Der schlimmste (Schul-)Roman, den ich seit langem gelesen habe. Ich wollte die Lektüre abbrechen - und ich bin die Lehrkraft!
Dieses Buch ist dieses JahrPflichtlektüre im Abiturin Niedersachsen. Entsprechend habe ich es in meiner Rolle als Lehrkraft gelesen.Nichtsahnend hatte ich mich über die Lektüreauswahl zuerst gefreut: Einaktuelles Buchund dann auch noch von einerweiblichen Autorin! :)Leider hat es sich alsdie schlechteste Schullektüre entpuppt, die ich seit der sechsten Klasse lesen musste. Ich wollte abbrechen undmusste mich zum Lesen zwingen- und ich bin die Lehrkraft! Mein armer Kurs...Mein Unterrichtsmodell beschreibt den Stil wie folgt: "sachlich-nüchtern, oftmals dokumentarisch,fast ohne Dialogeund den klassischen roten Faden." An anderer Stelle heißt es die "gewählte Erzähltechnik sorge für Orientierungsproblemebeim Lesen." Grund dafür: Esfehlt eine "linear zeitliche Chronologie" und eine "einheitliche Handlung".Übersetzt bedeutet das Folgendes: Es gibt12 Einzelpersonen, den meisten davon sind ca. 15 Seiten gewidmet.Deren Leben greifen NICHT ineinander.Auf diesen jeweils 15 Seiten gibt eskeine wirkliche Handlung und keine Dialoge. Sie denken ein bisschen an ihr Leben zurück - in einer Art und Weise, die wohl metaphorisch sein soll, aber gleichzeitig kühl wirkt. Oft weiß man nicht, in welcher Zeit oder welchem Ort man gerade ist. Auf ein Zusammenfügen dieser Figuren und Handlungsstränge wird dabei vergeblich gehofft.Natürlich kann man das jetzt literarisch deuten und sagen, dass die Autorin damit zeigen will, wie vergeblich ein einzelnes Menschenleben ist und wie wenig Auswirkung es auf andere hat und dass der Nachbar nichts über dich weiß und wir alle von anderen Dingen heimgesucht werden ohne dabei jemals ein überdauerndes Heim zu finden,... - schon klar.FürsLeseerlebnis ist dieses Buch aber eineKatastropheund auch durch den Stil und den gesamten Aufbau kommtkeine Nähe zu den Figurenauf. Dafür kann ich mich beim besten Willen nicht begeistern.Fazit: Inzwischen habe ich auch sehr viele Seiten eines Unterrichtsmodells gelesen, mich also literaturwissenschaftlich eingearbeitet und ich bleibe leider dabei:Dieses Buch ist (zumindest für die Schule) schlecht. Bei allem Respekt vor der Autorin und ihrerRecherche und den Themen: Aber die Art und Weise holt einen beim Lesen einfach nicht ab. Da hilft es auch nichts, dass vielesauf Biografien und echter Geschichte beruht:Wenn das in einememotionslosen, teils unverständlichen Stilübermittelt wird, kommt es dadurch bei mir als Leserin nicht an.Heimsuchungbekommt von mir1/ 5Sterne.