Hannah und ihre Brüder

Originaltitel: Once We Were Brothers.
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Einst liebten sie einander wie Geschwister.
Nun stehen sie sich als Todfeinde gegenüber.

Bei einer Gala wird ein angesehener jüdischer Bürger Chicagos vom hochbetagten Ben Solomon bedroht und beschuldigt, ein SS-Offizier zu sein. Obwohl alles auf eine … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Hannah und ihre Brüder
Autor/en: Ronald H. Balson

EAN: 9783841217080
Format:  EPUB
Originaltitel: Once We Were Brothers.
Übersetzt von Gabriele Weber-Jaric
Aufbau Verlag GmbH

17. Mai 2019 - epub eBook - 480 Seiten

Beschreibung

Einst liebten sie einander wie Geschwister.
Nun stehen sie sich als Todfeinde gegenüber.

Bei einer Gala wird ein angesehener jüdischer Bürger Chicagos vom hochbetagten Ben Solomon bedroht und beschuldigt, ein SS-Offizier zu sein. Obwohl alles auf eine Verwechslung hinweist, engagiert Ben die Anwältin Catherine Lockhart und ihren Ermittler Liam Taggart - er ist sich sicher, seinen Ziehbruder zu erkennen, der einst Bens Familie und seine Geliebte Hannah verriet. Bei ihrer Recherche stoßen Catherine und Liam auf das Schicksal dreier Kinder im kriegszerrütteten Polen, die wie Geschwister aufwachsen und einander als Feinde wiederbegegnen. Aber beschuldigt Ben den Richtigen?

Ein hochspannender Roman über eine Familie, die in Zeiten des Krieges zerstört zu werden droht, und zwei Liebende, die um ihr Glück ringen.

Portrait

Ronald H. Balson ist Rechtsanwalt, und seine Fälle führten ihn um die ganze Welt, unter anderem nach Polen. Die Geschichte des Landes im Zweiten Weltkrieg inspirierte ihn zu diesem Roman, der ein internationaler Bestseller war. Heute lebt und schreibt Ronald H. Balson in Chicago.


Im Aufbau Taschenbuch liegen seine Romane „Karolinas Töchter“ und "Hannah und ihre Brüder" vor.

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von Nele33 - 05.09.2019
Hannah und ihre Brüder is ein spannender und informativer Justizkrimi um den Holocaust. Ben Salomon meint in Elliot Rosenzweig den SS Offizier Otto Piontek, seinen Ziehbruder zu erkennen. Dieser war am Verrat an Bens Familie und deren Ermorderung beteilgt. Elliot nimmt diese Anschuldigungen nicht ernst und bestreitet sie. Ben wendet sich in seiner Verzweiflung an die Anwältin Catherine Lockhart, die ihn zuerst nur zum Gefallen eines Freundes vertreten will. Nachdem ihr Ben seine ergreifende Lebensgeschichte erzählt hat ändert sie ihre Meinung und unterstützt ihn über die Maßen hinaus, verändert sich als Mensch und Anwältin. Liam Taggart ein Privatdetektiv ist mit im Boot. Auch wenn es eine fiktive Geschichte ist, so könnte sie ganz genau so geschehen sein und dies macht sie so bedrückend. Der Autor schafft es das Grauen des Krieges in Polen und um die Vernichtung der Juden in eine spannende und ergreifende Geschichte zu verpacken. Er scheut sich nicht davor auch fassungslos machende Details zu verarbeiten. Durch das Verweben von Gegenwart und Vergangenheit erleben wir Bens Kindheit und sein heutiges Leben. Mich hat der Roman von Ronald H. Balson vor allem durch seine gute Recherche und die gut ausgearbeiteten Charaktere überzeugt und berührt. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.
