Island-Krimi/-Thriller mit mythischen Elementen; eine Anwältin ermittelt in einem esoterischen Retreat
Vorab: Ich mag die Thriller von Sigurdardotttir und Island-Krimis im Allgemeinen sehr; wahrscheinlich habe ich schon zu viele, sehr gute gelesen (auch von Yrsa), an die dieser Thriller einfach nicht herankommt, obwohl das nicht untypisch Setting viel Spannung versprach. Das Buch liest sich aber flüssig und ist ein wirklich solider Thriller.Zum Inhalt: Anwältin Dora (die ist der zweite Band mit ihr in der Hauptrolle) und ihr Freund Matthias ermitteln in esoterischen Retreat von Jonas, der ein Mandant Doras ist. Ursprünglich geht es darum, dass sich der Hotelbesitzer über Geistererscheinungen beschwert, die ihm beim Kauf verschwiegen wurden. Das Hotel wurde auf dem Grund und rund um ein altes Bauernhaus errichtet. Dann wird die Architektin, die das Anwesen geplant hat, am nahe gelegenen Strand brutal ermordet. In ihren Fußsohlen stecken Nadeln, die nach dem Aberglauben verhindern sollen, dass jemand als Wiedergänger zurückkehrt. Die Architektin war einer alten Geschichte auf der Spur. Als es zu einem weiteren Mord kommt, gerät Jonas unter Mordverdacht.Spannend ist neben dem Setting und der durch die Lage des Hotels eingeschränkten Personen- und Verdächtigenkreis interessanten Ermittlungssituation. Auch die Verbindung zu dem alten Fall aus der Vergangenheit fand ich interessant, weil man dadurch in Ansätzen auch etwas vom "alten Island" erfahren hat. Auch den leichten Grusel durch die mythischen Elemente mochte ich. Das hat lange getragen. Am Ende fand ich aber die Auflösung nicht elegant genug und den Fall ein wenig zu konstruiert, anders als ich es aus den Büchern der Autorin kenne. Trotz allem hat mich das Buch gut unterhalten und war schnell gelesen.