Emotionslos, distanziert, spannungsarm.
Schreibstil und Art der Erzählung ist so gar nicht mein Geschmack
Das Werk beginnt mit Aegons Eroberung der sieben Königreiche und erzählt die Geschichte der Targaryen-Könige der ersten 140Jahre nach der Eroberung. Hier wird auch der Tanz der Drachen beschrieben und dient als Vorlage der Serie "House oft he Dragon". Was nach einem spannenden Buch voller Abenteuer, Intrigen, Helden und Opfer klingt, entpuppt sich aufgrund des Schreibstils jedoch als dröges, langatmiges und in Teilen verwirrendes Werk. Es erinnert mehr an schlechte Geschichtsbücher aus Schulzeiten als an die epischen Romane der Reihe "Das Lied von Eis und Feuer", zu dem es die Vorgeschichte sein soll. Als Blindkauf eine große Enttäuschung.Zumindest bereitet das Intro den Leser auf das kommende vor. "Eine Chronik der Targaryen-Könige von Westeros". Stichwort Chronik, hier bleibt sich George Martin während des gesamten Werkes treu. Es handelt sich um eine emotionslose und distanzierte Zusammenfassung von 140 Jahren Geschichte, ohne echten Einblick in die Charakterperspektiven und ohne merklichen Spannungsbögen.Mit großer Regelmäßigkeit wird über das Leben und den Tod der verschiedensten Angehörigen der großen wie auch kleinen Häuser Westeros berichtet, sei es durch Intrigen, Schlachten oder auch Seuchen. Dies geschieht jedoch so komprimiert und dicht gepackt, dass die Spannung gänzlich fehlt und auch schnell der Überblick verloren geht. Dadurch notiert man gedanklich vielleicht ein Drittel der Hausnamen der betroffenen Personen, es fühlt sich aber ab wie ein großer Einheitsbrei aus Leid und Tod.Dies ist auch ein Problem für die "Protagonisten" der Geschichte. Es dauert eine Weile, bis man diese in der schieren Masse unbekannter Namen erkennt. Dennoch ist es schwer, sich in irgendeiner Form mit den Charakteren tiefer auseinanderzusetzen, da die Egoperspektiven und damit auch der Blick hinter die Fassaden der Charaktere fehlen.Man kann George Martin jedoch zugutehalten, dass er dem gewählten Stil konsequent treu bleibt und auch sehr gut umsetzt, jedoch passt dieser leider überhaupt nicht zu meinem Geschmack, weshalb das Buch auch lediglich eine zwei Sterne Bewertung erhält.Wer eine Vorliebe für einen emotionslosen und distanzierten Blick auf eine fiktive Geschichte hat wird an diesem Buch seine Freude finden, ich leider nicht.