Holocaustopfer, oder doch Naziverbrecher?
von LaberLili - 13.08.2019
"Hannah und ihre Brüder" ist der erste, in sich geschlossene Band, rund um die Anwältin Catherine Lockhart und den Privatdetektiv Liam Taggart, die sich schon von Kindesbeinen an kennen. Dabei halten sich diese beiden "Serienprotagonisten" zumindest im Falle von "Hannah und ihre Brüder" stark im Hintergrund; im Vordergrund steht ganz eindeutig der betagte Ben Solomon, der im hohen Alter in Elliot Rosenzweig, einem schwerreichen und hochangesehenen Bürger, ausgerechnet jenen Otto Piontek zu erkennen sicher ist, der bei seiner Familie aufgewachsen ist und ihm wie ein Bruder war - bis der Zweite Weltkrieg ausbrach und Otto von seinen deutschen Eltern von Bens Familie fortgeholt wurde und einen Posten bei den Nazis zugeschustert bekam. Obschon Otto diesen zunächst nur widerwillig antrat; und zwar nur, um seinen jüdischen Freunden und ganz besonders seiner "Ersatzfamilie" Hilfe zuteil werden lassen zu können; läuft er bald mehr und mehr zur Nazi-Ideologie über; und der jüdische Ben muss ebenso wie all die Anderen, die Otto zuvor sehr nahegestanden haben, nicht nur diesen Verrat verkraften, sondern auch irgendwie das Grauen des Holocaust überstehen zu versuchen¿ In "Hannah und ihre Brüder" bekommen weithin Catherine und Liam seine Lebensgeschichte von Ben erzählt, der stur darauf beharrt, dass Elliot Rosenzweig als der Naziverbrecher Otto Piontek enttarnt werden muss, während in einem erzählten Nebenstrang jener Elliot Rosenzweig darauf beharrt, das Opfer einer Verwechslung geworden zu sein, wobei er zugleich (angeblich aus Rücksicht auf den seiner Meinung nach verwirrten Ben) ein Gerichtsverfahren unter allen Umständen vermeiden will - das ist hingegen das, was Ben auf jeden Fall erreichen will: Die Welt soll wissen, wer Elliot Rosenzweig wirklich ist. Dabei ist die Konstellation Solomon/Rosenzweig ähnlich David/Goliath: Ben war ein kleiner Arbeiter, während Rosenzweig ein Milliardenimperium besitzt und über Kontakte verfügt, die ihm, zusammen mit seinem Vermögen, quasi alles möglich machen¿ doch Ben lässt sich weder einschüchtern noch bestechen noch¿ und das obschon die Beweislage hauchdünn ist. Bens Kampf scheint aussichtslos zu sein, aber nichtsdestotrotz bleibt er optimistisch und überzeugt davon, Elliot Rosenzweig stürzen zu können, der selbst behauptet, einst Opfer der Nazis gewesen und in Auschwitz inhaftiert gewesen zu sein, was die Vorwürfe noch heikler macht. Es bleibt sehr lange offen, ob Elliot Rosenzweig Otto Piontek wirklich nur, auch von der Stimme her, ähnelt oder ob sich hier ein Nazi-Verbrecher seit Kriegsende als ein Opfer der Nazis ausgibt; wie gesagt: die Beweise sind rar, ohnehin eher Indizien, und bis kurz vor Schluss bleibt einem als Leser also nur übrig, Ben entweder zu glauben, an ihm zu zweifeln oder auch zu denken, die Kriegstraumata hätten ihn nun endgültig übermannt¿ "Hannah und ihre Brüder" konzentriert sich aber eben sehr darauf, dass Ben seine Lebensgeschichte erzählt bzw. seine Erlebnisse während des Nationalsozialismus wiedergibt und das ist so ungemein packend, dass man ihm einfach wie gebannt zuhören möchte und es für einen als Leser schon fast unwichtig wird, ob Ben Rosenzweig nun verwechselt hat oder nicht; ja, für Ben bleibt das das zentrale Thema, aber für mich als Leserin geriet diese Frage bald ein wenig ins Hintertreffen, obschon ich die richtige Antwort darauf selbstverständlich auch kennenlernen wollte. Ben war eine sehr beeindruckende Figur, die eben viel Raum einnahm und ich war ehrlich gesagt etwas verblüfft, dass mit diesem Roman eine Lockhart/Taggart-Serie starten sollte, denn jene beiden Figuren fielen eben gar nicht groß weiter auf; es war nicht so, dass ich dachte, ich würde mir weitere Romane mit Catherine Lockhart und Liam Taggart wünschen. Aber es war definitiv so, dass ich mir weitere Romane in dieser Lesart, diesem Erzählstil, wünschte, wo alte Menschen aus ihrer spannenden Biografie erzählen und eben im Hintergrund vielleicht ein wenig recherchiert, ermittelt¿ wird, ohne den Fokus vom berichtenden Menschen, um dessen Vergangenheit es letztlich geht, zu nehmen. Zumindest der zweite Band der Reihe, "Karolinas Töchter", ist ebenfalls bereits erschienen und jenen Roman werde ich mir sicherlich auch noch durchlesen, um herauszufinden, ob die Reihe den in "Hannah und ihre Brüder" gezeigten Stil weiterhin beibehält. "Hannah und ihre Brüder" fand ich nun jedenfalls eine tolle Geschichte!
