Absolut tolle Ergänzung für Fans.
Wärend man auf den anschließenden Band zu G. R. R. Martins "Lied von Eis und Feuer" ja noch warten muss, konnte man sich mit der Serie "House of the Dragon" bei HBO ein wenig mit der Vergangenheit von Westeros beschäftigen und damit natürlich mit Haus Targaryen und ihren Drachen. Das Buch erzählt auf fast 900 Seiten die Geschichte des Hauses, das die Geschichte von Westeros wie kein anderes geprägt hat, beginnend mit der Ankunft von Aegon dem Eroberer und seinen Schwestern Visenya und Rhaenys, die zugleich auch seine Ehefrauen waren, in Westeros und ihren Aufstieg zur Herrschaft, der ohne ihre Drachen wohl nicht möglicg gewesen wäre.Für Fans epischer Fantasy ist es immer spannend tiefer in das Universum einzutauchen, das der Autor hier geschaffen hat. Geschehnisse, die Jahrhunderte überspannen bekommen so Tiefe, Figuren, die im Rückblick erwähnt werden bekommen ein Gesicht, Ereignisse aus der Vergangenheit werden sichtbar und das Handeln einzelner Personen bekommt plötzlich eine ganz neue Perspektive. Mit seinem Worldbuilding zum "Lied von Eis und Feuer" hat G. R. R. Martin natürlich die ideale Grundlage geschaffen und mit Haus Targaryen auch eine Herrscherfamilie, die mit ihrer Lebensweise, ihren Skandalen, Machtkämpfen und Rivalitäten geradezu dazu einlädt mehr über sie zu erfahren.Natürlich ist das Buch kein typischer Fantasyroman und aus vielen Rezensionen weiß ich, dass gerade das viele Leser bemängeln. Mir hat die Lektüre unglaublichen Spaß gemacht. Klar würde ich lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht die ein, oder andere Passage etwas langatmig, oder ausschweifend empfunden hätte, aber zum Einen weiß man worauf man sich beim Stil des Autor einlässt und zum Anderen kommt fast keine epische Fantasy ohne ein paar Längen aus. Ich fühlte mich super gut unterhalten, gerade mit Hinsicht auf die aktuelle Staffel von "House of the Dragon" gibt das Buch einiges an Mehrwert, auch, oder gerade im Bezug auf die Abweichungen. Man muss sich natürlich bewusst sein, dass die Geschichte um Rhaenyra und Alicent nur einen Bruchteil des Buches ausmacht und man erstmal eine Weile braucht, bis man sich zu diesem Punkt vorgearbeitet hat. G. R. R. Martin schafft hier eine super Ergänzung für Fans, die Hintergründe und Machtgefüge erklärt und natürlich auch Wesentliches zur Entstehung der Sieben Königslande, wie wir sie später aus "Game of Thrones" kennen. Wer erwartet die HBO Serie "House of the Dragon" eins zu eins umgesetzt zu lesen wird enttäuscht sein, denn wie schon beim "Lied von eis und Feuer" weichen Buch und Serie oft stark voneinander ab. Ich persönlich komme damit gut klar und habe trozdem an beiden Versionen meinen Spaß. Man braucht als Leser, wie auch bei den anderen Werken Martins und wie generell bei epischer Fantasy manchmal etwas Geduld, gerade hier hatte ich oft das Gefühl, ich lese in der Bibel. Dieses Sohn, vom Sohn, vom Sohn kann schon manchmal etwas anstrengend sein und von Sexismus, Brutalität, oder deftiger Wortwahl reden wir jetzt gar nicht, die Lektüre lohnt sich auf jeden Fall.