wir eine unverwechselbare neue literarische Stimme kennen, von der noch viel zu hören sein wird.

Darum lieben wir dieses Buch: Die Geschichte von Cleo und Frank findet im Herzen von New York statt und liest sich wie eine richtig gute Netflix-Serie. Nicht umsonst wurde dieses Buch seit seinem Erscheinen auf Social Media heiß diskutiert und gehyped. Denn die Geschichte ist schonungslos ehrlich und zeigt die Beziehung der Figuren in all ihrer Komplexität. Ein rasanter Großstadtroman im pulsierenden Big Apple.
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