Einst waren sie Freunde
von Ascora - 03.07.2019
Der Klappentext: "Bei einer Gala wird ein angesehener jüdischer Bürger Chicagos vom hochbetagten Ben Solomon bedroht und beschuldigt, ein SS-Offizier zu sein. Obwohl alles auf eine Verwechslung hinweist, engagiert Ben die Anwältin Catherine Lockhart und ihren Ermittler Liam Taggart - er ist sich sicher, seinen Ziehbruder zu erkennen, der einst Bens Familie und seine Geliebte Hannah verriet. Bei ihrer Recherche stoßen Catherine und Liam auf das Schicksal dreier Kinder im kriegszerrütteten Polen, die wie Geschwister aufwachsen und einander als Feinde wiederbegegnen. Aber beschuldigt Ben den Richtigen?" Zum Inhalt: Nach annähernd 70 Jahren steht Ben plötzlich einem Geist aus der Vergangenheit gegenüber. Ein Schock für ihn, ist er doch überzeugt, dass es sich bei dem angesagten Bürger und angeblichen Juden in Wirklichkeit um einen SS-Offizier handelt, der es geschafft hat alle über Jahre hinweg zu täuschen. Ein Skandal, aber irrt sich der alte Mann vielleicht und beschuldigt den falschen. Die Anwältin Catherine nimmt sich dem Fall an und begibt sich auf die Spurensuche in einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte. Zum Stil: Gegliedert ist dieses Buch in drei Abschnitte Die Konfrontation auf der Gala, die Geschichte Ben Solomons und dann in das Verfahren. Der erste und der letzte Abschnitt spielen 2004 in Chicago und werden in der dritten Person erzählt. Den mittleren Abschnitt erzählt Ben seinen Zuhörern und dem Leser in Ich-Form und berichtet von den Ereignissen aus der Zeit von 1933 bis 1944. Durch diesen Wechsel der Perspektiven hat der Leser den Eindruck die Geschichte Bens direkt erzählt zu bekommen und man erlebt sie fast mit. In beiden Erzählformen ist der Stil so flüssig und emotional packend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen will. Mein Fazit: Ein spannender und gut recherchierter historischer Roman, der sich gekonnt mit der Nazi-Zeit auseinandersetzt und diese schwierige, dunkle Zeit anschaulich dem Leser näherbringt. Ich danke dem Aufbau Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar, meine Meinung wurde davon natürlich nicht beeinflusst.
Ist Elliot Rosenzweig eigentlich Otto Piontek?
von Bellis-Perennis - 26.06.2019
uf einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Chicago kommt es zu einem Eklat: Der reiche und bekannte Bürger Elliot Rosenzweig wird von Ben Salomon bedroht und beschuldigt, der NS-Scherge Otto Piontek und für den Tod von hunderten Juden zu sein. Ben und Otto verbindet eine gemeinsame Kindheit in Polen, denn Otto war Bens Ziehbruder. Im Chicago von heute droht Ben ein Gerichtsverfahren und so soll Catherine Lockart, eine junge Anwältin, gedrängt von ihrem Freund, dem Privatermittler Liam Taggart, sich der Sache annehmen. Catherine ist zu Beginn von Bens Geschichte nicht wirklich überzeugt, doch je länger Ben erzählt, desto tiefer fällt die Anwältin in die Vergangenheit hinein. Meine Meinung: Diese Geschichte ist durchaus realistisch geschildert. Das Thema, "wie viele Nazi-Verbrecher haben durch die Annahme einer falschen Identität sich aus der Verantwortung stehlen können?", ist längst noch nicht aufgearbeitet. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, auch wenn ich mich manchmal über die selektive Wahrnehmung so mancher Protagonisten geärgert habe. Auffällig sind, vor allem die Lücken im Geschichtswissen der Amerikaner. Sie treten auch bei der Anwältin Catherine Lockart offen zutage. So hätte sie gleich zu Beginn die tätowierte Häftlingsnummer von Elliot Rosenzweig überprüfen lassen sollen. Denn, diese Tätowierungen sind "sprechende Nummern". Aus der Buchstaben/Zahlenkombination lässt sich herausfinden, in welchem KZ die Betroffenen erstmals registriert wurden. Hier muss man, bei allem Grauen, die deutsche Gründlichkeit loben, denn ein großer Teil dieser Listen existiert heute noch. Damit hätte sie sich jede Menge Unannehmlichkeiten und leere Kilometer erspart. Bei der Beschreibung der Charaktere bin ich ein bisschen ambivalent. Ben ist für mich absolut glaubwürdig. Bei Catherines Darstellung als toughe Anwältin habe ich so meine Zweifel. Sie hat Lebenskrisen hinter sich und ist zutiefst verunsichert. Auch ihr Verhältnis zu Liam Taggart ist für mich persönlich nicht ganz rund. Taggart breitet, ohne Catherines Wissen, ihr Leben vor Ben, einem Wildfremden aus. Ich halte das für einen großen Vertrauensbruch. Mosaiksteinchen für Mosaiksteinchen tragen Ben, Catherine und Liam zusammen, um Eliott Rosenzweig zu überführen. Warum Catherine und Liam sich erst sehr spät mit Frau Rosenzweig beschäftigen, ist mich ein wenig unverständlich. Eine Ehefrau zu überprüfen, wäre für mich ein Gebot der ersten Stunde. Der Erzählstrang der Gegenwart wirft ein interessantes Licht auf die Arbeit von Anwälten und Gerichten Amerikas, worüber ich zugegebenermaßen wenig weiß. Gut gelungen ist der Erzählstrang, der in Polen spielt und die Geschichte von Ben Salomon und seinem Ziehbruder Otto Piontek. Die Verwandlung des kleinen Otto, der von seiner (deutschen) Mutter vernachlässigt wurde und von der jüdischen Familie Salomon trotz aller widrigen Umstände groß gezogen wurde, bis hin zum NS-Schergen, ist detailreich geschildert. An mancher Stelle hätte Otto noch "abbiegen" können, doch sein Geltungsbedürfnis war scheinbar höher als seine Moral. Eine kleine Kritik muss ich wegen des deutschen Titels anbringen. Mir gefällt der englische besser. Man hätte diesen mit "Einst waren sie Brüder" etwas griffiger übersetzen können. Fazit: Ein interessanter Roman, der wieder einmal deutlich macht, wie nah Recht und Unrecht beieinander liegen. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Bewegender Roman mit beklemmendem geschichtlichen Hintergrund
von bookloving - 22.06.2019
In seinem fesselnden Roman hat sich der US-amerikanische Autor und Rechtsanwalt Ronald H. Balson eines schwierigen historischen Themas und finsteren Kapitels deutscher Geschichte angenommen - der Judenverfolgung und dem Holocaust unter den Nationalsozialisten im Dritten Reich. Im Mittelpunkt der äußerst ergreifenden, fiktiven Geschichte steht der über 80-jährige polnische Jude und Ausschwitz-Überlebende Ben Solomon und das Schicksal seiner Familie zu Zeiten des 2. Weltkrieges in Polen während des Naziregimes. Auf einer Spendengala bedroht der hochbetagte Ben den hochangesehenen, reichen Mäzen von Chicago Elliot Rosenzweig mit einer Waffe und beschuldigt diesen, der ehemalige SS-Offizier Otto Piontek und ein als "Schlächter von Zamo" gesuchter Naziverbrecher zu sein. Mit diesem Ausgangsszenario ist dem Autor ein sehr packender Einstieg in seinen bewegenden Roman geglückt, denn gebannt möchte man mehr über die Hintergründe von Bens ungeheuerlichen Anschuldigungen erfahren. Äußerst fesselnd ist es daher mit zu verfolgen, ob es dem von Ben engagierten Team, bestehend aus der Anwältin Catherine Lockhart und ihrem Freund, Privatdetektiv Liam Taggert, gelingen wird, die Wahrheit ans Licht zu bringen und aussagekräftige Beweise zu finden, um den ehemals besten Freund von Ben und mutmaßlichen Naziverbrecher zu enttarnen. Immer wieder kommen Zweifel auf, ob sich der alte Mann nicht doch geirrt hat und es sich nicht doch um eine Verwechslung handelt. In eingeschobenen Rückblenden erzählt Ben seine aufrüttelnde Geschichte, die im besetzten Polen der 1940er-Jahre seinen Anfang nimmt und eng mit seinem Freund Otto aus Kindertagen und seiner großen Liebe und späteren Frau Hannah verbunden ist. Aufwühlend und sehr eindringlich erzählt der Autor von Bens furchtbaren Erinnerungen an die Vergangenheit und die unglaubliche Wandlung, die Otto, sein Freund und Ziehbruder, im Laufe der Naziherrschaft genommen hat. Sehr berühren schildert der Autor, wie Ben und seine Familie in dieser so extrem menschenverachtenden Zeit ums nackte Überleben kämpfen mussten, dennoch immer wieder Stärke, Mut und Hoffnung fanden und neben all der bedrückenden Trostlosigkeit versucht haben, füreinander da zu sein und anderen zu helfen. Ronald H. Balson versteht es, die schockierenden Grausamkeiten, das Leid der Juden und die unmenschlichen Zustände in den Ghettos sehr anschaulich und glaubwürdig darzulegen. Allerdings hat er bei einigen Episoden zum zusätzlichen Spannungsaufbau mit etwas unglaubwürdigen, hochdramatischen Verwicklungen ein wenig übertrieben. Geschickt unterbricht der Autor Bens sehr bewegende und detaillierte Rückblicke in die Vergangenheit und lässt uns die sich zuspitzenden Geschehnisse in der Gegenwart rund um Bens Anwältin Catherine und Detektiv Liam verfolgen. Diese müssen sich mit juristischen Details auseinandersetzen und ihre verzweifelte Suche nach einem stichhaltigen Beweis für Bens Anschuldigungen wird schrittweise zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Äußerst nervenaufreibend ist auch dieser Handlungsstrang gestaltet, denn es gibt zahlreiche Versuche Ben mundtot zu machen, um die unliebsamen Ermittlungen zur Vorbereitung eines Prozesses einzustellen, und einige unerwartete Wendungen, bis die Geschichte schließlich in einem mitreißenden Finale endet. Die gut ausgearbeiteten Charaktere und Balsons angenehmer, eindringlicher Schreibstil lassen diesen Roman trotz seiner bedrückenden Thematik zu Judenverfolgung und Holocaust zu einem wahren Page Turner werden. Ich bin schon sehr gespannt auf eine Fortsetzung dieser Reihe und den nächsten Fall für das Ermittler-Team Catherine Lockhardt und Liam Taggart. FAZIT Ein eindringlich geschriebener, bewegender Roman, der mit dem Wissen um die geschichtlichen Hintergründe unter die Haut geht, und eine packende Geschichte, die man nicht so schnell vergisst. Sehr lesenswert!
Wiedererkennen oder Verwechselung?
von AngelaK - 06.06.2019
Ben Solomon bedroht bei einer Opern-Gala den angesehenen Chicagoer Bürger und Kunstmäzen Elliot Rosenzweig mit einer Waffe. Er ist sich sicher, in Rosenzweig seinen Ziehbruder Otto erkannt zu haben. Mit der Ausgrenzung der Juden distanzierte sich der arische Otto immer mehr von seiner jüdischen Ziehfamilie. Er ging nach Berlin, arbeitete bei den Nazis im Büro und fand immer mehr Gefallen an antisemitischen Gedanken. Otto Piontek wurde SS-Offizier und machte letztlich auch vor der Familie Solomon sowie Bens Freundin Hannah nicht halt. Dabei sind Ben, Otto und Hannah wie Geschwister aufgewachsen. Elliot Rosenzweig weist alle Vorwürfe von sich, sieht sich als Opfer einer Verwechselung. Er fürchtet aber um seinen guten Ruf und beauftragt Privatdetektive, diesen Otto Piontek zu finden und damit alle Zweifel auszuräumen. Ben versucht wiederum mit Hilfe seiner Anwältin Catherine und deren Ermittler Liam zu beweisen, daß Otto sich unter einem anderen Namen in Chicago eine neue Existenz aufgebaut hat. Doch lassen sich fürs Bens Vermutung Beweise finden? Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen: die eine im Hier und Jetzt, die andere sind die Geschehnisse während der Kriegszeiten. Catherine ist nach einem Nervenzusammenbruch stark verunsichert und fürchtet, nicht die nötige Durchsetzungskraft und Stärke zu haben. Sie arbeitet in einer großen Kanzlei, macht dort Routinearbeiten. Während der Gespräche mit Ben merkt man aber, wie ihr Selbstbewußtsein langsam aber sicher wieder wächst. Die Geschichte, die Ben erzählt, hat mich sehr berührt. Sie erzählt, wie die Juden allgemein immer mehr unter der NS-Herrschaft leiden mußten. Zum anderen erzählt Ben aber auch Einzelschicksale. Und sie erzählt von der jungen Liebe zwischen Hannah und Ben. Das Buch ist flüssig zu lesen. Angesichts der spannenden und berührenden Geschichte fliegen die Seiten nur so dahin. Die Protagonisten waren alle überzeugend dargestellt. Mein Fazit: Klare Leseempfehlung. 5 Sterne, ein Buch, was mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
ein sehr gelungenes Buch
von Kupfis Bücherkiste - 26.05.2019
Als Ben Salomon auf einer Spendengala auf Elliot Rosenzweig trifft, ist er sich sicher: Elliot täuscht seine Rolle als vermeintlicher Wohltäter nur vor. Denn im zweiten Weltkrieg hieß dieser noch anders, und war auch als Schlächter von Zamosz bekannt. Doch wie soll das Ben nachweisen? Ben beauftragt die Anwältin Catherine Lockhardt und deren Privatermittler Liam Taggart, um die Klage vorzubereiten. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn der vorsitzende Richter setzt einen straffen Zeitplan voraus, während die gegnerische Seite alles daran setzt, dass das dunkle Geheimnis nicht ans Licht kommt. Ronald H. Balson hat hier eine Familiengeschichte aufgeschrieben, die unter die Haut geht. Bens Familie hatte während dem Nazi-Regime Elliot ein zuhause geboten, das dieser sehr gerne angenommen hatte. Während dem 2. Weltkrieg wurde Elliot zu einem hohen SS-Offizier herangebildet. Auch wenn Elliot - der damals noch Otto hieß - anfänglich noch der Familie Bens unter die Arme gegriffen hat, wurde die Hilfe immer spärlicher. Schlussendlich hat Elliot die Familie im Stich gelassen und sich an vielen weiteren Schicksalen bereichert. Diese Ungerechtigkeit mag Ben nicht auf sich sitzen lassen, und kämpft dafür, dass diese Geschichte ans Licht kommt. Während Catherine anfangs zweifelt, und nichts mit diesem Fall zu tun haben will, fesselt sie Bens Vergangenheit immer mehr. Als ihre Anwaltskanzlei sie unter Druck setzt, den Fall fallen zu lassen, um den Job zu behalten, kündigt sie ihren Vertrag, und ermittelt auf eigene Faust. "Hannah und ihre Brüder" ist ein tief ergreifendes Buch über ein Schicksal, wie es sicherlich viele während des zweiten Weltkriegs gegeben hat. Dass sich viele auf Kosten der anderen bereichert haben, wird kein Einzelschicksal gewesen sein. Umso wichtiger ist es, dass Gerechtigkeit herrscht. Mir hat das Buch sehr gut gefallen: Es war emotional, geschichtlich sehr gut ausgearbeitet, und sehr gut zu lesen. Das Buch war unterteilt in drei Teile, die aufeinander aufgebaut haben. Da Hannah nur eine passive Rolle spielt, hätte ich mich eher an dem englischen Titel "Once we were brothers" orientiert; den Titel "Hannah und ihre Brüder" finde ich etwas irreführend, ebenso das Cover. Das Cover lässt eher darauf schließen, dass die Geschichte um Hannah und Ben im Vordergrund steht. Diese spielt eine zentrale Rolle, jedoch finde ich die Geschichte um Ben und Otto im Vordergrund, und so hätte ich ein entsprechendes Cover angemessener gefunden. Jedoch insgesamt ein sehr gelungenes Buch!
fesselnder historischer Roman, der mich noch lange berühren wird
von Diana - 24.05.2019
Ronald H. Balson - Hannah und ihre Brüder Auf einer Spendengala glaubt Ben Solomon einen der Gäste als SS-Ofizier und Mörder identifiziert zu haben, bedroht ihn und wird dann selbst in das Gefängnis geworfen, da ihm keiner glaubt. Um das Geheimnis aufzudecken, die Wahrheit zu beweisen und Gerechtigkeit auszuüben, wendet er sich an die Anwältin Catherine Lockhardt und den Privatermittler Liam Taggart. Doch die Suche nach Beweisen ist anstrengend und in mühevoller Kleinarbeit und Ausdauer verbinden sich die Indizien, doch die Frage bleibt: Ist Elliot Rosenzweig der gesuchte Otto Piontek? Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich das Buch nur wegen einer Challenge gelesen habe (ein herzliches Dankeschön an Netgalley.de), da mich selten ein historisches Buch fesseln konnte und die meisten, gerade wenn es um die Verfolgung bestimmter Personengruppen, in diesem Fall die Juden, geht, entweder staubtrocken oder sehr gewalttätig sind. Allerdings ist der Schreibstil hier angenehm, leicht lesbar und durch die verschiedenen Perspektivwechsel sowie die Sprünge in der Zeit doch recht spannend und fesselnd. Auch hier werden Grausamkeiten geschildert, die den Leser berühren, die so viel tiefer gehen, als körperlicher Schmerz. Doch die historischen Fakten, die fiktive Geschichte, die Gräueltaten und die dazugehörige sehr beklemmende Atmosphäre wirken stimmig und so wird die Geschiche recht schnell zu einem Pageturner. Die Ausarbeitung der Charaktere wirkt lebendig und facettenreich, ich konnte mir jeden Einzelnen, egal ob in der Gegenwart oder in der Vergangenheit gut bis sehr gut vorstellen. Gerade die Hauptfiguren sind greifbar und authentisch ausgearbeitet. Ben ist sympathisch, doch lange blieb der Zweifel, wahre Erinnerungen oder vielleicht ist da doch etwas durcheinander gekommen. Seine Erzählungen in der Vergangenheit, die in der ich-Perspektive geschildert sind, konnten mich berühren, die Verfolgung, der Verlust der Familie, die Emotionen die er hervorbringt, während er seine Geschichte erzählt. Liam Taggart ist Privatdetektiv. Manchmal empfand ich seine Art als etwas zu aufdringlich und zu aufgesetzt, doch ergänzt er die Geschichte in Kombination mit der Anwältin Catherine Lockhardt gut. Diese war mir ebenfalls sympathisch, auf der einen Seite wirkt sie tough und fordert ihre Gegner, aber auch Verbündete heraus, auf der anderen Seite wirkte sie fast schon fragil, und wer wäre bei dieser Geschichte nicht emotional? Die Schauplätze und die Handlung selbst wirkt sehr realistisch, teilweise fühlte ich mich so tief mit der Geschichte verbunden, dass ich das Gefühl hatte, direkt neben Ben, Hannah oder auch neben Cat oder Liam zu stehen. Die Geschichte ist intensiv und berührend, die geschichtlichen Fakten wirken gut in die Story eingearbeitet, ja ich würde sogar sagen, es ist das beste Buch aus dem "historischen Genre" das ich bisher gelesen habe, aber dennoch störte mich die eine oder langatmige Ausschweifung und ganz besonders das Ende, denn während die Auflösung nach so vielen Seiten doch relativ plötzlich und vorhersehbar war, bleiben ein paar Fragen offen. Ich kann das Buch empfehlen, nicht nur den Historik-Liebhabern, auch denen, die einen Einstieg in das Genre suchen. Das Cover ist nicht so meins, wirkt aber wie eine Szene aus dem Buch. Fazit: fesselnder historischer Roman, der mich noch lange berühren wird. 4 Sterne.
Aufarbeitung
von Gabrielem - 19.05.2019
Eigentlich ist dieses Thema so garnicht meins. Aber dieses Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Und vorallem auch erschreckt. Wie schrecklich war diese Zeit. Ich glaube aber nicht nur für Juden. Ben erzählt der Anwältin Catherine und Liam seine Geschichte. Am Anfang ist Catherine wenig begeistert von dem Fall. Aber je tiefer sie durch die Erzählung in die Vergangenheit eintaucht um so weniger kann sie sich dem Fall entziehen. Wenn man dieses Buch gelesen hat, kann man nur noch dankbar sein. Vielen Dank das ich zur rechten Zeit am rechten Ort geboren bin. Und nur Frieden kennenlernen durfte.
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